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Polizei in Ferguson nimmt erneut Demonstranten fest

Hunderte Menschen gingen auch in dieser Nacht in der US-Kleinstadt Ferguson auf die Straße. Dabei kam es erneut zu Festnahmen durch die Polizei. Ein Afroamerikaner wurde in St. Louis erschossen.

  Auf der West Florissant Avenue in Ferguson wird dieser afroamerikanische Mann bei Demonstrationen festgenommen

Auf der West Florissant Avenue in Ferguson wird dieser afroamerikanische Mann bei Demonstrationen festgenommen

In der von Unruhen erschütterten US-Kleinstadt Ferguson ist es am frühen Morgen erneut zu Festnahmen gekommen. Die Polizei nahm nach Angaben des Senders CNN mehrere Demonstranten fest, nachdem vereinzelt Wasserflaschen aus Plastik aus der Menge in Richtung Polizei geflogen waren. Die Sicherheitskräfte riefen die Demonstranten auf, nach Hause zu gehen.

Hunderte Menschen hatten gegen die ihrer Ansicht nach brutale Behandlung von Schwarzen durch die Polizei protestiert. Sie skandierten "Hände hoch, nicht schießen!" Im Vergleich zum Montagabend blieb es aber weitgehend ruhig. Stunden vor der neuerlichen Demonstration hatten Polizisten in St. Louis einen Afroamerikaner erschossen. Der 23-Jährige habe die Beamten mit einem Messer bedroht, sagte der Polizeichef Sam Dotson vor Journalisten. Der Verdächtige habe sich unberechenbar verhalten und die Polizisten aufgefordert, ihn zu erschießen.

"Feiglinge verstecken sich im Dunkeln"

Auf der Hauptstraße von Ferguson, die seit mehr als einer Woche Schauplatz von Protesten und wiederholten Unruhen geworden war, gingen die Demonstranten in der Nacht zum Mittwoch mehrere Stunden lang den Gehweg auf und ab. Die Polizei stand schwer bewaffnet und mit gepanzerten Fahrzeugen in Seitenstraßen bereit, hielt sich aber zunächst verdeckt und aus dem Blickfeld der Demonstranten.

Ron Johnson, der verantwortliche Polizist der Polizei im Bundesstaat Missouri, sprach am Abend mit Demonstranten und Journalisten, und rief erneut zur Ruhe auf. "Feiglinge verstecken sich im Dunkeln", sagte er mit Blick auf Unruhestifter, die sich in den vergangenen Tagen erst nachts auf der West Florissant Avenue blicken ließen. Auch Missouris Oberstaatsanwalt Chris Koster mischte sich unter die Menge.

Der Fall des getöteten Michael Brown soll nun vor eine Geschworenenjury kommen. Die tödlichen Schüsse eines weißen Beamten auf den 18-jährigen unbewaffneten Afroamerikaner vor mehr als einer Woche hatten die Proteste ausgelöst.

Beerdigung von Michael Brown am Montag

Polizei und Behörden hatten sich umfassend auf eine weitere Nacht vorbereitet. Straßen wurden gesperrt, umliegende Geschäfte und Restaurants schlossen bereits am frühen Abend, um sich vor möglicher Randale und Plünderungen zu schützen. Viele Journalisten und Kamerateams aus aller Welt beobachteten das Geschehen in dem Vorort der Metropole St. Louis.

Justizminister Eric Holder wird nun in Ferguson erwartet, um sich ein Bild von der Lage zu verschaffen. Auch das Justizministerium und die Bundespolizei FBI ermitteln. In der Nacht zum Dienstag waren bei gewaltsamen Protesten in der Stadt mindestens 31 Menschen festgenommen worden, von denen einige aus New York und Kalifornien in die Kleinstadt gereist waren. Auch drei deutsche Journalisten wurden vorübergehend inhaftiert. Nach Angaben der Polizei wurden zwei Menschen von bewaffneten Demonstranten angeschossen.

Michael Brown soll am kommenden Montag beerdigt werden. Es sei eine öffentliche Gedenkveranstaltung geplant, berichtete die Zeitung "St. Louis Post-Dispatch" unter Berufung auf den Anwalt der Familie. Er rechne damit, dass ranghohe Persönlichkeiten anwesend sein werden. Zu den Teilnehmern und dem Ort gab es noch keine näheren Angaben. Laut Medienberichten soll der Bürgerrechtler und Baptistenprediger Al Sharpton die Grabrede halten.

nck/kng/DPA/DPA
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