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13. Februar 2008, 17:01 Uhr

Mohammed mit Zündschnur und Bombe

Dänische Zeitungen haben in einer Solidaritätsaktion die Mohammed-Karikaturen erneut veröffentlicht. Grund ist die Aufdeckung von Attentatsplänen gegen den Zeichner, Kurt Westergaard. Vor zwei Jahren hatte die erste Veröffentlichung eine gewalttätige Protestwelle in der islamischen Welt ausgelöst.

Zahlreiche dänische Zeitungen zeigen die zwei Jahre alten Karikaturen wieder© DPA

Vor zwei Jahren hatte die Veröffentlichung der Zeichnungen in der "Jyllands-Posten" in vielen islamischen Ländern eine beispiellose Protestwelle ausgelöst. Jetzt reagierte die dänische Presse auf die Aufdeckung von Mordplänen gegen den Zeichner Kurt Westergaard (73) vom Vortag. Westergaard hatte den Propheten als finsteren, vollbärtigen Mann mit einer Bombe samt brennender Zündschnur im Turban porträtiert.

Die größte dänische Zeitung "Jyllands-Posten" hatte die zwölf Mohammed-Karikaturen im September 2005 veröffentlicht und wurde auch von anderen heimischen Medien wegen der bewussten Verletzung des islamischen Abbildungsverbotes für den Propheten kritisiert. Die Chefredakteurin der konservativen Zeitung "Berlingske Tidende", Lisbeth Knudsen, erklärte am Mittwoch zur erstmaligen Veröffentlichung einer Mohammed-Karikatur in ihrem Blatt: "Die neue Lage mit Morddrohungen gegen einen dänischen Karikaturisten erfordert ein klares, unzweideutiges und aktives Bekenntnis dazu, dass wir in Dänemark keine Einschränkung der Meinungsfreiheit akzeptieren oder uns zu Geiseln von religiösem Fanatismus machen lassen."

40-Jähriger Däne schnell wieder auf freien Fuß

Die Polizei hatte am Dienstagabend einen der drei wegen des Mordplanes in Århus festgenommenen Männer, einen Dänen marokkanischer Abstammung, wieder auf freien Fuß gesetzt. Zwei in Dänemark lebende Tunesier sollen bis zu ihrer bereits ministeriell verfügten Ausweisung in Abschiebehaft bleiben. Der polizeiliche Geheimdienst PET begründete die Freilassung des 40-jährigen Dänen damit, dass man zur Vereitelung eines Anschlages "in einem sehr frühen Stadium" der Vorbereitungen eingeschritten sei. Der Mann bleibe unter Beobachtung.

Juristen kritisierten, dass es für die beiden Tunesier im Alter von 36 und 25 Jahren keine juristische Möglichkeit zur Anfechtung ihrer Ausweisung gebe. Die Justizbehörden wandten dabei eine Bestimmung im neuen Antiterror-Gesetz an, wonach bei Gefahr für die Sicherheit des Landes in Dänemark lebende Ausländer ohne richterliche Prüfung ausgewiesen werden können. Voraussetzung ist nur, dass der Geheimdienst einen entsprechenden Verdacht hegt.

In Stockholm meldeten Zeitungen am Mittwoch, dass der schwedische Geheimdienst Säpo ebenfalls Pläne für einen Anschlag auf den Zeichner Lars Vilks aufgedeckt hat. Vilks hatte ein Bild mit Mohammed als Hund veröffentlicht.

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 57)
 
charming (15.02.2008, 15:18 Uhr)
Autonomie des Staates
Wieso regen sich hier wieder mal Pseudo-Gutmenschen über etwas auf, dazu noch mit womöglich radikal-islamistischem Hintergrund? Geht´s noch? Die dänische regierung ist der Ansicht, daß die Verdachtsmomente für eine Abschiebung ausreichen. Fertig, Ende der Diskussion. Was maßen sich hier wieder einige an. Hätte man den Rentnertotfahrer ebenfalls konsequent draußen gelassen, wäre der arme Mann noch am Leben und seine Witwe bräuchte keine Spenden anzunehmen, um in der Wohnung bleiben zu können. Dazu verhöhnt der Migrant den deutschen Staat und seine Gesetzgebung. Darüber regt sich leider die Glaubensbruderschaft des Verbrechers nicht auf. Wahrscheinlich kapieren sie es eh nicht.
Also laßt den Dänen ihre Gesetze anwenden, schließlich ist DK ein souveräner Staat und kein islamischer Satellit. Was für ein Glück. Regt Ihr Gutmenschen euch doch mal über die angewendeten Gesetze in den islamischen Ländern auf, da hättet ihr genug zu jammern. Aber leider paßt das ja nicht in euer Weltbild. Echt zum... zut alors! Härteres darf man ja hier nicj´ht schreiben, da dann der Zensur-Praktikant wieder unerbittlich zuschlägt.
Alex64 (15.02.2008, 08:41 Uhr)
brave
... auch kein ICQ.
Ach so - ausserdem solltest du zwischen bei EU-Recht Primär- und Sekundärrecht unterscheiden. Und die Aussage, dass EU-Recht grundsätzlich über nationalem Recht steht lässt sich damit schnell relativieren.
Wichtig ist in diesem Zusammenhang vorallem, dass die innere Sicherheit und in diesem Zusammenhang die Behandlung von geduldeten Nicht-EU- Ausländern nicht unter das Primärrecht fallen (dieses beinhaltet nur die Gründungsverträge und deren Änderungen bis zum Vertrag von Nizza (2001)und auch nicht durch eine unbedingt gültige Rechtsverordnung geregelt sind - ipso facto also der "Ausgestaltung" respektive Übernahme durch eine nationale Regelung bedürfen. Die Dänen haben das inzwischen legislativ in der bekannten Form geregelt - und solange sich die Exekutive an die für die geltenden Grundlagen hält (ob man diese gutheisst oder nicht) ist dies rechtsstaatlich nicht zu beanstanden.
Brave_New_World (14.02.2008, 20:36 Uhr)
nix MSN sondern ICQ
nur damit sie nicht versuchen mit dieser ICQ nummer mich bei MSN zu suchen, damit werden sie kein glück haben :)
aber bitte, bitte alex, ich hoffe sie verwechseln die EU nicht mit der UN
einen link möchte ich ihnen geben auf seite 5 steht klip und klar, dass EU recht VOR Nationalem recht steht
http://www.ea-wien.at/documents/2WasistdieEU.pdf
MFG
Alex64 (14.02.2008, 20:18 Uhr)
brave
Danke für´s Angebot, aber isch `abe doch gar keine msn ..
Zum Thema Europarecht - nationales Recht solltest dich aber wirklich besser informieren.
Vereinfacht: Europarecht ist Völkerrecht und berechtigt oder verpflichtet daher nur die jeweiligen Mitgliedstaaten, erzeugt aber keine unmittelbaren rechtlichen Wirkungen in der innerstaatlichen Rechtsordnung. Dazu bedarf es erst eines staatlichen Umsetzungsakts....
Die EU selbst hat derzeit noch keine eigene Rechtspersönlichkeit, diese erlangt sie erst durch den Vertrag über eine Verfassung für Europa...
Alles klar?
Brave_New_World (14.02.2008, 20:07 Uhr)
alex
hi alex
also ich bin schockiert darüber, dass sie als europäer nicht wissen, dass EU recht vor Länder recht gilt, deswegen ist es immernoch falsch, dass Dänemark die beiden tunesier ohne richterlichen beschluss abschieben will.
