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Göttinger Uni-Professor unter den Erdbebenopfern in Nepal

Traurige Gewissheit für eine Studiengruppe aus Göttingen: Ein Professor der Uni ist beim Erdbeben in Nepal ums Leben gekommen. Nepals Regierung befürchtet unterdessen bis zu 10.000 Todesopfer.

  In Kathmandu geht die Angst vor Krankheiten um. Zu Zehntausenden verlassen Bewohner die Stadt.

In Kathmandu geht die Angst vor Krankheiten um. Zu Zehntausenden verlassen Bewohner die Stadt.

Bei dem #link;http://www.stern.de/panorama/erdbeben-in-nepal-so-leiden-die-menschen-in-namche-2190040.html;verheerenden Erdbeben im Himalaya# ist ein Professor der Göttinger Georg-August-Universität ums Leben gekommen. Wie ein Sprecher der Universität mitteilte, befand sich der Geograf mit 15 Studenten und einem weiteren Wissenschaftler auf einer Exkursion nordwestlich von Kathmandu, als die Gruppe vom Erdbeben überrascht wurde. Einige der Studierenden wurden bei dem Unglück auf dem Weg vom Tsum Valley nach Arughat Bazar leicht verletzt. Derzeit befinde sich die Gruppe in Arughat Bazar in Sicherheit. Die genauen Umstände unter denen der Professor ums Leben kam, sind noch unklar.

Währenddessen haben Zehntausende Menschen auf der Suche nach Wasser und Nahrung das von einem Erdbeben schwer getroffene Kathmandu-Tal in Nepal verlassen. Die #link;www.thehimalayantimes.com;nepalesische Zeitung "Himalayan Times"# gab ihre Zahl mit mehr als 72.000 an. In der Hauptstadt des Himalaya-Landes gebe es derzeit keinen Strom und kaum Trinkwasser, sagt Philips Ewert, Einsatzleiter der Hilfsorganisation World Vision vor Ort. Die Bewohner sind verzweifelt: "Wir leben hier auf der Straße, ohne Essen und Wasser, und wir haben in den vergangenen drei Tagen keinen einzigen Beamten gesehen", sagt ein Mann, der mit seiner Familie im Freien campierte. Bei dem Himalaya-Erdbeben starben nach jüngsten Angaben allein in Nepal 4400 Menschen. Zudem stieg die Zahl der Toten in vom Beben betroffenen Gebieten in China (25) und Indien (72). Nepals Regierung hat drei Tage Staatstrauer angeordnet. Nepals Premierminister Sushil Koirala äußerte am Morgen gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters die Befürchtung, dass bis zu 10.000 Menschen durch das Beben ums Leben gekommen sein könnten.

Minister: "Wir waren nicht vorbereitet"

Die Regierung erklärte außerdem erstmals öffentlich, trotz zahlreicher Warnungen vor einem bevorstehenden großen Beben nicht ausreichend vorbereitet gewesen zu sein. "Wir haben nicht genügend Mittel, und wir brauchen mehr Zeit, um alle zu erreichen", erklärte Innenminister Bam Dev Gautam im staatlichen Fernsehen. Die Behörden hätten Schwierigkeiten, die Krise zu meistern. "Wir waren auf ein Desaster dieses Ausmaßes nicht vorbereitet", sagte er.

Alle großen Geschäfte und Banken in Kathmandu seien geschlossen, sagte Ewert. "Außerdem wollen viele Menschen in ihre Heimatdörfer fahren und schauen, wie es ihren Familien geht." Auf Fotos waren Lastwagen und Busse voller Menschen zu sehen. Lokale Medien sprachen mit vielen Bewohnern, die sich bitter über die mangelnde Vorbereitung und Koordination der Behörden beklagten. Auch würden die Hilfsgüter nicht gleichmäßig verteilt.

Das Erdbeben der Stärke 7,8 hatte am Samstag große Teile Nepals sowie die angrenzenden Länder Indien und das chinesische Tibet erschüttert. Auf chinesischer Seite stieg die Zahl der Toten auf 25; in Indien starben 72 Menschen. Im Bebengebiet leben nach UN-Angaben etwa 6,6 Millionen Menschen. Wie viele davon wirklich stark betroffen sind, ist laut Ewert noch nicht abzusehen. Seine Organisation höre immer wieder, dass im Epizentrum die meisten Häuser zerstört seien. "Aber die Region ist noch völlig unzugänglich."

Eine Million Kinder betroffen

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen Unicef machte darauf aufmerksam, dass vom Beben auch eine Million Kinder betroffen sind. Sie litten besonders unter Naturkatastrophen, sagt Christian Schneider, Geschäftsführer von Unicef Deutschland, der #link;http://www.pnp.de/;"Passauer Neuen Presse"#. "Etwa 40 Prozent aller Kinder in Nepal sind chronisch mangelernährt. Sie sind ohnehin geschwächt. Wenn sie nun einige Nächte bei Regen draußen in der Kälte verbringen müssen, können sie leicht gefährliche Atemwegserkrankungen bekommen", warnt Schneider. Auch Durchfallerkrankungen könnten zum Problem werden.

tim/DPA/DPA
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