Bankräuber bluffte mit Mehl statt Bombe

22. Dezember 2012, 19:09 Uhr

Der Mann, der in einer Berliner Bank zehn Stunden eine Geisel in seiner Gewalt hatte, war nicht ungefährlich. Doch seine Waffen entpuppten sich am Ende als Schreckschusspistole und drei Kilo Mehl.

Der Plan war einfach: In eine Bank gehen, eine Kontoeröffnung vortäuschen, dann Geld erpressen und drei Tage vor Weihnachten mit großer Beute fliehen. Doch dieser Plan eines 29-Jährigen aus Wolfsburg gipfelte in einem fast zehnstündigen Geiseldrama samt Bombendrohung, das erst am frühen Samstagmorgen unblutig beendet werden konnte. Am Samstagabend erließ ein Richter den erwarteten Haftbefehl wegen erpresserischen Menschenraubes, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Simone Herbeth, der Nachrichtenagentur dpa. Das Motiv blieb zunächst unklar, der Mann sei wohl verschuldet und zuvor schon häufiger in Berlin gewesen.

13 Stunden, nachdem die Geisel frei und der Täter festgenommen waren, informierten Polizei und Staatsanwaltschaft über den Verlauf und die ersten Ermittlungsergebnisse. Nach 15.30 Uhr hatte der Mann demnach am Freitag eine Filiale der Deutschen Bank in Berlin-Zehlendorf betreten, in der er bereits am Vortag gewesen war. Denn eigentlich sei die Tat bereits für Donnerstag geplant gewesen. Der Mann habe eine Schreckschusspistole bei sich gehabt und eine blaue Sporttasche, deren Inhalt er als Bombe deklarierte. Sie war - wie sich später herausstellte - mit drei Kilogramm Mehl gefüllt.

Erst 100.000 Euro, dann eine Million Euro

Er ließ sich von einem 40 Jahre alten Bankmitarbeiter, der späteren Geisel, zu einem Beratungstisch führen, um angeblich über eine Kontoeröffnung zu sprechen. Doch dann verlangte er 100.000 Euro, zeigte dabei seine Pistole. "Er hatte gedacht, er würde genügend Druck in der Bank aufbauen können, um dann mit einer erklecklichen Summe das Gebäude zu verlassen", schilderte der Einsatzleiter aus der späteren Aussage des Festgenommenen.

Doch es kam anders: Der Bankmitarbeiter reagierte geistesgegenwärtig und rief den Filialleiter an, da er das bei solchen Summen tun müsse. Dieser rief die Polizei an und alarmierte die übrigen Bankmitarbeiter, die das Gebäude daraufhin verließen. Als der Täter erkannte, dass die Polizei umgehend eingeschaltet worden war, forderte er zügig erst eine halbe Million Euro und dann eine Million für die Freilassung des 40-Jährigen.

Während der fast zehn Stunden bis zur Aufgabe habe er die Geisel "sehr anständig" behandelt, sagte Einsatzleiter Jochen Sindberg. Er habe stets betont, dass er dem Mann nichts antun wolle. Im Verlauf der Verhandlungen habe der Geiselnehmer auch signalisiert, "dass er selber mit der Situation nicht so glücklich ist". Auch daher gab er schließlich auf.

Zum Thema
Panorama
Spende sucht soziale Helden
Aktion Deutschlands Herzschlag: Hier können Sie sich bewerben! Aktion Deutschlands Herzschlag Hier können Sie sich bewerben!
Noch Fragen?

Neue Fragen aus der Wissenscommunity

  von Gast 104849: ist es möglich mit 58 Jahren (weibl.) angestellt zu werden?

 

  von hacalu: Bin zur Zeit arbeitslos, bekomme 21 Tage urlaub. Warum wird Samstag und Sonntag als Urlaubstag mit...

 

  von Gast 104798: Lohn für Wiedereinsteiger als Elektriker. Wie hoch ist der Stundenlohn?

 

  von moonlady123456: Flash-Player deinstallieren wegen Sicherheitslücke...?

 

  von Gast 104778: Sim -Karten Wechsel

 

  von Gast 104762: Ich habe bereits einen Minijob, kann man einen zweiten über seinen Ehepartner anmelden ?

 

  von Gast 104747: Wo werden Wrangler Jeans hergestellt

 

  von Gast 104735: Hausbau, steuerliche Vorteile oder auch Nachteile

 

  von Labia: Krankheitsbild

 

  von Amos: Rauchen auch auf dem Balkon bald verboten? Rauchen nur noch im Keller unter Luftabschluß?

 

  von Amos: Ich kapiere es einfach nicht: hätte ich 100.000 Schweizer Franken: wären das jetzt mehr oder...

 

  von StechusKaktus: Was genau kauft die EZB im Rahmen des QE an?

 

  von blog2011: Problem mit dem Downloadhelper auf YouTube im Firefox-Browser

 

  von bh_roth: Gibt es mehr als einen Bundespräsidenten??

 

  von Gast 104252: Umzug eines Hartz iv-Empfängers in das elterliche Haus

 

  von wiesse: Muss ein Inkassobüro den Nachweis erbringen, dass sie den Auftrag vom Auftraggeber erhalten haben

 

  von Reinhard49: wie hoch ist die Kfz-Steuer bei Dieselfahrzeugen

 

  von Gast 104125: Warum weht der Wind VOM Tiefdruckgebiet her ? Zum Luftdruckausgleich müsste ein Tief doch eher...

 

  von Celsete: Muss man sich mit dem System Hartz IV abfinden?

 

  von Amos: Hörte eben: the Secretary General für den Uno-Generalsekretär. Wieso ist das umgekehrt wie im...