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2. November 2010, 17:56 Uhr

Bewohner retten ihre Habseligkeiten

Bereits am Mittwoch soll der Krater von Schmalkalden mit Kies aufgefüllt werden. Die Bewohner der gesperrten Häuser durften derweil einige ihrer Habseligkeiten in Sicherheit bringen - denn der derzeit will niemand ausschließen, dass auch die angrenzenden Häuser in den Krater rutschen.

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Nicht wie raus: Die Bewohner der gesperrten Häuser am Krater von Schmalkalden bringen ihr Hab und Gut in Sicherheit© Martin Schutt/EPA

Nach dem Erdrutsch in einem Wohngebiet im thüringischen Schmalkalden läuft Vorbereitung für die Sanierung des Kraters auf Hochtouren. Schon am Mittwoch soll damit begonnen, Kies in das Erdloch zu füllen, sagte Landrat Ralf Luther (CDU). Einige der betroffenen Anwohner konnten unterdessen ihre Häuser wieder beziehen. Probebohrungen sollen Aufschluss über die Ursache des Unglücks und mögliche weitere Hohlräume bringen. "Wir versuchen, die Verfüllung rund um die Uhr aufrecht zu erhalten", sagte Luther. Ein Spezialbagger aus Brandenburg und ein 30 Meter langes Förderband sollen am Vormittag an der Unglücksstelle aufgebaut werden. Die entsprechenden Genehmigungen zum Transport der Maschinen seien kurzfristig erteilt worden.

Um den Hohlraum aufzufüllen, werden Luther zufolge 2000 Lkw-Ladungen Kies benötigt. Die Kostenfrage beschäftige ihn derzeit nicht, fügte der Landrat hinzu. Ob diese vom Bund oder vom Freistaat übernommen werden müssten, sei derzeit nebensächlich. Der Landkreis habe die Koordinierung übernommen und gehe somit in Vorleistung für alle anfallenden Kosten. Luther bedankte sich zudem für die "beeindruckende" Anteilnahme. Dem Landkreis sei von zahlreichen Seiten technische Hilfestellung angeboten worden.

Bewohner retten ihre Habseligkeiten

Zu einer möglichen Einsturzgefahr der Häuser am Rand des Kraters wollte sich Luther nicht äußern. Dies sei "reine Spekulation". Eine akute Gefährdung sieht auch der Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Schmalkalden, Lothar Röder, derzeit nicht. Allerdings sei nicht auszuschließen, dass die Häuser direkt am Kraterrand ebenfalls abrutschten, sagte Röder. Fünf der ursprünglich neun evakuierten Häuser wurden inzwischen wieder freigegeben. Die Bewohner der gesperrten Häuser durften einige Habseligkeiten aus ihren Wohnungen retten. Während der Arbeiten an dem Krater dürften sie ihre Häuser aber nicht betreten, sagte Luther.

Der Rand des Kraters stabilisierte sich am Dienstag, nachdem im Laufe des Montag immer wieder Erde nachgerutscht war. Offiziellen Angaben zufolge misst das Erdloch, in dem am frühen Montagmorgen ein Auto und Teile einer Garage verschwanden, 40 mal 40 Meter und ist rund 20 Meter tief.

Sicherung des Erdlochs hat Priorität

Geologen gehen davon aus, dass aufgelöste Gesteinsschichten im Untergrund den Erdrutsch verursacht haben. Thüringens Umweltminister Jürgen Reinholz (CDU) kündigte Bohrungen an, die weitere Erkenntnisse über die genaue Ursache und mögliche Folgeschäden liefern sollen. "Nur eine detaillierte Kenntnis der Gesteinsformation am Unglücksort kann uns Aufschlüsse geben über die weitere Bruchneigung vor Ort", sagte Reinholz. Priorität habe aber die Sicherung des Erdlochs. Es müsse alles getan werden, um ein weiteres Abrutschen von Erdmassen zu verhindern.

Nach Ansicht des Geologen Lutz Katzschmann von der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) können weitere Erdrutsche indes nicht ausgeschlossen werden. Es sei nicht sicher, "dass die Bewegungen abgeschlossen sind". Möglicherweise gebe es noch weitere Hohlräume. Erdfälle wie dieser seien zwar typisch für Thüringen, da unter gut 50 Prozent der Landesfläche auslaugungsfähiges Gestein vorhanden sei. Aus Schmalkalden seien bisher keine Fälle bekannt gewesen.

Bernd Fischaleck, DAPD
 
 
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