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26. Juni 2010, 13:37 Uhr

"Alex" könnte Ölpest verschlimmern

Der Tropensturm "Alex", der sich unweit des Golfs von Mexiko gebildet hat, droht, die Anstrengungen im Kampf gegen die Ölpest stark zu behindern. Seine starken Winde könnten außerdem die Wasserverschmutzung noch verschlimmern.

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Urlauber lassen sich den Besuch in Gulf Shores, Alabama, nicht von Ölpestbekämpfern vermiesen© Lee Celano/Reuters

Der erste Tropensturm der diesjährigen Hurrikan-Saison weckt die Sorge vor neuen Problemen beim Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko. Der "Alex" getaufte Sturm bildete sich am Samstag im Westen der Karibik nahe der mexikanischen Halbinsel Yucatan, wie das Nationale Hurrikan-Zentrum NHC der USA bekanntgab.

Der Sturm dürfte mit Windgeschwindigkeiten von 55 Stundenkilometern in Richtung US-Golfküste ziehen. Kommende Woche wird er am Ort der Ölkatastrophe erwartet, wo er die Bemühungen zur Reinigung und zum Auffangen des weiterhin auslaufenden Öls zu beeinträchtigen droht. Zudem könnten starke Winde den Ölschlick schneller an die Küste treiben.

Die US-Küstenwache erklärt, die Arbeiten am Unglücksort der "Deepwater Horizon" müssten fünf Tage vor dem Ankunft eines Sturms abgebrochen werden.

Am Samstag wollten Aktivisten im US-Bundesstaat Louisiana entlang der Küste gegen weitere Ölbohrungen und für die Nutzung sauberer Energien demonstrieren. An der Aktion unter dem Motto "Hände über dem Sand" wollten sich auch zahlreiche Menschen in anderen US-Bundesstaaten sowie in etwa 30 Ländern weltweit beteiligen.

Warnung vor der Zerstörung von BP

Der britische Premierminister David Cameron warnte am Rande des G-8-Gipfels vor einer "Zerstörung" des Ölkonzerns BP, den die Ölpest Milliarden von Dollar kostet. Der neue Londoner Regierungschef betonte im kanadischen Rundfunksender CBC zugleich, es sei "in unser aller langfristigem Interesse", "Klarheit" über die Gesamtkosten für BP zu erlangen. Cameron wollte am Samstag seine ersten bilateralen Gespräche mit US-Präsident Barack Obama führen.

Am Freitag war der Aktienkurs von BP auf neue Tiefstände eingebrochen. Seit der Ölkatastrophe hat der Ölriese 55 Prozent seines Börsenwertes verloren - und damit viele Milliarden Euro. Bislang kostete die Ölpest BP nach eigenen Angaben 2,35 Milliarden Dollar (rund 1,9 Milliarden Euro).

Am 20. April war die Ölbohrinsel "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko explodiert, wobei elf Arbeiter ums Leben kamen. Zwei Tage später sank die Plattform. Seither strömen täglich Millionen Liter Öl ins Meer.

san/AFP/Reuters
 
 
KOMMENTARE (1 von 1)
 
bayerbienengift (26.06.2010, 15:59 Uhr)
Ein Witz von der Zerstörung BPs zu sprechen -
Angesichts der massiven Zerstörungen die BP mit seiner verfehlten, korrupten und hirnlosen Energiepolitik angerichtet hat. Seit Jahren wird vor dieser Problematik (Offshorebohrungen) gewarnt, doch die Energiekonzerne sind unbelehrbar, profitgierig und korrumpieren die Politiker, voll auf Oelenergie zu setzen, bis alles Oel aufgebraucht ist. BP wird nicht zerstört, sondern hat sich günstigenfalls selber zerstört. Hoffentlich reicht das aus der Abwicklung von BP freiwerdende Geld, die entstandenden Schäden halbwegs zu beseitigen. Den anderen Konzernen wird bei gleichbleibender Energie-Politik, das gleiche Schicksal bevorstehen, wie BP.
Zu erwähnen wäre hier noch de (Mit-)Schuld der Verbraucher, die auf immer größere Autos (Boliden) setzen, anstaltt mal einen Gang zurückzuschalten.
Die Alternative ist eine regenerative Energiepolitk mit sparsamer Elektromobilität. Aber solange wir im Sommer unser Wasser mit fossiler Energie erhitzen, die Klimaanlagen und Dampfturbinen nicht mit Sonne betreiben, sollen die Energiekonzerne im Oel ersticken.
Denn dann wird das Oel so teuer werden, dass zwangläufig die regenerative Energie zum Zuge kommen muss. Teuer wird es ohnehin irgendwann werden.
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