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2. März 2010, 07:01 Uhr

Die ersten Menschen sterben nach Plünderungen

Die Lage in den chilenischen Erdbebengebieten wird zunehmend explosiv: Aus Vororten der verwüsteten Stadt Concepción wurden Schießereien zwischen bewaffneten Bürgerwehren, Plünderern und dem Militär gemeldet. Inzwischen ist auch von ersten Toten die Rede.

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Bürger harren die ganze Nacht am Lagerfeuer aus, um ihre Häuser vor Plünderern zu schützen© Claudio Santana/AFP

In den Erdbebengebieten in Chile haben die Sicherheitskräfte zunehmend Mühe, Recht und Ordnung aufrecht zu erhalten. Plünderer lieferten sich am Montag im besonders schwer betroffenen Concepción Scharmützel mit der Polizei, ein Supermarkt und ein Einkaufszentrum gingen in Flammen auf. Präsidentin Michelle Bachelet schickte 5000 weitere Soldaten in die Erdbebengebiete, für vier Städte gilt eine nächtliche Ausgangssperre.

Nach Angaben von Vize-Innenminister Patricio Rosende wurde bei den Plünderungen und Auseinandersetzungen mit der Polizei am Montag (Ortszeit) in Concepción ein Mensch getötet. Andere Quellen sprechen von zwei Toten. Etwa 160 Menschen seien festgenommen worden. Nach Angaben von Augenzeugen wurde eine Gruppe von dutzenden Einwohnern zunächst von der Polizei zurückgedrängt, als sie versuchte, sich in der 500.000-Einwohner-Stadt in einem Supermarkt mit Lebensmitteln zu versorgen.

Kaufhaus und Supermarkt gehen in Flammen auf

Als die Beamten Tränengas einsetzten, zündeten die Plünderer das Gebäude an. Durch die Flammen stürzte ein Teil des Daches ein, ein Feuerwehrmann wurde verletzt. Auch ein Zivilist, dessen Kleidung in einem ebenfalls in Brand gesteckten Einkaufszentrum Feuer fing, wurde verletzt. Nach unbestätigten Angaben war sogar von bis zu 20 Toten die Rede. Marineinfanteristen versuchten, ein Abgleiten in die Anarchie zu verhindern, und gaben Schüsse in die Luft ab

Für Concepción gilt bereits seit Sonntabend eine nächtliche Ausgangssperre. Um Plünderungen und Gewalt zu verhindern, wurde eine solche am Montagabend über drei weitere Städte verhängt. Betroffen seien Talca, Cauquenes und Constitucion, teilte das Militär mit. Laut Anweisung von Bachelet machten sich zusätzliche 5000 Soldaten auf den Weg in die Erdbebengebiete. "Morgen werden dann insgesamt 7000 Soldaten vor Ort sein", verkündete die Präsidentin.

Merkel sichert Hilfe zu

Durch das Erdbeben am Samstagmorgen und die folgenden Flutwellen kamen nach neuen Angaben mindestens 723 Menschen ums Leben. Die Behörden rechnen mit weiteren Todesopfern. Zwei Millionen Menschen sind betroffen; viele von ihnen mussten eine dritte Nacht auf der Straße verbringen.

Unterdessen stattete Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva als erster Staatschef Chile nach dem Beben einen Besuch ab. Er sagte jede erdenkliche Hilfe zu. Am Dienstag wurde auch US-Außenministerin Hillary Clinton in Santiago erwartet. Sie wollte sich vor Ort einen Eindruck von dem Ausmaß der Katastrophe machen.

Angesichts der Not und Zerstörung bat Chile die internationale Gemeinschaft um Hilfe. Gebraucht werden insbesondere Feldlazarette mit Operationseinrichtungen, mobile Brücken, Kommunikationsausrüstung und mobile Küchen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte dem südamerikanischen Land in einem Telefonat mit Bachelet Unterstützung beim Wiederaufbau zu.

AFP/DPA
 
 
KOMMENTARE (3 von 3)
 
reimberto (02.03.2010, 12:51 Uhr)
Auch die Demokratie.........
Auch die Demokratie braucht Soldaten,
um sie bei Katastrophen wie in Chile
gegen das Chaos und die Anarchie zu schuezten,Jahrelang ist das Militaer in
Chile und Argentinien runtergemacht worden,und jetzt scheut die Regierung
seinen Einsatz und sie laesst sich Zeit,
entschlossen gegen Pluenderer vorzugehen um Leben und Eigentum zu schuetzen.
facilidad_de_ser (02.03.2010, 11:40 Uhr)
@Mule
Klar, in Haiti ist jetzt Friede, Freude, Eierkuchen. Ich bitte die Amis inständig, auch in Chile einzumarschieren und diesen armen Menschen zu helfen.
Danke!
Mule (02.03.2010, 09:52 Uhr)
Chile...........
und was ist mit Haiti? Ist dort schon wieder alles in Ordnung?
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