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1. Mai 2008, 16:23 Uhr

Krawalle eskalieren

Es began als friedlicher Protest gegen Neonazis am Donnerstagmittag. Doch dann eskalierten die Mai-Demonstrationen in Hamburg. Einsatzkräfte wurden laut Polizei mit Steinen angegriffen und lieferten sich Straßenschlachten mit Demonstranten. Die Polizei setzte Wasserwerfer ein. Autos brennen.

Den Wasserwerfern zum Trotz: Ein Demonstrant steht bei der Demonstration gegen einen Naziaufmarsch in Hamburg vor Polizisten© Roland Magunia/DDP

Krawalle bei Protesten gegen NPD-Aufmarsch: Am Rande einer Demonstration mit fast 7.000 Teilnehmern gegen Rechtsextremisten hat es am Donnerstag in Hamburg Ausschreitungen gegeben. Einsatzkräfte wurden laut Polizei mit Steinen angegriffen. Die Beamten setzten Wasserwerfer ein. Es gab mehrere Festnahmen. Einige Polizisten seien verletzt worden, hieß es. Zudem sei ein Polizeifahrzeug umgeworfen und ein weiteres in Brand gesteckt worden. Reisebusse der Rechten, mit denen sie aus dem gesamten Bundesgebiet nach Hamburg kamen, wurden demoliert. Autos, Mülltonnen und Papierkörbe im Stadtteil Barmbek gingen in Flammen auf.

Nach Angaben von Augenzeugen wurden vermummte Gegendemonstranten von der Polizei eingekesselt. Es sei auch zu direkten Zusammenstößen zwischen Rechten und Linken gekommen. Zudem geriet ein ganzes Reifenlager in Brand. Ein Polizeihubschrauber kreiste über dem Protestzug. Die Sicherheitskräfte waren mit einem Großaufgebot aus mehreren Bundesländern im Einsatz. An dem Aufmarsch der Rechtsextremisten beteiligten sich laut Polizei rund 1.100 Personen. Zu dem Protest gegen die NPD-Veranstaltung hatte ein Hamburger "Bündnis gegen Rechts" aufgerufen. Die Veranstalter sprachen von 10.000 Teilnehmern. Auch aus Berlin waren Demonstranten angereist. An dem zunächst friedlichen Protestzug nahmen auch Familien teil. Mitglieder des linken Spektrums hatten sich gegen Mittag aus der Demonstration gelöst und die Polizei in Auseinandersetzungen verwickelt. Die Polizei vermutete, dass die Ausschreitungen noch bis in die Nacht zum Freitag andauern könnten.

Bereits in der Nacht zum 1. Mai war es im Hamburger Schanzenviertel zu Krawallen gekommen. Dort wurden vier Randalierer vorübergehend festgenommen und ein Beamter leicht verletzt. In der Hansestadt hatte ein zunächst friedlicher Aufzug von rund 950 Personen stattgefunden. Im Anschluss zogen Teilnehmer der Kundgebung randalierend durch das Viertel. Im Bereich des Linken-Szenetreffs "Rote Flora" hatten sie unter anderem Baumaterial auf die Straße gestellt, Steine gegen eine Sparkassenfiliale geworfen und Feuer entzündet. Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an. Gegen Mitternacht beruhigte sich die Lage dann wieder.

Gregor Haake und Michael Carlin/AP

 
 
KOMMENTARE (10 von 28)
 
