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18. Mai 2010, 08:45 Uhr

Spezialeinheit rettet zwei deutsche Kinder

Seit fast einem Jahr befindet sich eine Familie aus Sachsen in der Gewalt jemenitischer Geiselnehmer. Jetzt haben saudi-arabische Spezialkräfte zwei Töchter gerettet. Das Schicksal der Eltern und des Sohnes ist unklar. Angehörige befürchten für den Jungen das Schlimmste.

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Ein Kontrollpunkt in Saada: In der Provinz waren die Deutschen Mitte Juni entführt worden© AFP

Eine Spezialeinheit aus Saudi-Arabien hat zwei Kinder einer vor elf Monaten im Jemen entführten Familie aus Sachsen befreit. "Wir haben die beiden Mädchen gerettet", teilte ein Sprecher des Innenministeriums in Riad am Dienstag mit. Der Gesundheitszustand der fünf und vier Jahre alten Kinder sei relativ gut. Sie befänden sich derzeit in einem Krankenhaus in Saudi-Arabien.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle bestätigte die Rettung der Geiseln: "Wir sind erleichtert, dass es den saudi-arabischen Sicherheitskräften gelungen ist, zwei unserer fünf im Jemen verschleppten Landsleute zu befreien", sagte er in Berlin. "Die beiden Mädchen befinden sich derzeit in sicherer Obhut der saudischen Behörden. Ihnen geht es den schwierigen Umständen entsprechend gut. Sie sollen morgen nach Deutschland zurückkehren." Westerwelle fügte hinzu: "Ich danke dem gesamten Krisenstab und allen beteiligten Behörden für ihren unermüdlichen Einsatz in diesem Fall." Sein Dank gelte gleichfalls den saudischen Behörden für ihre Unterstützung und ihr Eingreifen.

"Rettungsaktion, keine Befreiungsaktion"

Nach Angaben aus jemenitischen Stammeskreisen fanden die Spezialkräfte die Mädchen in einem Dorf im Bezirk Schadha in der Provinz Saada, nahe der saudischen Grenze. Über dem Gebiet seien Apache-Hubschrauber der saudi-arabischen Sicherheitskräfte gesichtet worden, hieß es. Die Saudis hätten mehrere Häuser durchsucht. Es seien auch Schüsse gefallen.

Ein Stammesführer sagte, Angehörige der schiitischen Houthi-Rebellen hätten möglicherweise geschossen, als sie die saudischen Einsatzkräfte gesehen hätten. Es habe jedoch kein Gefecht gegeben. "Dies war eine Rettungsaktion auf der Basis von Geheimdienstinformationen, keine Befreiungsaktion", betonte der Sprecher des Innenministeriums.

Familie geht von Tod des dritten Kindes aus

Das Schicksal des dritten Kindes und der Eltern ist weiter unklar. Nach Aussage des Schwagers des entführten Familienvaters ist der zwei Jahre alte Sohn aber wahrscheinlich tot. "Wir müssen davon ausgehen, dass Simon nicht mehr lebt", erklärte er. "Von den Eltern wissen wir nichts." Die Familie habe am Montag aus dem Auswärtigen Amt in Berlin die Nachricht erhalten, dass die beiden Mädchen befreit worden seien.

Das Auswärtige Amt wollte den Tod des kleinen Jungen nicht bestätigen. "Wir bleiben unverändert bemüht, endlich Klarheit auch in den Verbleib der übrigen Geiseln zu bringen", versicherte Westerwelle. "Ihr Schicksal erfüllt uns weiterhin mit großer Sorge. Wir hoffen auf einen glücklichen Ausgang auch für sie und werden uns weiter mit aller Kraft dafür einsetzen."

Drei Frauen kurz nach der Entfühung ermordet

Die deutsche Familie war Mitte Juni nach einem Ausflug in ein Wadi bei Saada verschwunden. Sie wurde zusammen mit einem Briten, zwei Bibelschülerinnen aus Niedersachsen und einer Südkoreanerin entführt. Die drei jungen Frauen wurden drei Tage später ermordet aufgefunden.

Das Ehepaar aus Sachsen arbeitete seit 2003 in einem staatlichen Krankenhaus in Saada nahe der Grenze zu Saudi-Arabien. Die Eltern des entführten Familienvaters wendeten sich schon im Sommer an die Öffentlichkeit und appellierten in einem Video an die Entführer, die Geiseln freizulassen. Die Entführung soll laut jemenitischer Regierung zwischen schiitischen Rebellen und dem Terrornetzwerk Al Kaida abgestimmt worden seien.

mad/DPA/AFP/APN
 
 
KOMMENTARE (4 von 4)
 
Swissmiss (19.05.2010, 10:49 Uhr)
Selbst schuld
Es ist allgemein bekannt, dass der Jemen für westliche Ausländer ein gefährliches Land sein kann. Ich verturteile Entführungen und Tötungen aufs schärfste. Trotzdem trägt die Familie eine grosse Mitschuld: Sie haben sich mit voller Absicht in eine gefährliche Situation begeben. Da darf man sich dann nicht wundern, wenn tatsächlich was passiert. Ich kenne keine Details über den Fall, aber kann es sein, dass die Eltern im Jemen sogar versucht haben, zu missionieren? Wenn sie also eine Entführung regelrecht provoziert haben, so sollten sie für sämtliche Kosten, die dem deutschen Steuerzahler entstanden sind, vollumfänglich aufkommen. Dafür, dass sie ihre Kinder, die nichts dafür können, überhaupt in eine solch gefährliche Lage gebracht haben, sollte ihnen - falls sie je wieder frei kommen - mindestens das Sorgerecht lebenslänglich entzogen werden.
doobie (18.05.2010, 17:48 Uhr)
-.-
da kann ich mich h-t-p nur anschliessen!

schön, dass die 2 mädchen gerettet worden, hoffen wir mal, dass es den übriggebliebenen geiseln auch bald so ergeht.
h-p-t (18.05.2010, 16:13 Uhr)
dieser tannebaum gehört bestraft...
ist denn bis zu Ihm noch nichts über sachsen durchgedrungen ?
sind denn alle forenteilnehmer superblöde ?
das solche vorurteile und schnelle urteile ohne hintergrundwissen gefällt werden, daran haben soche tannebaums eine gehörige mitschuld.

in eigener sache:
lieber tannebaum ,
sie wissen absolut gar nichts über die hintergründe weshalb diese menschen in den jemen gingen, und sie wissen nicht welche umstände es in sachsen gab, weshalb sie dort hin gingen.
nicht jeder will, wie sie vielleicht, von des staates gnade abhägig sein.
nichts aber auch gar nichts rechtfertigt eine solche tat die hier passiert ist, und niemand hat hier mitschuld ausser die täter, die gerichtet werden müssten. sie sind solch einer der frauen noch mitschuld an einer vergewaltigung gibt wenn sie sich knapp gekleidet haben, und die schuld nicht bei den tätern sucht. solche leute wie sie sind armseelige, erbärmliche kreaturen und tun mir leid....
tannebaum (18.05.2010, 14:07 Uhr)
diese eltern gehören bestraft...
ist denn nach sachsen noch nichts über den jemen durchgedrungen? sind denn alle gutmenschen superblöde? das die ihr kind verloren haben, daran haben sie eine gehörige mitschuld. ein so risikoreiches land und dann mit kindern! verantwortungslos!!!

der junge tut mir furchtbar leid, die mädchen haben glück. aber die eltern gehören, trotz auch deren schmerzes, angeklagt.
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