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15. Juli 2009, 06:58 Uhr

Zwölf Polizisten gefoltert und getötet

Unvorstellbare Brutalität: In Mexiko sind die Leichen von zwölf Polizisten an einer Autobahnausfahrt gefunden worden. Die Ermittler vermuten, dass sie Opfer des Drogenkrieges wurden und sich ein Rauschgiftkartell rächen wollte. Die Beamten wurden offenbar gefoltert und dann hingerichtet.

Drogenkrieg, Mexiko, Polizei, Leichen, Straße

Die zwölf Leichen waren bereits am Montag gefunden worden© Agencia Quadratin/AFP

Im Drogenkrieg in Mexiko sind zwölf Bundespolizisten grausam getötet worden. Die Beamten hätten in der Region ermittelt und seien dann in einen Hinterhalt geraten, sagte ein Sprecher des Ministeriums für öffentliche Sicherheit am Dienstag. Die elf Männer und eine Frau wurden nach Angaben der Polizei offenbar gefoltert, bevor sie hingerichtet wurden.

Die Körper waren an einer Autobahnausfahrt nahe der Stadt La Huacana im westmexikanischen Bundestaat Michoacán von Unbekannten abgelegt worden. Alle seien mit einem Genickschuss getötet worden, teilten die Ermittler mit. Die Toten waren am Montag entdeckt worden.

Die mexikanischen Behörden schrieben die Tat dem Rauschgiftkartell "La Familia" zu. Nach der Inhaftierung eines führenden Mitglieds des Kartells hatten am Wochenende Mitglieder der Bande in Michoacán acht Wachen der Bundespolizei mit großkalibrigen Waffen und Granaten angegriffen. Dabei wurden drei Polizisten und ein Angreifer getötet.

Seit 2006 führt die Regierung mit 36.000 Polizisten und Soldaten eine Offensive gegen die Drogenkartelle im Land, die um die Kontrolle über die lukrativen Drogen-Schmuggelrouten in die USA kämpfen. Allein seit vergangenem Jahr wurden in dem Drogenkrieg mehr als 7700 Menschen getötet.

DPA/AFP/AP
 
 
KOMMENTARE (10 von 16)
 