Administrator (02.05.2008, 09:02 Uhr)
Liebe User,
vielen Dank für Ihre Beiträge. Wir bieten die Kommentar-Funktion zu diesem Artikel nicht mehr an.
Herzliche Grüße,
Ihre stern.de-Admins
mupfeline (02.05.2008, 07:06 Uhr)
@Lexxy
Richtig. Man braucht sich die rechte Gurkentruppe nur anzugucken wenn sie im sächsischen Parlament schwafelt. Keine drei vernünftigen Sätze, nur dumme Parolen. Keine Beiträge zur Verbesserung der wirtschaftlichen Situation und am Wahlabend stehen - für die Rechten - Leute vor der Kamera die noch einmal die Dorfschule besuchen sollten. Diese Partei ist schon wegen ihrer "Vertreter" nicht wählbar. Es erstaunt mich immer wieder wieviele Leute auf die reinfallen. ABER: Die Außenlinken sind nicht besser - fordern, fordern und nochmal fordern. Ohne zu verrraten wie was bezahlt werden soll ... Hauptsache erstmal fordern und dem Volk nach dem Maul reden.
Auch keine Alternative!
Und nun? Gar nicht wählen oder das kleinste Übel? Nämlich die schwarzen, die gelben oder die Roten oder die Grünen. Mehr ist nicht ... mehr ist auf der ganzen Linie nicht.
Lexxy (02.05.2008, 05:49 Uhr)
Verhältnisse...
... ändert man nicht indem man Menschen
anderer Hautfarbe und/oder Gesinnung mit "Nationalen Parolen" auf den Lippen
durch die Strassen hetzt. Ironisch ist ja eigentlich auch das sich der sog. "Nationale Wiederstand" mittlerweile "Linker" Parolen bedient.
Allerdings muss ich sagen das ich Gewalt jeglicher Art verurteile. Weil der,der es zum grössten Teil abbekommt ist der Polizist der sich in die Mitte stellen darf. Das die keine Lust haben sich mit Steinen Bombardieren zu lassen und darauf harsch reagieren dürfte auch dem letzten klar sein.
Letztendlich demaskieren sich die NPD`ler durch ihr verhalten in den Parlamenten ja selbst.
"Denk ich an Deutschland in der Nacht,
bin ich um den Schlaf gebracht..." H.Heine
mfg Lexxy
Pamela_1971 (02.05.2008, 00:56 Uhr)
Völlig einseitige Darstellung
Für alle, die es noch nicht mitbekommen haben: die Gewalt ging von ALLEN Seiten aus - auch und gerade von den Nazis! Etwas objektiver als der Stern berichtet über die gewalttätigen Ausschreitungen der NPD-Leute und die Menschenjagd der Nazis z.B. Spiegel Online:
.
"(...) Auch bei den wartenden Neonazis wird die Stimmung immer aggressiver. Ihre Gewalt richtet sich zunächst vor allem gegen Journalisten. Einige Protestler drängten ein Kamerateam des NDR ab, während es ein Interview mit der Neonazigröße Christian Worch führt. Andere Neonazis reissen einen Bauzaun nieder, stürmen auf einen anliegenden Hügel und schlagen dort einen Kameramann brutal zusammen. "15 Rechte prügelten auf mich ein, etwa eine Minute lang. Die Kamera wurde mir weggenommen. Dann kam mir die Polizei zur Hilfe", sagt der Mann SPIEGEL ONLINE.
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Immer wieder scheren Rechtsextreme aus dem Demonstrationszug aus und greifen umstehende Linke an. Mehrere Vermummte laufen auf eine Kamerafrau zu und stoßen sie zu Boden". ............
CeeTo (02.05.2008, 00:16 Uhr)
-.-
Jedes mal wenn ich diese Bilder sehe kommts mir hoch. Da fragt man sich doch tatsächlich wieso es keine Initiativen gegen Linke Gewalt gibt.
Ich bekomme so eine Wut wenn ich mir vorstelle das so ein Chaot mein Auto anzünden würde.
Klaus_P (02.05.2008, 00:08 Uhr)
Nicht zu verstehen
Eines verstehe ich immer nicht. Scheinbar gehen manchen Menschen sehr schnell die Argumente aus oder Sie haben gar keine. Dann holt man schnell die "NaziKeule" raus und prügelt los.
