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Mindestens 35 tote Häftlinge nach Aufstand im Gefängnis

In Venezuela ist die Lage seit mehreren Wochen dramatisch. Nach den blutigen Protesten im April gibt es nun erneut zahlreiche Tote bei einem Aufstand in einem abgelegenen Gefängnis in der Amazonasregion.

Einsatzkräfte blockieren den Zugang zum Gefängnis in Puerto Ayacucho, im Amazonasgebiet Venezuelas.

Einsatzkräfte blockieren den Zugang zum Gefängnis in Puerto Ayacucho, im abgelegenen Amazonasgebiet Venezuelas

In Venezuela sind bei einer Meuterei in einem Gefängnis und Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften über 35 Menschen getötet worden. Das teilte der Gouverneur des Bundesstaates Amazonas, Liborio Guarulla, am Mittwoch auf Twitter mit.

Die Generalstaatsanwaltschaft Venezuelas sprach von 37 Toten. Demnach kam es zu den Todesfällen, als das Gefängnis gestürmt wurde. Es soll auch 14 Verletzte unter den Sicherheitskräften geben.

Spezialeinheiten hätten das Gefängnis in Puerto Ayacucho rund 700 Kilometer südlich der Hauptstadt Caracas gestürmt. In der Haftanstalt saßen 105 Häftlinge, die Region liegt sehr abgelegen im tropischen Regenwaldgebiet. Laut Zeugenberichten soll es zu wilden Schießereien zwischen Sicherheitskräften und Gefangenen gekommen sein, auch Militäreinheiten sollen beteiligt gewesen sein.

Hungernde Häftlinge in Venezuelas Gefängnissen

Die Sicherheitslage im Land mit den größten Ölreserven ist extrem angespannt, die Lage in den Gefängnissen wegen der dramatischen Versorgungslage katastrophal. Immer wieder werden dort auch Waffen hineingeschmuggelt. Zuletzt kam es gehäuft zu Aufständen wegen der schlechten Lage, viele Häftlinge sind abgemagert.

Die Opposition und Dutzende Staaten werfen dem sozialistischen Präsidenten Nicolás Maduro vor, das Land in eine Diktatur zu verwandeln. Bei Protesten kamen seit Anfang April über 120 Menschen ums Leben, seit Tagen versuchen die Sicherheitskräfte mit noch mehr Repression Proteste zu unterdrücken. Eine von Maduro eingesetzte Verfassungsgebende Versammlung, die als übergeordnetes Staatsorgan das von der Opposition dominierte Parlament entmachtet hat, berät über neue Höchststrafen - demnach könnten für schwere Verbrechen und "Vaterlandsverrat" künftig bis zu 50 Jahre Gefängnis drohen.

sve/DPA

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