Der Skandal um den Missbrauch von Kundendaten weitet sich aus: Auch Kunden der Nordwestdeutschen Klassenlotterie und der Telekom könnten betroffen sein. stern.de erklärt den Handel mit Kundendaten und beschreibt, wie sich jeder Bürger vor Datenmissbrauch schützen kann - und was zu tun ist, wenn es zu spät ist.

Eine Kopie der sichergestellten Original-CD mit illegalen Datensätzen© Picture-Alliance
Der Skandal um illegal gehandelte sensible Kundendaten zieht immer weitere Kreise. Im ganzen Bundesgebiet berichten Verbraucherschützer von aufgetauchten Datensätzen mit Informationen über Bürger. Weitere Unternehmen stellen fest, dass auch ihre Kunden von dem Datenmissbrauch betroffen sein könnten, zuletzt die Nordwestdeutsche Klassenlotterie (NKL) und die Deutsche Telekom. NKL-Sprecher Jan Christiansen sagte: "Wir prüfen derzeit, ob wir Strafanzeige gegen Unbekannt wegen möglichen Missbrauchs von NKL-Kundendaten stellen." Seit Anfang des Jahres dürfe gar nicht mehr für Glücksspiele geworben werden, die NKL arbeite seit dieser Zeit darum auch gar nicht mehr mit Call-Centern zusammen. Die Daten, um die es gehe, müssten vor 2008 erhoben worden sein.
Wie NDR info meldete, sollen in einem Call-Center südlich von Hamburg tausende Verbraucher-Angaben von früheren Auftraggebern illegal weiter genutzt worden sein. Es handle sich hierbei um Adressen, persönliche Angaben und Bankverbindungen von Kunden, die sich unter anderem für die NKL angemeldet hatten. Das Call-Center habe nach Aussage eines ehemaligen Mitarbeiters diese Angaben von seinem Auftraggeber, einem Lotterie-Dienstleister, erhalten. Obwohl der Vertrag vorsah, die Daten nach dem Ende der Lotterierunde zu löschen, seien sie für den Verkauf von Zeitungs- Abonnements weiter genutzt worden. Dabei seien auch Abo-Gebühren von Kunden abgebucht worden, die keine Zeitungen bestellt hätten. Das betroffene Call-Center wollte sich dem Bericht zufolge zu den Vorwürfen nicht äußern. Nach Recherchen der NDR/WDR-Sendung "Kriminalreport" sind auch Kunden der Deutschen Telekom vom illegalen Datenhandel betroffen. Dem Bericht zufolge hat sich ein Call-Center in Bremerhaven illegal Zugriff auf Datenbanken der Telekom verschafft und Daten davon offenbar an Dritte weiterverkauft.
"Die Deutsche Telekom ist offenbar Opfer hoch krimineller Machenschaften", sagte Unternehmenssprecher Philipp Blank. Der Umfang sei allerdings vollkommen unklar. Auf jeden Fall würden die Staatsanwaltschaft eingeschaltet und die betroffenen Kunden informiert.
stern.de hat alle wichtigen Informationen über den Handel mit Kundendaten, deren möglichen Missbrauch und die Schutz-Möglichkeiten des Verbrauchers zusammengestellt.
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san/DPA/AP/FTD