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18. November 2009, 11:01 Uhr

Merkels Gedanken zu Enkes Tod

Der Tod von Robert Enke bewegt auch die Kanzlerin. In einem Interview hat sie sich jetzt mit dem Thema Depressionen auseinandergesetzt - und verhehlt nicht, dass diese nicht nur im Fußball, sondern auch in der Politik tabuisiert werden.

Merkel, Enke, Depressionen

"Wir machen uns was vor": Angela Merkel sprach mit der "Zeit" über Depressionen

Bundeskanzlerin Angela Merkel hofft nach dem Selbstmord von Fußball-Nationaltorwart Robert Enke auf mehr Verständnis für depressive Menschen. Der Tod des 32-Jährigen gebe womöglich vielen Menschen die Möglichkeit, offener über Ängste und psychische Erkrankungen zu sprechen, sagte Merkel der Wochenzeitung "Die Zeit". "Wenn man krank ist oder etwas nicht kann, sollte man es ruhig sagen."

Der Tod des Torwarts, der jahrelang an Depressionen gelitten und sich am Dienstag vor einer Woche vor einen Zug geworfen hatte, habe deshalb so viele Menschen berührt, "weil sich an einem berühmten Beispiel etwas zeigt, wovor viele Angst haben und was viel öfter passiert, als wir es uns vor Augen führen". Sie hoffe, dass nun "Mitmenschen Verständnis für diese Krankheit entwickeln und sie nicht stigmatisieren", sagte die Kanzlerin.

Merkel räumte zugleich ein, dass auch in der Politik psychische Erkrankungen tabuisiert würden: "Die Politik ist immer ein Spiegel der Gesellschaft - einer Gesellschaft, in der über psychische Erkrankungen generell nicht offen gesprochen wird. Aber auch in der Wirtschaft nicht, gerade dort also, wo Menschen sehr hohem Stress ausgesetzt sind." Dabei seien die Unterschiede zwischen gesund und krank sehr klein: "Da machen wir uns in der Gesellschaft etwas vor."

AP
 
 
KOMMENTARE (10 von 23)
 
Administrator (19.11.2009, 10:33 Uhr)
Liebe User,
vielen Dank für Ihre Kommentare. Wir schließen die Debatte an dieser Stelle.

Herzliche Grüße,

Ihre stern.de-Admins

Tempelhofer (19.11.2009, 06:28 Uhr)
@ XenaWilloughby
Die Bundeskanzlerin hat nur auf die Frage eines Journalisten geantwortet. Hätte Sie die Antwort verweigern sollen ?