Celebrator (15.07.2009, 13:09 Uhr)
@misantro
Sorry .. hab Deinen Beitrag vorher nicht gelesen!
ZUSTIMMUNG!!
Celebrator (15.07.2009, 13:08 Uhr)
Lösungsansatz
Die Geschichte hat schon oft gezeigt, dass Verbote (Prohibition, Cannabisverbot, Kokain, LSD und und und…) ZWANGSLÄUFIG zu einer Bildung mächtiger mafioser Strukturen geführt hat.
Daran wird sich auch nie etwas ändern!
Der Staat wendet Abermillionen für die Bekämpfung auf und muss für die Folgen des illegalen Konsums Jahr für Jahr wieder blechen – anstatt durch kontrollierte Abgabe Steuern zu bekommen durch Aufklärung und sinnvolle Kontrolle die ganze Sache aus dem kriminellen „Keller“ zu holen. Was übrigens auch vielen Süchtigen ein erträgliches Maß an Normalität geben würde. Reduzierung der Beschaffungskriminalität und (Re-)Sozialisierung wären aus meiner Sicht die Folge.
Ich denke, dass HEUTE die Verfügbarkeit sämtlicher illegaler Substanzen so stark verbreitet ist, dass ein kontrollierter und begrenzter legaler Zugang sogar sinnvoller erscheint.
Aber die konservativen Moralapostel (die abends gern auch mal ein Fläschchen Roten „petzen“), Bibelzitierer und VOR ALLEM Politiker, hohe Beamte und Lobbyisten, die am illegalen Handel schön mitverdienen – werden das schon zu verhindern wissen.
So lange es so bleibt wird es viele Todesopfer auf Seiten der einfachen Polizisten, die während sie ihren Job tun sterben, auf Seiten der Armen, die keine andere Möglichkeit haben – als sich den Kartellen anzuschließen, um über die Runden zu kommen und auf Seiten der Leute, die sich am Bahnhof „verkaufen“ um den Dealer zu bezahlen.
misantro (15.07.2009, 12:31 Uhr)
Drogen legalisieren
Am Beispiel der Prohibition in den USA kann man sehen wohin Verbote führen. Die Drogen werden immer einen Weg zu ihren Konsumenten finden, so oder so. Und wenn Regierungen härter durchgreifen, ziehen Drogenkartelle nach. Wer verdient an den Verboten? Drogenbosse und korrupte Staatsdiener. Verlierer sind alle anderen, Konsumenten sowieso aber auch Nichtkonsumenten wie ich. Warum? Weil ich durch meine Steuern die Antidrogenpolitik finanzieren muss, außerdem gehen dem Staat enorm hohe Steuereinnahmen flöten, da die Drogen illegal vermarktet werden.
Wie gesagt, die Drogen finden ihre Konsumenten, legal oder illegal. Übrigens, PC-Spiele haben ein hohes Suchtpotiential, was sollen wir jetzt machen? Verbieten?
Administrator (15.07.2009, 12:21 Uhr)
Liebe User,
Aufrufe zur Gewalt werden gelöscht. Auch wenn diese ironisch gemeint sind. Bitte diskutieren Sie sachlich.
Herzliche Grüße,
Ihre stern.de-Admins
Bebuquin (15.07.2009, 12:14 Uhr)
@Gaiwa
"Also einige Kommentare sind ja unfassbar naiv... als ob sie alle zusammen in einem großen Haus leben würden und man wäre einfach nicht auf die Idee gekommen mal die Polizei oder das Militär hin zu schicken. Und angebaut wird in Mexico nichts. Oder soll Mexico jetzt Militärschläge gegen Bolivien, Kolumbien und Peru starten? Einfach mal quer rein bomben?
Und wozu wilde Angriffe in bewohnten Gebieten führen sieht man ja in Brasilien zum Teil. Man muss gegen die Gewalt vorgehen, aber auf Rambo-Art bringt wohl eher wenig..."
--> Das hat nichts mit Naivität zu tun, sondern ist eine Konsequenz aus dem Versagen bzw. Fehlen eines Rechtsstaats und der enormen Skrupelosigkeit des organisierten Verbrechens.
.
Deshalb habe ich persönlich kein Problem, wenn man mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln in sinnvoller, effektiver und möglichst effizienter Weise gegen diese Menschen mit der nötigen Härte vorgegangen wird.
Dies kann militärisch sein, aber auch durch Vernichtung der Absatzmärkte für Drogen geschehen, indem man z.B. unter streng kontrollierten Bedingungen von Seiten des Staats an bereits stark drogensüchtige Menschen Drogen verteilt. (I.d.R. sollte dies nur bei stark körperlich abhängig machenden Drogen wie Heroin nötig sein. Aber es würde bei konsequenter Durchführung den Markt für diese Drogen zerstören.)
Gaiwa (15.07.2009, 11:47 Uhr)
Naiv
Also einige Kommentare sind ja unfassbar naiv... als ob sie alle zusammen in einem großen Haus leben würden und man wäre einfach nicht auf die Idee gekommen mal die Polizei oder das Militär hin zu schicken. Und angebaut wird in Mexico nichts. Oder soll Mexico jetzt Militärschläge gegen Bolivien, Kolumbien und Peru starten? Einfach mal quer rein bomben?
Und wozu wilde Angriffe in bewohnten Gebieten führen sieht man ja in Brasilien zum Teil. Man muss gegen die Gewalt vorgehen, aber auf Rambo-Art bringt wohl eher wenig...
Celebrator (15.07.2009, 11:43 Uhr)
@Bebuquin - Liegt doch auf der Hand..
..die Erklärung!
KORRUPTION!!!
Es gibt eine ganze Menge "ehrwürdiger" Politiker und Entscheider, die prächtigst am Geschäft mitverdienen - und die Hand, die einem schwarzen Kaviar und Champanger gibt - SCHLÄGT man nicht.
Die Welt sieht nun, dass etwas dagegen getan wird - MIT UNERTRÄGLICHEN Opfern! Aber das Kernproblem bleibt.
Garnet (15.07.2009, 11:29 Uhr)
Da hilft weder Legalisierung noch Todesstrafe!
Mexiko ist einschlaegig fuer seine abgrundtiefe Korruption, seine Entfuehrungskartelle und Drogenbanden bekannt. Mexiko ist ein "failed State" nur muehsam von den USA ueber Wasser gehalten um eine Flucht von Millionen nach Norden zu vermeiden. Der Kollaps Mexikos ist nicht aufzuhalten. Mit Drogen oder ohne.
STR_EDDS (15.07.2009, 10:51 Uhr)
??
Was bitte soll dieser Leichenberg illustrieren? Muss so etwas sein? Da kloppt sich die Politik um "Killerspiele" und hier werden stapelweise reale Tote, abrufbar für jede Altersgruppe, zur Schau gestellt. Bäh!
klabautermann79 (15.07.2009, 10:15 Uhr)
Schockierend
Einfach nur schockierend. Wie soll man dem nur Herr werden? Skrupellose Drogenkartelle, korrupte Beamte und seit letztem Jahr an die 8000 Todesopfer. Dieser Krieg wird nicht zu gewinnen sein, weil die Kartelle bei jedem kleinen Sieg der Polizei doppelt so hart zurück schlagen werden. Respekt verschafft sich unten den Drogenbaronen nur, wer so brutal und abscheulich wie möglich vorgeht. Was jetzt dort abgeht, wird noch lange nicht der Gipfel gewesen sein.
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