wenn das nationale recht wie es in dänemark praktiziert wird, eben EU Recht sein sollte, dann müssten auch andere Länder ( D auch ) dies umsetzen, da dies aber nicht so ist, ist es mit den europäischen normen nicht vereinbar.
Alex64 (14.02.2008, 18:53 Uhr)
Warum, brave
.. war dann die ganze muslimische Welt so aufgebracht über diese Karikaturen? War das der "Verteidigungsfall"? Warum distanzieren sich so wenige von solche Mordaufrufen? Ihr solltet euch daran gewöhnen, das uns "Westlern", Dhimmis und ganz und gar Ungläubigen zunächst mal nichts per se "heilig" ist und ALLES genau unter die Lupe genommen wird - auch eure Prophet, auch euer Koran .... - und das Mord und Totschlag keine Lösung dieses Problems darstellen.
Und ich maße mir
1.nicht an, die Beweislage gegen die beiden Ausgwiesenen von hier aus zu beurteilen und
2. den dänischen Staat zu verurteilen, wenn er nationale Interessen vor europäische stellt.
Alex64 (14.02.2008, 18:23 Uhr)
pamela
anemone wird dir da aber was ganz anderes sagen - und was die Grundaussage des NT und die christliche Lehre angeht meine ich mich auch an anderes zu erinnern.
AUsserdem sollte man berücksichtigen, das sich das Christentum in unserer westlichen Welt denn doch ein Stück weiterentwickelt hat - ein WEg, der zwar im Prinzip noch vor dem Islam liegt, aber aufgrund dessen agressiver Grundintention ein ganzes Stück schwerer werden dürfte.
Ach so - die Bibel ist auch nicht mein heiliges Buch.
Brave_New_World (14.02.2008, 18:21 Uhr)
alex
die ganzen suren die sie hier zitieren, gelten nur im verteidigungsfall. das sollten sie wissen. das beduetet im friedensfall, ist es nicht erlaubt menschen zu töten ( owbohl einige das machen). Es ist sünde und muss dafür rechenschaft ablegen am tage des gerichts.
ja ich unterscheide zwischen NT und AT, aber man nimmt die biebel auch im ganzen. und nicht häppchenweise.
über welche muslime reden sie eigentlich? die verrückten taliban oder andere scharfmacher? die gibt es ja überall, in jeder ideologie bzw. religion, beispiele gibt es genügend.
ich habe nie behauptet, dass die dänen gegen ihre lokalen gesetze verstossen. sondern dass die europäischen normen ausser acht gelassen werden, dass man unschuldig ist bis ein gericht sie schuldig spricht. wie kann denn ein EU staat sich nicht mehr an EU normen hält? befürworten sie wirklich, dass jemand vom Staat, Staatsanwalt, Geheimdienst oder Polizei einfach abgeschoben wird auf verdacht. ohne ein fairen prozess?
Pamela_1971 (14.02.2008, 18:13 Uhr)
@ Alex 64
Derartige Hass-Botschaften finden sich in der Bibel ganz genau so wie im Koran - und zwar im Alten wie auch im Neuen Testament! Koran und Bibel nehmen sich da nichts - mir persönlich sind sie daher auch gleich unsympathisch. Nur ist es m.E. sehr einseitig, solche Textstellen nur aus dem Koran zu zitieren, und dabei gleichzeitig zu unterschlagen, dass in den christlichen und jüdischen "Heiligen Schriften" genau die gleichen hasserfüllten Inhalte zu finden sind.
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Jesus: "Glaubet nicht, ich sei gekommen, Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert!" (Mt 10:34-35)
TheWurst (14.02.2008, 18:10 Uhr)
@ Rigo77
Ich weiss immer noch nicht was an einer Karikatur beleidigend sein soll, aber beschwert Euch doch bei denen, die dafür verantwortlich sind dass jeder bei dem Wort "Islam" sofort an Terror und das töten von Unschuldigen denkt. Diese Karikaturen zeigen nur, wofür diese Religion steht, und daran sind weder der Zeichner, noch die Zeitungen die sowas abdrucken schuld.
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