. .
Panorama-Nachrichten
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
1. März 2010, 14:52 Uhr

Kranker Amerikaner stirbt nach 30 Stunden Wartezeit

Weil ihr Freund starke Bauchschmerzen hat, ruft Sharon Edge in den frühen Morgenstunden den Notarzt. Die Zentrale ignoriert den Notruf, auch nach 13 Anrufen bekommt Curtis Mitchell keine Hilfe. 30 Stunden später ist er tot - und die Feuerwehr kommt binnen zwei Minuten.

USA, Pittsburgh, Curtis Mitchel, Sharon Edge, Warten, 30 Stunden Wartezeit, tot, Tod, Schnee, Schneewehen

Obwohl Rettungswagen in der Nähe des Hauses waren, suchten die Sanitäter den Patienten nie auf© Jewel Samad/AFP

Viele Stunden hatten sie schon gewartet, doch schließlich wurde es zu viel: Weil ihr Freund unter fürchterichen Bauchschmerzen litt, rief Sharon Edge in den frühen Morgenstunden des 6. Februar den Notarzt. "Hilfe ist unterwegs", versprach man ihr am Telefon, als Sharon Edges Notruf die Einsatzzentrale erreichte. Doch Edge wartete vergeblich. Heftiger Schneefall legte in jener Nacht das Leben in Pittsburgh praktisch lahm, in der Zentrale wird der Notruf fahrlässig ignoriert. Etwa 30 Stunden und etliche Anrufe später war ihr Lebensgefährte, der 50-jährige Curtis Mitchell, tot.

Der ehemalige Stahlarbeiter, der wegen Depressionen erwerbsunfähig war, litt an einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse, wie Edge sagt. Erst Ende Januar habe er deswegen neun Tage im Krankenhaus verbracht. Am Morgen des 5. Februar, einem Freitag, erwachte Mitchell mit starken Schmerzen. Zunächst versuchte er, diese mit Medikamenten in den Griff zu kriegen. In der Nacht zum Samstag - zwischenzeitlich waren wegen des Wintersturms Strom und Heizung ausgefallen - wählte Edge schließlich die Notrufnummer 911.

Wie aus den Aufzeichnungen hervorgeht, wurde er nicht als Notfall eingestuft - ein fataler Irrtum, aber nicht der einzige Fehler, wie sich später herausstellte. So wurden beispielsweise die Informationen über Mitchell beim Schichtwechsel in der Einsatzzentrale nicht weitergegeben, was dazu führte, dass jeder Anruf als neues Ereignis galt.

Krankenwagen nur wenige hundert Meter entfernt

Mindestens zwei Mal war ein Krankenwagen nur wenige hundert Meter von Mitchells Zuhause entfernt. Doch nach Angaben der Fahrer konnten sie wegen hohen Schnees nicht die schmale Brücke über die Eisenbahngleise überqueren, die zu dem Haus führt. Stattdessen wurde Mitchell gesagt, er müsse durch den Schnee zum Krankenwagen laufen. Umgekehrt machten die Sanitäter aber keine Anstalten, selbst zu Fuß zu dem Patienten zu gelangen. Ein anderer Krankenwagen kam sogar über die Brücke und war nur noch einen Häuserblock von Mitchell entfernt. Doch auch in diesem Fall hielten es die Rettungskräfte nicht für nötig, den Rest der Strecke - etwa hundert Meter - zu Fuß zurückzulegen.

"Wir haben diesen Patienten im Stich gelassen", räumt Michael Huss, Stadtdirektor für öffentliche Sicherheit, ein. Das Verhalten der Rettungskräfte sei inakzeptabel, denn wären sie zu Mitchell gelaufen, hätte dieser vermutlich überlebt. Den sechs beteiligten Sanitätern drohen laut Huss nun arbeitsrechtliche Konsequenzen. Für Sharon Edge dürfte das kein Trost sein. Sie und Mitchell lernten sich vor acht Jahren kennen, ausgerechnet in der Notaufnahme. "Seitdem hingen wir aneinander wie Klebstoff", sagt die 51-Jährige. Vor einigen Jahren zogen sie in das kleine Reihenhaus in Hazelwood. Im April wollten sie heiraten.

Insgesamt 14 Telefonate

Ein Auto besaß das Paar nicht. Ein Nachbar hatte noch angeboten, Mitchell ins Krankenhaus zu bringen, aber sein Wagen war völlig eingeschneit. Also wählte Edge den Notruf. Insgesamt gab es 14 Telefonate mit der Einsatzzentrale. Zum letzten Mal wählte Edge am 7. Februar kurz vor acht Uhr morgens die 911. "Ich glaube, mein Mann ist tot. Oh Gott, oh Gott", schluchzte sie. Der Mitarbeiter am anderen Ende der Leitung versuchte, die verzweifelte Frau zu beruhigen, und fragte nach Adresse und Telefonnummer. "Ich habe jetzt drei Tage versucht, einen Krankenwagen hierher zu kriegen. Er hatte Magenschmerzen", sagte Edge. Das Gespräch dauerte nur kurz: Innerhalb von zwei Minuten war die Feuerwehr vor Ort.

AP
 
 
KOMMENTARE (5 von 5)
 
allesklar (02.03.2010, 02:59 Uhr)
kuemmert hier keinen republicaner..
was wirklich sache ist. traurig aber irgend etwas stimmt hier nicht!
tepes (01.03.2010, 16:56 Uhr)
@Motzerator
selten so ein Mist gelesen und das bei diesen ganzen Kommentare auf stern.online....
hab selber Fallout3 gespielt, hab auch die Erweiterung the Pitt durch-das ich dein Kommentar nicht nachvollziehen kann, liegt aber sicher nicht an dem Spiel.

Ne tipp an dich: weniger vor der Xbox, PC oder PS3 sitzen! Nicht das du noch Amok läufst und die Medien, Politiker und Co über die Games herziehen ;)
KBee (01.03.2010, 16:55 Uhr)
dann waren wir mal
auf die tolle Kopfpauschale unserer Neoliberalen und schauen, was hierzulande so passiert.
Jazebel (01.03.2010, 16:43 Uhr)
oooookayyyyy. Aber du weißt schon das Computerspiele nicht die Realität 1:1 abbilden? Huch, fast hätte mich ein Ork platt gemacht, muss wohl ein bissl leveln statt gleich auf Arbeit zu gehen ;-)
Motzerator (01.03.2010, 16:36 Uhr)
The Pitt
Was man von de Stadft Pittsburgh zu halten hat kann jeder in der Fallout III - Erweiterung "The Pitt" selber erleben. Scheint wirklich eine böse Fallgrube zu sein, auch im realen Leben. Soviel zum Thema Serviceparadies USA!
 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe