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19. Oktober 2011, 12:27 Uhr

Verdächtige stellen sich der Polizei

Die Polizei war den Schlägern aus der Berliner U-Bahn bereits auf den Fersen. Jetzt stellten sich drei 17-Jährige und ein 18-Jähriger den Behörden. Die müssen nun den genauen Hergang des Angriffs auf ein junges Paar ermitteln.

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Schon wieder ein Überfall auf einem Berliner Bahnhof© Jörg Carstensen/DPA

Nach der Gewaltattacke auf ein junges Paar in einer Berliner U-Bahn haben sich vier junge Männer der Polizei gestellt. Drei 17-jährige Jugendliche und ein 18-Jähriger meldeten sich am Dienstagabend auf einem Polizeirevier, wie ein Sprecher der Polizei am Mittwoch berichtete. Er wertete dies auch als Erfolg intensiver Ermittlungen: "Wir waren ihnen schon recht nah auf der Spur. Dadurch war der Druck so groß, dass sie sich gestellt haben." Die Verdächtigen sind der Polizei bereits wegen anderer Gewalttaten bekannt. Sie sollten noch im Laufe des Mittwochs vernommen werden.

Dabei sollte vor allem der genaue Ablauf der Tat nachvollzogen werden. "Wir müssen jetzt erst klären: Wer war aktiv beteiligt, wer hat geschlagen, wer hat nur zugeguckt", erläuterte der Polizeisprecher. Erst anschließend könne entschieden werden, ob die Tatverdächtigen einem Haftrichter vorgeführt werden. Zum Motiv machte der Sprecher der Polizei keine Angaben. Auch dies sei Gegenstand der Ermittlungen, hieß es.

Videoaufzeichnungen brachten die richtige Spur

Bei der Fahndung spielte auch die Auswertung von Videoaufzeichnungen eine Rolle. Die Ermittler hätten die Zahl der Personen, die als Verdächtige infrage kamen, anhand der Bilder eingrenzen können.

Eine Gruppe junger Leute soll in der Nacht zum Samstag in der U-Bahnlinie sechs im Stadtteil Wedding einen 21 Jahre alten Mann angegriffen und krankenhausreif geschlagen haben. Auch dessen 20-jährige Freundin wurde verletzt.

Nach ersten Darstellungen habe das Paar andere Fahrgäste vergeblich um Hilfe gebeten. Dies relativierte die Polizei jetzt aber: "Ob dies genau so abgelaufen ist, steht gar nicht so fest." Auch hier sollen die Vernehmungen Klarheit bringen.

Faustschläge ins Gesicht

Die Jugendlichen stiegen angeblich in die U-Bahn und fragten die 20-jährige Frau nach einem Taschentuch. Als sie ihnen keines geben konnte, kam es zu Beschimpfungen. Als das Pärchen den Platz wechseln wollte, schlugen die Angreifer dem 21-jährigen Freund der Frau mehrfach ins Gesicht und brachen ihm das Nasenbein.

In den vergangenen Monaten ist es in Berliner U-und S-Bahnen immer wieder zu gewalttätigen Übergriffen gekommen. Mehrere Menschen wurden verletzt. Ein Mann wurde zu Tode gehetzt.

DPA
 
 
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