Fakt ist: Die NPD ist KEINE verbotene Partei. Wir haben in Deutschland Rechte wie auch Pflichten. Und zwar auch Menschen die für die NPD demonstrieren.
Ich bin nicht rechts und ich werde keine NPD wählen. Nicht dass jetzt wieder so ein Schlaumeier daherkommt und was von brauner Soße anfängt.
Nur eines sollte klar sein, in einem Rechtsstaat (den wir ja zum Glück noch haben) kann man nicht einfach das Recht auslegen wie es gerade am besten passt. Wenn die NPD eine angemeldete und genehmigte Demonstration hat, dann ist dies legitim und muss vom Staat geschützt werden. Auch wenn es nicht jedem passt.
Eines sollte jedem normal denkenden Menschen jedoch ganz deutlich auffallen: Wenn ein paar Anhänger der NPD demonstrieren bricht die Hölle los, wenn aber bestimmte Politiker Grundrechte am liebsten abschaffen würden, und auch scheinbar nichts unversucht lassen dies zu erreichen, scheint das nicht zu stören. Ihr solltet euch mal ganz genau überlegen was ein paar Demonstranten einer legitimen Partei im Vergleich zu abgeschafften Grundrechten sind...
Vor den paar Demonstranten hab ich keine Angst, vor bestimmten "Christlichen" "Demokraten" jedoch sehr wohl...
seelenflieger (01.05.2008, 22:45 Uhr)
Zwei Töpfe und Verschwendung von Steuergeldern
Da ich den Medien nicht mehr glaube, habe ich mal eine 'rechte' Demonstration (und 'linke' Gegendemonstration) als Zuschauer beigewohnt. So wirklich überzeugt haben mich die Gegendemonstranten nicht mit ihrem Verhalten. Für mich hatte es eher den Anschein, als suchten sie nur eine Gelegenheit, um sich auszutoben - auf Kosten der Steuerzahler. Und das kann ja wohl nicht Sinn der Sache sein. Was sollen überhaupt immer diese "Gegen"-Demonstrationen? Glaubt irgendjemand, dass sich dadurch wirklich etwas ändert würde? Hat sich dadurch jemals etwas geändert? Und warum müssen diese Gegendemonstrationen immer in unmittelbarer Nähe von den Demonstrationen der 'Rechten' stattfinden, wo Ärger vorprogrammiert ist? Wenn die 'Rechten' in Hamburg protestieren, dann könnten die 'Linken' doch in Hannover marschieren, oder? Überhaupt wirft es ein schlechtes Licht auf die Gegendemonstranten, wenn sie immer nur dann in Erscheinung treten, wenn die andere Seite die Bühne betritt. Anstatt "gegen" etwas zu protestieren, sollten sie einmal anfangen "für" ihre Überzeugung einzutreten. Aber das wäre vermutlich gar nicht so einfach, weil sich für die Gegendemonstranten, im Gegensatz zu den Demonstraten, nur schwerlich ein gemeinsamer Nenner finden ließe.
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Überhaupt werden in dieser Diskussion m.E. viel zu leichtfertig viel zu unterschiedliche Ansichten in einen der beiden Töpfe 'links' bzw. 'rechts' geworfen. Nur weil ich gegen Nazis demonstriere, bin ich nicht automatisch 'links' (bzw. linker Autonomer), und nur weil ich gegen einen ausufernden Multikulturismus bin, muss ich nicht gleich eine "Fahne" im Keller haben.
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Somit mein Fazit:Ich bin gegen 'rechts' und gegen 'links', trete aber nachdrücklich dafür ein, Steuergelder nicht zu verschwenden.
mupfeline (01.05.2008, 22:25 Uhr)
@Hevosenkuva
