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20. Mai 2008, 07:11 Uhr

Mann nach 179 Stunden gerettet

Retter in China haben einen Mann 179 Stunden nach dem schweren Erdbeben gerettet. Der 31-Jährige wurde aus den Trümmern eines Wasserkraftwerks in Yingxiu geholt. Auch eine Woche nach dem gewaltigen Erdstoß versetzen Nachbeben die Menschen in Panik.

Auch mehr als eine Woche nach dem schweren Beben finden Rettungskräfte unter den Trümmern noch Überlebende© Joe Chan/Reuters

Acht Tage nach dem schweren Erdbeben in China ist in der Nacht zum Dienstag erneut ein Verschütteter lebend geborgen worden. Der 31-Jährige wurde 179 Stunden nach dem Beben aus den Trümmern eines Wasserkraftwerks in der Stadt Yingxiu gezogen, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtet. Unweit der Stadt im Landkreis Wenchuan hatte das Epizentrum des Bebens vor einer Woche gelegen. Seismologen warnten am Dienstag vor einem starken Nachbeben im südwestchinesischen Katastrophengebiet.

Die Bergungsmannschaften und Bewohner in der Region sollten sich auf die Gefahr einstellen. Es sei wahrscheinlich, dass das Beben eine Stärke zwischen 6 oder 7 erreichen könnte. Es gebe die Gefahr, dass neue Erdrutsche ausgelöst werden oder beschädigte Häuser einstürzen. Schon in der Nacht zum Dienstag hat ein Nachbeben der Stärke 5 die Menschen erneut in Angst versetzt. Viele flüchteten ins Freie. Auch brachten einige Krankenhäuser ihre Patienten vorsichtshalber auf die Straße. Am frühen Morgen waren Zehntausende Einwohner der Stadt Chengdu im Südwesten Chinas aus ihren Häusern geflohen. Auf den Straßen aus der Hauptstadt der Provinz Sichuan bildeten sich Staus, die Menschen suchten freie Flächen auf.

Mehr als 50.000 Tote befürchtet

Nach den TV-Berichten über schwere Nachbeben und der Angst in der Bevölkerung ist Chinas Regierung bemüht, Panik unter der Bevölkerung zu vermeiden. Mehrere staatliche Erdbeben-Forscher erklärten im chinesischen Fernsehen, allein das Auftreten von Nachbeben bedeuteten noch keine Gefahr für Leib und Leben. Allerdings sollten sich die Menschen in Südwest-China auch nicht leichtsinnig Gefahren aussetzen, betonte der Wissenschaftler Han Weiding. In Medienberichten wurde zudem die Frage aufgeworfen, ob eine teils unprofessionelle Berichterstattung die Rettungsarbeiten im Erdbebengebiet behindere.

Unter den Trümmern im Erdbebengebiet der Provinz Sichuan werden noch Tausende Verschüttete vermutet. Bislang sind rund 34.000 Tote offiziell bestätigt, doch rechnet der Krisenstab mit mehr als 50.000 Toten. Über 40.000 Verletzte werden in Krankenhäusern oder Feldlazaretten behandelt. Die wirtschaftlichen Schäden durch das Beben für die Unternehmen in der Region bezifferte die Regierung auf 67 Milliarden Yuan (6,2 Milliarden Euro).

DPA/Reuters
 
 
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