Ein Jahr ist seit der Loveparade-Tragödie vergangen, und noch immer sind fast alle Fragen rund um Schuld und Verantwortung für das Unglück offen. Ein Überblick über die Ereignisse seit dem 24. Juli 2010.

Ein Denkmal erinnert an die 21 Todesopfer, noch längst sind nicht alle Fragen um das Loveparade-Unglück geklärt© Oliver Berg/DPA
Die Loveparade in Duisburg am 24. Juli 2011 endete in einer Katastrophe. 21 Menschen starben, Hunderte wurden verletzt. In den Wochen und Monaten darauf entbrannte ein Streit um die Verantwortung für die Massenpanik.
Bei der Abschlusskundgebung gibt es vor dem Eingang des Geländes ein Gedränge. Eine Massenpanik entsteht, Menschen werden erdrückt oder niedergetrampelt. Die Polizei meldet zuerst 10 Tote, später erhöht sich die Zahl auf 21.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung gegen unbekannt. Die Gewerkschaft der Polizei kritisiert das Sicherheitskonzept der Veranstalter. Der Organisator der Loveparade, Rainer Schaller, verkündet das Aus der Technoparade.
Die Beteiligten schieben Beschuldigungen hin und her. Im Zentrum heftiger Kritik steht Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland. Einen Rücktritt lehnt der CDU-Politiker ab.
Der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger (SPD) sieht die Verantwortung für die Katastrophe hauptsächlich beim Veranstalter. Die Berliner Lopavent GmbH habe ihr Sicherheitskonzept im Eingangsbereich nicht umgesetzt.
Bei einer Trauerfeier nehmen Tausende in Duisburg Abschied von den Opfern. Bundespräsident Christian Wulff und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprechen den Angehörigen ihr Mitgefühl aus.
Sauerland gibt zu, die Öffentlichkeit über erwartete Besucherzahlen getäuscht zu haben. Er berichtet von Morddrohungen gegen ihn.
Ein Gutachten für das nordrhein-westfälische Innenministerium sieht die Verantwortung für die Sicherheit bei der Stadtverwaltung und dem Veranstalter Lopavent. Die Stadt Duisburg weist in ihrem Abschlussbericht jede Verantwortung zurück.
Sauerland übersteht im Stadtrat einen Antrag auf Abwahl.
Der Bericht über mögliche Einsatzfehler der Duisburger Polizei bleibt bis auf weiteres unter Verschluss.
Der Landtag von Nordrhein-Westfalen lehnt einen Untersuchungsausschuss zur Aufarbeitung der Loveparade ab.
Sauerland räumt Fehler im Umgang mit dem Unglück ein.
Die Staatsanwaltschaft Duisburg nimmt Ermittlungen gegen den damaligen Einsatzleiter der Polizei sowie elf Mitarbeiter der Stadt Duisburg und vier des Veranstalters auf. Sauerland und Schaller gehören nicht zu den Beschuldigten.
Die Opfer der Loveparade-Katastrophe sollen Entschädigungen erhalten. Eine Vereinbarung dazu unterschreiben Vertreter der Versicherung Axa und der Stadt Duisburg.
In Duisburg wird ein Denkmal für die Toten und Verletzen eingeweiht.
Die Loveparade hätte so nicht genehmigt werden dürfen. Das ist das Ergebnis eines Zwischenberichtes der Staatsanwaltschaft Duisburg. Sauerland entschuldigt sich bei den Betroffenen.
In einem Interview sagt Sauerland: "Die Verwaltung der Stadt Duisburg hat keinen Fehler gemacht, der ursächlich zu dieser schrecklichen Katastrophe geführt hat."