Verurteilte Lehrerin legt Revision ein

20. September 2013, 16:50 Uhr

Weil sie einen unschuldigen Kollegen ins Gefängnis brachte, muss eine Lehrerin selbst hinter Gitter. Dagegen legte sie Revision ein. Die Tochter des Opfers fordert derweil Schadenersatz.

Vergewaltigung, Prozess, Urteil, Justiz, Lehrer, Schule

Heidi K. muss für fünfeinhalb Jahre ins Gefängnis, weil sie eine Vergewaltigung erfand©

Nach ihrer Verurteilung wegen erfundener Vergewaltigung hat eine verurteilte Lehrerin Revision eingelegt. Das Landgericht Darmstadt hatte das vermeintliche Opfer wegen der folgenschweren Lüge zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt. Die 48 Jahre alte Frau hatte in einem Prozess 2002 nach Ansicht der Kammer einem Kollegen zu Unrecht eine Vergewaltigung vorgeworfen. Der Mann wurde verurteilt und musste die gesamte Strafe absitzen, bevor er in einem weiteren Prozess nachträglich freigesprochen wurde. Er starb 2012.

Da die Tochter des Justizopfers nach dem Fehlurteil 80.000 Euro Schadenersatz fordert, kommt auf die verurteilte Frau zudem ein Zivilprozess zu. Die Tochter habe am Landgericht Osnabrück eine Klage auf Schmerzensgeld eingereicht, sagte am Freitag ein Gerichtssprecher zu einem entsprechenden Bericht der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Das Verfahren soll am 11. Oktober beginnen.

Der Lehrer hatte stets seine Unschuld beteuert und wurde im Jahr 2011 in einem Wiederaufnahmeverfahren freigesprochen. Er starb ein Jahr später im saarländischen Völklingen an Herzversagen. Die Tochter Arnolds fordere nun ein "angemessenes Schmerzensgeld", schrieb die Zeitung. Die Zuständigkeit des Osnabrücker Landgerichts ergibt sich daraus, dass die Beklagte ihren Wohnsitz im Kreis Osnabrück hat. Bislang ist erst ein Termin angesetzt.

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