Ich kann ja verstehen, dass Sie die Politik der Bundesregierung kritisieren wollen, aber es gibt für alles einen richtigen und einen falschen Zeitpunkt. Den Tod von Robert Enke jetzt für Merkel-Bashing zu mißbrauchen ist einfach schlimm.
XenaWilloughby (18.11.2009, 23:46 Uhr)
@ Tempelhofer
wieviel bekommen Sie eigentlich für diese ganzen Kommentare bezahlt?
Es ist wirklich nicht auszuhalten, wie selbst jetzt die Politik diese Themen für ihre eigene Propaganda ausschlachtet, wie nicht selten unsere Kanzlerin ganz vorne. Wie kann man da noch zu ihren Aussagen stehen und sogar anderen Menschen vorwerfen, sie wprden nur an sich denken? Sie denken demnach also nur an Frau Merkel?
Tempelhofer (18.11.2009, 21:45 Uhr)
@ XenaWilloughby
Unglaublich, wie Menschen wie Sie so völlig verrohen können. Leute wie Sie denken immer nur an sich, das Schicksal anderer Menschen interessiert Sie nicht.
Corazito3333 (18.11.2009, 21:20 Uhr)
die Angela tief bewegt und sie findet die richtigen Worte.....
ein blablabla..... die richtigen Worte zum richtigen Zeitpunkt oder meinte die das ernst??????
XenaWilloughby (18.11.2009, 20:40 Uhr)
Merkels Geanken?
wusste gar nicht, dass sie denken kann...
ganz was Neues...
sie treuert wahrscheinlich wieder um einen Steuerzahler weniger den sie melken kann
Mule (18.11.2009, 19:51 Uhr)
Ächz!!!!!!
Es bleibt uns aber auch wirklich nichts erspart !!!!
endbenutzer (18.11.2009, 16:07 Uhr)
Mal gespannt, ob unsere...
...Kanzlerin Herrn Lafontaine ihre Genesungswünsche übermittelt - jetzt wo sie doch so sensibel geworden ist..
knilch_59 (18.11.2009, 14:54 Uhr)
Zelebrierte Trauer
Mit untrüglichem Gefühl für Macht und Wirkung setzt sich unser Kanzlerwesen (m/w) an die Spitze der Bewegung und politisiert und instrumentalisiert den Tod eines Menschen. Auch von ihren christlichen Wurzeln her zeigt sich das perfide Handeln: noch nicht mal im Tod sind wir gleich.
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Nicht der Nationaltorhüter ist in Ausübung seines Amtes und in Repräsentation des Landes gestorben, sondern Herr Enke hat sich selbst in seiner Freizeit das Leben genommen, eine reine Privatsache. Jeder Polizist und erst recht jeder Soldat müsste ansonsten ein Vielfaches der staatlichen Aufmerksamkeit empfangen.
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An der zelebrierten Trauer um Herrn Enke sollten wir die Moral dieses Staates messen, wenn, hoffentlich nicht, aber vermutlich doch, mal wieder ein Staatsdiener in Ausübung seiner Pflicht ums Leben kommt! Bis dahin bleiben sämtliche Auftritte von Politikern aus Anlass des Todes von Herrn Enke peinlich, weil sie nur machttaktischen Spielchen dienen und letztlich die Würde des verstorbenen beschädigen, weil selbst seine Leiche noch etwas zu Nutzen gebracht wird!
Vincent_Vega (18.11.2009, 14:07 Uhr)
@Magritt1: Die Aussage der Frau war naiv???
Na, dann scheinen Sie ja noch nioe die Liebe kennengelernt zu haben, denn die läßt glauben, dass man zusammen alles durchstehen kann.
Schade, wieder ein trauriges verschwendetes Leben, schnief!

Weitehin ist doch zu dem Fall zu sagen, dass Robert Enke -und Frau -eben doch Hilfe gesucht haben. Er war in BEHANDLUNG.
Wer das noch nicht mitbekommen hat, hat die ganze Zeit geschlafen und sich nicht ansatzweise mit dem Fall auseinandergesetzt.
Sie war zwar anscheinend nicht direkt vor der Haustür - Hannover liegt ja nicht gerade direkt neben Köln - aber er hat sie wohl über Jahre aufrecht gehalten.
Und warum ein Kölner Psychologe? Ganz einfach; wer sich wegen dieser Krankheit schämt - man könnte ja als Weichei verschrien werden - geht nicht zum Psychodoc um die Ecke, wo man sofort erkannt wird.
Ich würde nicht mal behaupten, dass die Gesellschaft wirklich kälter geworden ist; vielleicht sind eher die Umstände geändert und die Ansprüche gewachsen in unserer kleinen Welt, die sich westliche Zivilisation nennt.
Und die Kirchen? Was sollen die denn mit Seelsorgern alter Prägung erreichen? Wie sah denn die Seelsorge aus bei den Katholischen und evangelischen Kirchen? "Bete und bitte knierutschend um Vergebung" . Die Leute von heute haben auch keine Zeit mehr für sowas: arbeiten, konsumieren und abends relaxen vorm Prekariats-TV der Privaten und dem Geronten-Fernsehen der Öffentlich-Rechtlichen.

Zum Schluss: wenn jemand (wie die Merkel) zum Tod von Enke befragt wird, wird er/sie wohl noch antworten dürfen.
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