Affäre Strauss-Kahn ad acta gelegt

10. Dezember 2012, 20:35 Uhr

Es war der Skandal des Jahres 2011, wochenlang erregten der Ex-IWF-Chef und das Zimmermädchen Aufsehen: Nun hat ein New Yorker Gericht die Affäre Strauss-Kahn ohne großes Tamtam abgeschlossen.

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Das Zimmermädchen Nafissatou Diallo und ihr Anwalt Kenneth P. Thompson in New York.©

Gut anderthalb Jahre nach der spektakulären Festnahme von Dominique Strauss-Kahn in New York ist der Fall um eine angebliche Vergewaltigung abgeschlossen. Die Anwälte des früheren IWF-Chefs unterschrieben am Montag eine Einigung mit den Vertretern des Zimmermädchens Nafissatou Diallo, das dem Franzosen erzwungenen Sex vorgeworfen hatte. Details des Papiers wurden nicht bekannt. Medienberichten zufolge hat Strauss-Kahn eine Millionensumme gezahlt, um die Affäre endlich hinter sich zu bringen.

"Die Vertreter beider Seiten haben vor zehn Minuten eine Einigung in meinem Richterzimmer unterzeichnet", sagte Richter Douglas McKeon. "Der Fall ist damit abgeschlossen", fügte er hinzu. Das gilt auch für Diallos Klage gegen die "New York Post". Die Zeitung hatte Diallo in Zusammenhang mit Prostitution gerückt. "Auch hier wurde eine Einigung erzielt", sagte McKeon. Einzelheiten nannte der Richter nicht. Es sei Vertraulichkeit vereinbart worden.

Amerikanische und französische Medien hatten berichtet, dass die Einigung eine Zahlung von sechs Millionen Dollar (rund 4,6 Millionen Euro) an Diallo beinhaltet. Dafür gab es aber keinerlei Bestätigung. Auch Diallo und ihre Anwälte äußerten sich nicht. Die Frau sagte nach der Verhandlung nur "Gott schütze Euch alle" zu der versammelten Menge. Ihr Anwalt Kenneth Thompson sagte, Diallo habe ihren Glauben nie verloren. Dann verschwanden beide ohne weitere Worte.

Strauss-Kahn flüchtet vor Fotografen

Strauss-Kahn selbst war am Montag in Paris. Der sichtlich genervte Franzose wurde von mehreren Fotografen und Kamerateams auf einer Straße in der französischen Hauptstadt abgefangen. Schnellen Schritts versuchte der leger gekleidete Strauss-Kahn, dem einen Team zu entkommen, um direkt den nächsten Fotografen vor die Kameras zu laufen. Ein Statement verweigerte der gestikulierende 63-Jährige.

Diallo hatte Strauss-Kahn, damals einer der mächtigsten Männer der Welt, vor 19 Monaten vorgeworfen, sie nackt in seinem New Yorker Hotelzimmer überfallen und zum Oralsex gezwungen zu haben. Strauss-Kahn bestritt zunächst jeden Kontakt, räumte dann aber einen sexuellen Kontakt ein. Der sei zwar für ihn als Ehemann moralisch verwerflich, aber einvernehmlich gewesen.

Strauss-Kahn war noch am Flughafen verhaftet und nach anfänglicher Einzelhaft unter strengsten Hausarrest gestellt worden. Als Zweifel an der Glaubwürdigkeit Diallos laut wurden, schlug die New Yorker Staatsanwaltschaft ihre eigene Anklage nieder. Der heute 63-jährige Ex-Politiker hatte über die Affäre aber sein Amt und die Chancen auf die französische Präsidentschaft verloren.

Später trennte sich auch seine Frau von Strauss-Kahn, der in Frankreich auch DSK genannt wird. Der Spitzenpolitiker hatte Diallo nach seinem Karriereknick auf eine Million Dollar wegen Rufschädigung verklagt. Auch dieses Verfahren ist mit der New Yorker Einigung vom Montag bei den Akten.

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