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18. Juni 2009, 10:56 Uhr

Geiseln riefen noch um Hilfe

Vergeblicher Hilferuf in letzter Sekunde: Während ihrer Entführung haben die deutschen Geiseln im Jemen offenbar noch am Telefon um Hilfe gerufen. Laut der Zeitung "Yemen Times" ging der Anruf an eine Krankenschwester in Saada, die mit den Geiseln im Dschumhuri-Hospital zusammengearbeitet hat.

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Die Leichen der drei getöteten weiblichen Geiseln wurden zur Obduktion in die Hauptstadt Sanaa gebracht© Yahya Arhab/DPA

Die im Jemen vermissten deutschen Geiseln sollen noch während des Überfalls durch die Entführer einen telefonischen Hilferuf abgesetzt haben. Das berichtet die Zeitung "Yemen Times" unter Berufung auf einen Informanten in der Provinz Saada. Dort waren die sieben Deutschen zusammen mit einer Koreanerin und einem Briten am Freitag vergangener Woche verschleppt worden.

Den Angaben zufolge riefen sie eine jemenitische Krankenschwester in Saada an, die danach die lokalen Behörden und die Anführer der schiitischen Houthi-Rebellen, die Teile der Provinz kontrollieren, informiert haben soll.

Die Krankenschwester, die zusammen mit den Deutschen im Dschumhuri-Krankenhaus arbeitete, soll berichtet haben, die Deutschen hätten ihr gesagt, sie würden von den Fremden "drangsaliert". Laut dem Bericht wurde die Gruppe während eines Ausflugs zu einem Bauernhof in der Ortschaft Gharas von drei bewaffneten bärtigen Männern überfallen, die ihnen mit ihrem Geländewagen den Weg versperrten.

Die beiden deutschen Pflegehelferinnen und die südkoreanische Lehrerin wurden von den Entführern wohl schon kurz nach dem telefonischen Hilferuf erschossen. Ein jemenitischer Arzt, der die Leichen gesehen hat, sagte der Zeitung, die Frauen, die am Montag tot in einem Flusstal gefunden wurden, seien bereits drei Tage zuvor erschossen worden. Der Arzt widersprach Medienberichten, wonach die Frauen von den Mördern verstümmelt worden sein sollen. Sie seien mit mehreren Schüssen getötet worden - möglicherweise, als sie zu fliehen versuchten.

Die Entführer sollen nach Informationen des Blattes aus dem Umfeld lokaler wahabitischer Extremistengruppen stammen. Konkret ist die Rede von einem Mann namens Askar Zu'ael, dem Imam einer Moschee im Gebiet von Ghiraz. Der Wahabismus ist eine puritanische Version des sunnitischen Islam, der im benachbarten Saudi-Arabien Staatsreligion ist. Einige Wahabiten-Gruppen sollen sich in den vergangenen Jahren - teils aus finanziellem Interesse, teils aus religiöser Überzeugung - dem Kampf gegen die schiitischen Anhänger von Rebellenführer Abdulmalik al-Houthi in Saada angeschlossen haben.

Regierungstreue Jemeniten hatten am Mittwoch eine Demonstration organisiert, um gegen die Entführung und Ermordung der Helfer zu protestieren. Dabei hatten sie unter anderem Bilder der fünfköpfigen Familie aus Sachsen hochgehalten, die sich zusammen mit dem Briten noch in der Gewalt der Entführer befinden soll.

DPA
 
 
KOMMENTARE (9 von 9)
 
Tim2007 (19.06.2009, 14:46 Uhr)
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sonst wird mir noch übel
zemi37 (19.06.2009, 09:23 Uhr)
Nachdenklich
vielleicht werden aufgrund dieses Vorfalles doch noch einige zum Nachdenken angeregt, ihr Reiseziel zu ändern
@butcher: jo genau so isses oder haben sie vielleicht doch gedacht ER "daoben" wirds schon richten.
ich persönlich verstehe nicht wie man in ein LAnd gehen kann die als staatsreligion bzw die mehrheit den islam als religion hat.
Und dann noch als "Krankenschwester" diese Eseltreiber pflegen.
Vielleicht auch noch denjenigen der sie einige Zeit später umgelegt hat.

Countryjoe (19.06.2009, 07:50 Uhr)
Wer sich in Gefahr begibt
Jeder sollte wissen, daß der Jemen äußerst gefährlich ist. Ich verstehe nicht, wenn überrascht getan wird, wenn etwas vorhersehbares geschieht. Gegen Verbrecher und Terroristen kommt man mit dem alten Testament jedenfalls eher weiter.
Scheibelhund (18.06.2009, 20:47 Uhr)
Direkt ins Paradies
bereits während des Praktikums und nicht erst nach jahrzehntelanger Plackerei in schlecht gelüfteten Altersheimen. Was will man mehr.
bali (18.06.2009, 17:54 Uhr)
Zustimmung
Ich kann butcher nur zustimmen. Warum man in ein Land reisen muß, vor dem das Auswärtige Amt dringend warnt (und wohl zu Recht!) erschließt sich mir auch nicht. Die beiden "Bibelschülerinnen" wurden vor ihrer Abreise eindringlich gewarnt, sind aber trotzdem abgereist. Ein Insider hat nach dem Vorfall in einem Interview gesagt, dass es an Selbstmord grenze, im Jemen auch noch einen Ausflug in die Berge zu machen. Wenn man sich über alle Verhaltenshinweise hinwegsetzt, begibt man sich doch "bewusst" in Gefahr.
NewWorld (18.06.2009, 16:56 Uhr)
@butcher99
Ihr Kommentar ist ja wohl absolut daneben.
butcher99 (18.06.2009, 16:22 Uhr)
SOS
Da haben die armen Bibelschülerinnen doch tatsächlich noch um Hilfe gerufen. Und keine Hilfe ist gekommen. Ich verurteile diese grausamme Tat der verbrecherischen Chaoten in den arabischen Ländern zutieftst. Aber wenn die Beiden statt der in die Bibel, mal in die Verhaltensweisen für Ausländer in gefährdeten Gebieten geschaut hätten........
Haris_Pilton (18.06.2009, 13:32 Uhr)
Was willst du uns damit sagen?
Wäre es weniger tragisch wenn die Ermordeten Männer wären?
Wiebitte20081 (18.06.2009, 12:30 Uhr)
???
Sprachlos bei soviel Brutalität gegenüber Frauen .
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