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13. Mai 2008, 13:43 Uhr

Wettlauf gegen die Zeit

Bei dem schweren Erdbeben in China mit mehr als 18.000 Verschütteten sind auch Tausende Schüler unter Trümmern begraben worden. Für die Rettungskräfte zählt jede Sekunde, um noch Lebende aus den eingestürzten Schulgebäuden zu retten.

Tragödien auf dem Schulhof: Soldaten tragen den leblosen Körper eine Kindes weg - begleitet von der verzweifelten Mutter. Das Kind war von den herabstürzenden Trümmern eines Schulgebäudes getötet worden© Teh Eng Koon/AFP

Eine einzelne Treppe ragt aus dem riesigen Trümmerhaufen heraus, und auf einer Tafel sind noch farbige Schriftzeichen zu erkennen: Das Schulgebäude in Juyuan besteht nur noch aus zusammengestürzten Betonteilen und Backsteinen. Die Leichen der Schüler werden auf Türen aus den Trümmern geborgen, auf dem schlammigen Schulhof abgelegt und mit Planen bedeckt. Einige Angehörige zünden Kerzen und Räucherstäbchen an, andere Feuerwerk, um böse Geister fernzuhalten. Die meisten aber sitzen still und offenbar betäubt vom Schock neben den Leichen.

Die Mittelschule in Juyuan in der chinesischen Provinz Sichuan ist nur eines von mehreren Schulgebäuden, in denen bei dem schweren Erdbeben vermutlich Tausende Schüler begraben wurden. Auch in der Stadt Mianyang, die 160 Kilometer vom Epizentrum entfernt liegt, sollen mindestens 1000 Schüler und Lehrer getötet oder vermisst sein. In Juyuan liegen vermutlich fast 900 Schüler unter Trümmern. Laut der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua wurden 60 tot geborgen. Die Jugendlichen der achten und neunten Klasse hatten während des Bebens vermutlich gerade Unterricht.

Hunderte Verwandte warteten die Nacht über im kalten Regen. Einige kauerten unter Schirmen oder suchten in Rettungszelten Schutz. Jetzt verlangen sie wütend Informationen darüber, was mit ihren Kindern passiert ist. "Ihr sagt uns, dass wir warten sollen, aber wir können nicht mehr warten. Wir brauchen wenigstens ein paar Informationen", sagt eine Frau zu Soldaten, die in Zweierreihen vor dem Gebäude stehen, um die Familien zurückzuhalten. "Sagt uns, was da passiert", wird gefordert.

An der Unglücksstelle heben Rettungsmannschaften mit drei riesigen Kränen Betonteile an, die so groß wie Autos sind. Eine Gruppe Helfer räumt mit Hacken, Schaufeln und Motorsägen Trümmer beiseite. Auch Kräfte der chinesischen Erdbeben-Rettungseinheit sind vor Ort. Sie brachten einen ganzen Lastwagen voll mit Spezialgeräten mit, um Geräusche eingeschlossener Überlebender zu orten. Zu ihrer Ausrüstung zählen auch Schneidegeräte. Noch ist das ganze Ausmaß des Bebens mit der Stärke 7,8 unklar. Am Dienstag erschüttern starke Nachbeben die Region, viele Menschen wurden obdachlos.

Die Rettungskräfte befinden sich in einem Wettlauf gegen die Zeit. Viele betroffene Orte wurden erst einen Tag nach dem Beben von den Helfern erreicht, weil auch Straßen zerstört wurden. Ihre Arbeit wird zudem von heftigen Regenfällen und Sturm behindert. In Juyuan hat sich ihr Einsatz gelohnt: Eine Jugendliche wurde lebend aus den Trümmern geborgen.

Spenden Das Deutsche Rote Kreuz hat ein Spendenkonto für die Hilfe in China eingerichtet:

Deutsches Rotes Kreuz Bank für Sozialwirtschaft BLZ 370 205 00 Konto: 41 41 41 Stichwort: China

Christopher Bodeen/AP
 
 
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