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9. April 2009, 08:57 Uhr

Nachbeben verbreiten Angst und Schrecken

Die Menschen in den Abruzzen kommen nicht zur Ruhe. Mehrere Nachbeben haben in der Nacht die Menschen aus dem Schlaf gerissen. Die stärkste Erschütterung war nur wenig schwächer als das verheerende Beben vom Montag. Die Zahl der Toten ist weiter gestiegen.

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Ein Mann begutachtet die Trümmer seines Hauses. Durch das Beben haben knapp 30.000 Menschen ihr Dach über dem Kopf verloren© Sandro Perozzi/AP

Starke Nachbeben haben am Donnerstagmorgen erneut Mittelitalien erschüttert. Besonders das zweite Beben gegen 3 Uhr nachts, das noch in Rom und in weiten Teilen Mittelitaliens zu spüren war, schreckte die Menschen aus dem Schlaf hoch und versetzte viele von ihnen in Angst und Schrecken. Eine Erschütterung wurde italienischen Medien zufolge mit einer Stärke von 5,2 gemessen. Das verheerende Beben, das die Region in den Abruzzen rund um die Stadt L'Aquila am Montagmorgen verwüstet hatte, hatte eine Stärke von 5,8 erreicht. Seit Montag wurden mehrere hundert Nachbeben registriert.

Die Suche nach möglichen Überlebenden dauert unterdessen weiter an. Bis Ostern wollen die rund 8500 Helfer noch in den Trümmern suchen, unter denen nach wie vor Dutzende Verschüttete vermutet werden. In der Nacht zum Donnerstag wurden in L'Aquila zwei Leichen aus einem eingestürzten Studentenheim geborgen. Damit stieg die Zahl der Todesopfer in der Region auf 274, unter ihnen 16 Kinder.

Durch das Erdbeben zu Wochenbeginn haben insgesamt knapp 30.000 Menschen ihr Dach über dem Kopf verloren. Knapp 18.000 sind bisher in Zeltstädten untergekommen, die von den Zivilschutzbehörden errichtet wurden.

Die Katholische Kirche bereitet einen Staatstrauerakt für Karfreitag in der Abruzzen-Hauptstadt vor. Papst Benedikt XVI. will den Opfern "sobald möglich" vor Ort Trost spenden - aber erst nach Ostern. Berichte über einen Papst-Besuch am Karfreitag wurden vom Vatikan dementiert. Er werde den unter nächtlicher Kälte, Wassermangel und Stromausfall leidenden Menschen in den Abruzzen erst später Trost zusprechen. Im Laufe des Donnerstags will der italienische Staatspräsident Giorgio Napolitano das Katastrophengebiet besuchen.

Die Popsängerin Madonna spendete nach Angaben ihrer Sprecherin der vom Erdbeben zerstörten Ortschaft Pacentro, aus der ihre Großeltern väterlicherseits stammen, eine beträchtliche Summe. Das Magazin "People" sprach von 500.000 Dollar (377.000 Euro).

Allein die Versicherungsschäden durch das Beben könnten sich auf bis zu 400 Millionen Euro belaufen, erklärte das auf Risikoschätzungen spezialisierte Unternehmen AIR Worldwide. Die Schätzung umfasse Schäden an privaten, geschäftlichen und öffentlichen Gebäuden, nicht aber den Schaden durch den Ausfall des Geschäftsbetriebs für Unternehmen. Der Gesamtschaden könnte sich laut AIR auf zwei bis drei Milliarden Euro summieren, davon sei aber nur ein geringer Teil versichert.

Auch von anderen Seiten kamen Hilfsangebote: So wollen Italiens Profi-Fußballer den Erdbebenopfern in den Abruzzen helfen und in Gedenken an die Toten am Freitag den Ball ruhen lassen. Der italienische Fußballverband kündigte außerdem ein Länderspiel in den Abruzzen an. Die Einnahmen sollen der Erdbeben- Region zur Verfügung gestellt werden.

Auch Popstar Madonna will sich in die Schlange der Helfenden einreihen. Sie wolle die Opfer mit einer "ansehnlichen Summe" unterstützen", erklärte ihre Sprecherin Liz Rosenberg Einen konkreten Betrag nannte sie aber nicht. Madonnas Großeltern väterlicherseits stammen aus Pacentro, das rund 100 Kilometer südlich von L'Aquila liegt.

AFP/DPA
 
 
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