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Hamburg stimmt 198-Millionen-Angebot zu

Die Stadt Hamburg und der Baukonzern Hochtief wollen gemeinsam die Elbphilharmonie zu Ende bauen. Der Hamburger Senat akzeptiert dafür eine letzte Kostensteigerung.

  Seit einem Jahr geschieht auf der Baustelle nichts.

Seit einem Jahr geschieht auf der Baustelle nichts.

Trotz jahrelangen Streits um Kostenexplosionen und Zeitverzögerungen will die Stadt Hamburg die Elbphilharmonie mit dem Baukonzern Hochtief gemeinsam zu Ende bauen. Hochtief habe der Stadt ein Angebot gemacht, das spektakuläre Konzerthaus im Hafen für 198 Millionen Euro Mehrkosten zusammen mit den Architekten Herzog & de Meuron zu Ende zu bauen, sagte Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) am Samstag nach einer Sondersitzung des Senats. Gleichzeitig verzichtet Hochtief auf sämtliche Nachforderungen und übernimmt das alleinige Risiko. "Das ist ein Vorschlag, der wirtschaftlich vernünftig ist und falls es teurer wird, sind es nicht die Risiken der Stadt, sondern die von Hochtief", sagte Scholz.

"Die Verhandlungen waren sehr kompliziert. Es ging um die Frage, wie kommt man eigentlich zusammen?", gab der Bürgermeister zu. Noch in der Vorwoche hätte es so ausgesehen, als ob man Hochtief kündigen werde. Jetzt will die Stadt das Konzerthaus grundsätzlich mit Hochtief zu Ende bauen, die Verträge sollen bis zum 28. Februar 2013 unterschrieben werden. Damit werde das Gebäude im Hafen die Steuerzahler nun insgesamt 575 Millionen Euro kosten, Hotel und Parkhaus inklusive, statt der ursprünglich veranschlagten 77 Millionen Euro. Die Übergabe des Gebäudes soll im Juli 2016 erfolgen, die Eröffnung verschiebt sich nochmals auf Frühjahr 2017.

Seit einem Jahr ruhen die Bauarbeiten

Der Vorstandsvorsitzende von Hochtief, Marcelino Fernández Verdes, mit dem Scholz bis zum Schluss verhandelt hat, begrüßte die Entscheidung: "Die Neuordnung des Projekts wird möglich, weil alle Parteien zu weitgehenden finanziellen Zugeständnissen bereit sind." Hochtief werde "viele Millionen Euro aufwenden, umfassende Garantien abgeben und viel mehr Verantwortung übernehmen, um die Elbphilharmonie so schnell und so gut wie möglich zu realisieren". Im Gegenzug erhielten alle Seiten die nötige Klarheit über die Kosten.

Seit Jahren streiten sich die Stadt und der Baukonzern über explodierende Kosten und Zeitverzögerungen beim Bau der Elbphilharmonie. Seit einem Jahr ruhen die Bauarbeiten nahezu vollständig. Anfangs sollte das Konzerthaus die Steuerzahler nur 77 Millionen Euro kosten und 2010 fertig sein. Nach neuer Planung soll es jetzt bis zum 31. Oktober 2016 abnahmereif fertiggestellt werden; die Eröffnung ist für Frühjahr 2017 geplant.

DPA/DPA

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