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Augsburg jagt Polizistenmörder

Augsburg im Schockzustand. Die tödlichen Schüsse auf einen Polizisten machen die Stadt fassungslos. Die Täter sind immer noch auf der Flucht. Die Polizei vermutet sie im schwerkriminellen Milieu.

Von Volker Königkrämer

  Auf dieser Maschine vom Typ Honda CB 500 flohen die Täter zunächst vor der Polizeistreife

Auf dieser Maschine vom Typ Honda CB 500 flohen die Täter zunächst vor der Polizeistreife

Es ist bloß eine harmlose Routinekontrolle. Auf einem Parkplatz am Augsburger Kuhsee will eine uniformierte Polizeistreife zwei verdächtige Männer kontrollieren. Was dann folgt, sind Szenen wie aus einem Rennspiel an der Playstation: Die Männer hechten auf ein Motorrad, fliehen in einem halsbrecherischen Manöver über ein schmales Stauwehr auf die andere Seite des Lechs. Die Beamten jagen in ihrem Streifenwagen hinterher.

Die Verfolgungsjagd führt in den Augsburger Stadtwald. Auf dem glitschigen Untergrund kommt das Motorrad plötzlich zu Fall, die beiden Streifenpolizisten, ein 41-jähriger Mann und seine 30 Jahre alte Kollegin, steigen aus ihrem Wagen und nähern sich den Gestürzten. Plötzlich fallen Schüsse aus einer großkalibrigen Waffe. Der uniformierte Streifenpolizist bricht getroffen zusammen, seine Kollegin erwidert das Feuer, ehe auch sie von einem Schuss in die Hüfte getroffen wird. Die junge Frau überlebt mit einem schweren Schock. Für ihren Kollegen jedoch kommt jede Hilfe zu spät. Er stirbt noch am Tatort. Der Schütze und sein Komplize flüchten zu Fuß. Bis zum Nachmittag fehlt von ihnen jede Spur.

Großfahndung im Augsburger Stadtwald

Mit dürren Worten schildert der Polizeipräsident des Präsidiums Schwaben Nord, Gerhard Schlögl, jene Bluttat, die seit Freitagmorgen ganz Augsburg in Atem hält. Man merkt dem erfahrenen Beamten auf der Pressekonferenz seine Wut und die Fassungslosigkeit über das Verbrechen an: "Die vorausgegangene Nacht gehört mit zu den schrecklichsten Erlebnissen und wird mir immer in Erinnerung bleiben."

Nach wie vor sind die Hintergründe rätselhaft, warum die beiden flüchtigen Männer mit so großer Brutalität auf das Eintreffen der Streife reagiert haben. Ging es um ein Drogengeschäft, wie Oberstaatsanwalt Günther Zechmann spekuliert? Gibt es gar Verbindungen zu den Hells Angels, wie eine Journalistin auf der Pressekonferenz wissen will?

14 Stunden nach der Tragödie gibt es für die Polizei viele Fragen, aber nur wenig Antworten. Mit einem Großaufgebot von mehreren hundert Beamten, darunter Scharfschützen und Spezialkräfte des SEK, wird derzeit der Augsburger Stadtwald abgesucht. Ein Großteil ist abgesperrt. Man hofft, dass die Flüchtigen noch nicht durch die Absperrungen geschlüpft sind und sich noch irgendwo in dem ausgedehnten Waldgebiet aufhalten. Auch ein Hubschrauber ist mittlerweile im Einsatz. Er war bereits unmittelbar nach den Schüssen angefordert worden, konnte jedoch wegen Nebels zunächst nicht aufsteigen.

Schwere Jungs mit Ortskenntnis

Polizei und Staatsanwaltschaft vermuten, dass es sich bei den Tätern um Schwerstkriminelle mit Ortskenntnis handeln muss. "Bei Gesamtbewertung der Umstände gehen wir davon aus, dass es sich um schwere Jungs handelt", sagte Schlögl. Für ihre Kenntnis der Örtlichkeit spreche die Flucht über das schmale Stauwehr "Am Hochablass". "Das war wie bei einem James-Bond-Film", so Zechmann. Der Oberstaatsanwalt ist sicher: "Das ist wahrscheinlich ein Verdeckungsmord."

Aufschluss über die Täter erhoffen sich die Ermittler vor allem von dem sichergestellten Motorrad vom Typ Honda CB 500. Eine erste Spur hat sich inzwischen aber schon zerschlagen. Der unter dem Nummerschild A-L-307 registrierte Halter hat mit den Ereignissen nichts zu tun. Er hatte sein Motorrad im April abgemeldet, die Ermittler fanden die Maschine sowie das Originalkennzeichen in seiner Garage. Bei dem Kennzeichen an der Täter-Honda handelte es sich offenbar um eine Doublette.

Neben dem Motorrad haben die Spurensicherer am Tatort weitere Gegenstände sichergestellt. Welche, das wollen Polizei und Staatsanwaltschaft derzeit nicht publik machen. Ermittlungstaktische Gründe. Immerhin: "Wir sind guter Dinge, auf DNA-Spuren zu stoßen", sagt Schlögl. Zumindest die Identität der Täter könnte so bald feststehen.

Schusssichere Weste bot keinen Schutz

Das wird der Ehefrau des getöteten Beamten kein Trost sein. Sie war etwa 90 Minuten nach der Bluttat gemeinsam mit ihren 13 und 17 Jahre alten Söhnen vom Tod ihres Mannes informiert worden. Die besondere Tragik der Geschehnisse: Der Beamte trug eine schusssichere Weste – doch die tödlichen Kugeln fanden dennoch ihr Ziel.

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