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Erde bebt immer wieder - Zahl der Todesopfer steigt weiter

Nepal ruft den Notstand aus: Die Erde bebt noch immer, Hunderttausende campieren nach der Katastrophe in den Straßen. Die Regierung spricht von 3200 Toten.

  Zeltstadt in Kathmandu: Aus Angst vor Nachbeben trauen sich die Menschen nicht zurück in ihre Häuser

Zeltstadt in Kathmandu: Aus Angst vor Nachbeben trauen sich die Menschen nicht zurück in ihre Häuser

Nach dem schweren Erdbeben in Nepal ist die Zahl der Todesopfer auf mehr als 3200 gestiegen. Bislang seien 3218 Todesopfer und mehr als 6500 Verletzte gezählt worden, sagte der Leiter der Katastrophenschutzabteilung im nepalesischen Innenministerium, Rameshwor Dangal, in Kathmandu. In Indien starben 62 Menschen, in China mindestens 20 Menschen. Zahlreiche Staaten und Organisationen haben nach dem gewaltigen Beben mit der Stärke 7,8 Helfer nach Nepal entsandt. Auch aus Deutschland sollten weitere Hilfsflüge starten.

Nachbeben lassen die Erde weiter erzittern

Den Überlebenden machten in der Nacht starke Regenfälle zu schaffen. Viele Bewohner der Region leben in Zeltstädten, da sie sich aus Angst vor Nachbeben nicht in ihre Häuser zurücktrauen. Nepals Regierung spricht von mehr als 6000 Verletzten. Überlebende berichten, viele Straßen seien durch Erdrutsche oder aufgerissenen Teer nicht passierbar. Nachbeben lassen die Erde weiter erzittern.

Das Tourismusministerium versichert, ein Fokus der Hilfskräfte liege darauf, die festsitzenden Urlauber in Sicherheit zu bringen. Allein aus dem Basislager am Mount Everest seien 82 Menschen ausgeflogen worden. Dort waren mindestens 19 Bergsteiger und Helfer in einer Lawine gestorben. Dutzende sitzen noch am höchsten Berg der Welt fest.

Drei Millionen Euro Soforthilfe

Die Europäische Kommission verspricht Nepal drei Millionen Euro Soforthilfe. Das Geld solle zusätzlich zu den Hilfen der einzelnen Mitgliedstaaten und zur Entsendung von Zivilschutzexperten in die Erdbebenregion fließen, erklärt der EU-Kommissar für humanitäre Hilfe, Christos Stylianides. Am dringendsten werden medizinische Helferteams und Nothilfe-Lieferungen benötigt.

In Nepals Hauptstadt Kathmandu hätten viele Menschen in der vergangenen Nacht in Parks zusammen gekocht und getrommelt, berichtet der deutsche Reisefotograf Jordane Schönfelder. "Es herrscht eine solidarische Atmosphäre", sagt er. Viele Menschen seien auf Nachbarschaftshilfe angewiesen. Es gebe keine Informationszentren und nur wenige Soldaten und Polizisten. "Selbst nach den Verschütteten graben die meisten Leute selber."

Das Erdbeben der Stärke 7,8 war die stärkste Erschütterung des Bodens in Nepal seit mehr als 80 Jahren. Dem Beben am Samstag folgten viele Nachbeben. Das ganze Ausmaß der Zerstörung war noch nicht abzusehen, weil viele abgelegene Dörfer zunächst nicht erreicht wurden. Auch Kathmandu war nicht mehr über den Landweg erreichbar, nachdem ein Nachbeben der Stärke 6,7 die Ost-West-Landstraße bei Mugling  und Narayanghat blockierte.

Vom Flughafen Berlin-Schönefeld soll am Montag ein Flug mit 60 Tonnen Hilfsgütern nach Nepal starten, wie das Deutsche Rote Kreuz mitteilte. Ein Hilfsflug von I.S.A.R. Germany mit 52 Helfern war schon am Sonntag gestartet. Viele Organisationen rufen zu Spenden für die Erdbebenopfer auf und entsandten ebenfalls Helfer und Material. Die Liste der Länder, die in den ersten 24 Stunden ihre Unterstützung ankündigten, reicht von Sri Lanka über Japan und Russland bis Belgien, Frankreich und Luxemburg.

Blutkonserven und Medikamente werden knapp

Nepal rief den Notstand in den betroffenen Gebieten aus, in denen 6,6 Millionen Menschen leben. Wie die UN erklärte, seien die Krankenhäuser überfüllt, Blutkonserven und Medikamente gingen zur Neige. Hilfsflugzeuge aus aller Welt erreichten Kathmandu mit Gütern wie Nahrungsmitteln, Medikamenten und Kommunikationsgeräten.

tim/DPA/AFP/DPA
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