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14. September 2007, 18:58 Uhr

Kate McCann fand Maddie "zu lebhaft"

Im Fall der verschwundenen Maddie verdächtigt die Polizei die Eltern, ihre Tochter versehentlich mit Beruhigungsmittel getötet zu haben. Tagebucheinträge der Mutter könnten den Verdacht untermauern: Sie war offenbar von der "Lebhaftigkeit" ihrer Tochter erschöpft.

Kate McCann soll ihrem Tagebuch anvertraut haben, dass sie mit Maddie überfordert war© Denis Doyle/Getty Images

Halb Europa rätselt, was mit der kleinen Maddie passiert sein könnte: Ist sie Opfer eines Gewaltverbrechens geworden? Hat sie ein Pädophiler verschleppt? Oder haben ihre eigenen Eltern sie aus Versehen mit einer Überdosis Beruhigungsmitteln getötet? Tagebucheinträge der Mutter Kate McCann lieferten nun Futter für letztere Theorie.

Mutter war "erschöpft" von Maddie

Nach Angaben der portugiesische Zeitung "Correio da Manhá" habe die Polizei das Tagebuch bereits vor zwei Monaten bei einer Hausdurchsuchung beschlagnahmt und erst jetzt ausgewertet. Aus Polizeikreisen erfuhr das Blatt auch, dass Kate McCann offenbar eine müde Mutter war, "erschöpft" durch ihre Kinder - hysterische Kinder. Besonders die kleine Madeleine und deren "übermäßige Lebhaftigkeit" habe sie ausgelaugt - so ist es zumindest in der "Correio da Manhá" zu lesen.

Und auch die Tageszeitung "Publico" schreibt, dass das Tagebuch der Mutter zeige, "dass sie sehr mit der Aufgeregtheit der Kinder beschäftigt war - und ihrem Unvermögen, sie zu disziplinieren". Sollten die in der "Correio da Manhá" und "Publico" abgedruckten Aussagen authentisch sein, würde dies ein ganz neues Licht auf den Fall werfen.

Die ganze Welt litt mit

Über vier Monate ist es her, dass am 3. März die dreijährige Madeleine McCann in Portugal spurlos verschwand. Eine riesige Medienlawine wurde kurz darauf losgetreten, als ihre Eltern mit dem Fall an die Öffentlichkeit gingen. Promis wie die Autorin Joanne K. Rowling wurden auf den Fall aufmerksam und setzten eine Belohnung aus. Fußballstar David Beckham appelliert an die Bevölkerung, bei der Suche nach Madeleine mitzuhelfen. Und sogar Papst Benedikt XVI. sprach den McCanns bei einer Generalaudienz Trost zu. Die ganze Welt fühlte mit den verzweifelten Eltern der kleinen Maddie.

Doch dann bekam der Fall eine neue, überraschende Wende. Am 06. September wird Maddies Mutter elf Stunden lang von der portugiesischen Polizei verhört. Die Ermittler hielten es plötzlich für möglich, dass die Eltern ihre Tochter versehentlich mit einer Überdosis Beruhigungsmitteln getötet haben könnten. Kurz darauf erklärt die Polizei die McCanns offiziell zu Verdächtigen. Ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt veröffentlicht das portugiesische Blatt "Correio da Manhá" Auszüge aus dem Tagebuch.

Ihr Mann war keine Hilfe

Darin beklage sich Kate McCann, laut "Correio da Manhá", aber nicht allein über ihre Kinder, sondern auch über ihren Mann Gerry. Bei den familiären Aufgaben sei er ihr keine Hilfe. Die Verantwortung für Maddie und ihre Geschwister Amelie und Sean hänge an ihr allein. Auch Einzelheiten über den 3. Mai, dem Tag, an dem Maddie verschwand, soll Kate McCann ihrem Tagebuch anvertraut haben. Sie gestehe darin zwar kein Verbrechen, aber beschreibe die Stunden vor und die Wochen nach dem Verschwinden Maddies.

Zeitleiste: Der Fall Madeleine

Diese Details sind es, die offenbar auch die portugiesische Polizei interessieren. Mit Hilfe der Tagebucheinträge sollen die Aussagen der McCanns auf Ungereimtheiten und Widersprüche untersucht werden. Die Ermittlungsbeamten haben Auszüge bereits zu einem Bericht zusammengefügt. Allerdings dürfen sie diesen gemäß dem portugiesischen Gesetz nicht für eine Anklage verwenden - es sei denn, sie werden durch den Untersuchungsrichter Pedro Danielo dos Anjos Frias freigegeben.

hes/spi
 
 
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