Ein einfaches nachschauen im Internet genügt um zu sehen dass der 1. Mai scho seit vielen Jahren von der Arbeiterklasse als Feiertag erklärt wurde. Ein einfaches nachschauen im Internet genügt ebenfalls um zu erkennen dass es eine Spezialität der Rechten war alles zu requirieren was ihnen in den Kram passte. Siehe Runen und Hakenkreuz. Das alles sind doch Erfindungen der Nazis - nicht mal der Name ist ja deutsch sondern kommt vom italienischen "fascismo" (Rute). Die Braunen haben überall Anleihen aufgenommen weil sie selbst zu doof waren etwas Neues zu kreieren. Und trotzdem ist es heute verboten. Und natürlich haben Sie undifferenziert vom "Ich warte noch immer auf die Schlagzeile: "Polizei knüppelt Neonazis zusammen" oder "Wasserwerfer gegen rechte Schläger", die wird es wohl in Deutschland nie geben. Ich warte noch immer auf die Schlagzeile: "Polizei knüppelt Neonazis zusammen" oder "Wasserwerfer gegen rechte Schläger", die wird es wohl in Deutschland nie geben. " gesprochen. Aber so einfach ist das nicht. Die NPD ist noch nicht verboten deshalb dürfen ihre Anhänger marschieren. Und die Sippenhaft ist ebenfalls verboten - Gott sei Dank - deshalb kann man nicht alle Angehörigen dieser Partei vorbeugend bestrafen. Denn nichts anderes wäre es. Der Staat hat sich hier selbst ein Bein gestellt als er diese Partei mit Informanten unterwanderte - deshalb ist ja ein Verbot technisch so schwer. Es kämen wohl allerhand unbequeme Wahrheiten ans Licht.
Die friedlichen linken Demonstranten, die welche tagsüber demonstrieren - die nehmen ihre staatsbürgerliche Pflicht wahr und demonstrieren gegen den braunen Sumpf. Die welche in der Nacht Autos anzünden und Scheiben einwerfen das sind keine verantwortungsbewussten Bürger sondern Chaoten und Randalierer. Sie sind nicht ein Deut besser als die von ihnen bekämpften. Im Gegenteil, sie sind noch eine ganze Spur dümmer denn sie erweisen den friedlichen Bürgern einen sehr schlechten Dienst. Verstehen Sie - man kann nicht einfach im Kampf gegen Rechts alle Bürgerrechte ausschalten. Diese Bürgerrechte sind es die uns von der Vergangenheit unterscheiden. Wollen Sie diesen Unterschied wirklich ad absurdum führen? Dann wären wir wieder da wo diese ganze Sache vor über 75 Jahren begann ... Das können Sie nicht ernsthaft wollen! Ich auch nicht. Aber natürlich ist der Kampf gegen Rechts und den Terrorismus auch für den Staat praktisch - unter dem Vorwand diese Dinge zu bekämpfen werden so nach die Bürgerrechte ausgehebelt. DAS ist das eigentlich bestürzende. DAS scheint niemanden groß zu interessieren ...oder?
lukeserious (01.05.2008, 21:56 Uhr)
omg
Is ja direkt lächerlich wie hier alle auf den 'bösen linken' rumhacken. Der Großteil der Leute dort, hat friedlich protestiert, es gibt immer n paar dies übertreiben. Aber immerhin tun die was gegen diese ganzen Naziaufmärsche, was man von der Politik ja nich gerade behaupten kann... Überall wird einem gesagt man soll sich gegen Rechtsradikale wehren usw. (was ja auch völlig stimmt) doch in der Realität siehts dann wieder anders aus. Und die Polizei prügelt doch genauso wahllos auf die Leute ein. Da sind alle gleich. Die Einen werfen Steine, die Andren schlagen mit Schlagstöcken. Nur dass die mit den Schlagstöcken Schilde, Panzerwagen und Wasserwerfer haben um sich zu schützen.
Ich bin froh dass es Leute gibt, die auf die Straße gehen und demonstrieren (abgesehen von den Nazis natürlich).
Lexxy (01.05.2008, 21:46 Uhr)
Wenn ich ...
... einige Kommentare lese wird mir extrem übel.
"Das Anliegen des nationalen Widerstands ist berechtigt und deren Demo" Aber sonst gehts noch ganz gut?
Ich seh es so: Wenn der Braune Mob nicht marschiert braucht er nicht von der Polizei geschützt werden. Is keine Polizei da haben Steinewerfer jeglicher Denkrichtung keine Angriffsfläche. (vllt etwas naiv aber warum nicht.) Und die ach so demokratische NPD ist doch nur ein Deckmäntelchen für verkappte Antidemokraten und Kriminelle.
mfg Lexxy
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