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14. März 2008, 16:31 Uhr

"Bei uns ist alles inklusive"

Die Beziehung zu einigen Luxus-Callgirls kostete gerade den New Yorker Gouverneur Eliot Spitzer den Posten. Solche Damen gibt es auch bei uns: Eine heißt Jocelyn und spendet Männern in Leipzig exklusive Freuden. Mit stern.de sprach sie über Preise, Praktiken - und was sie nie machen würde. Von Karin Spitra

so wirbt Jocelyn auf ihrer Internetseite für ihre Dienste. Die 23-Jährige will ihr Studium zwar beenden, aber weiter als Callgirl arbeiten© privat/Jocelyn

"Amerikanerin, zierliche, sehr hübsche Brünette, 1,67 Meter groß, 52 Kilo" - so beschreibt sich "Kirsten", alias Ashley Dupré von Luxus-Callgirlring Emperor's Club V.I.P. Das vierstündige Schäferstündchen mit ihr hatte gerade den US-Politiker Eliot Spitzer sein Amt gekostet. Und seine Ehefrau durfte in der gesamten US-Presse nachlesen, dass ihn der Spaß 4300 US-Dollar gekostet hatte - Minibar inklusive. Hätte der kontaktfreudige New Yorker Gouverneur ähnliche Dienste im schönen Leipzig in Anspruch genommen, wäre es deutlich billiger gekommen: Hier hätte er für die gleichen Freuden 600 Euro gezahlt.

So viel verlangt Jocelyn, 23 Jahre alt. Natürlich ist das nicht ihr richtiger Name, aber sonst beschreibt sie sich auf ihrer Website sehr ehrlich: "Deutsch, 167 cm, dunkelbraune lange Haare, grüne Augen, Maße: 94-66-92, 56 Kg, Körbchengröße 75 C." So viel Schönheit hat seinen Preis - "aber der hängt bei uns halt auch vom Standort ab", erklärt Jocelyn. Würde sie ihrem Geschäft in Hamburg, München oder einer großen Messestadt wie Frankfurt nachgehen, könnte sie für vier Stunden schon deutlich mehr verlangen. "Hinzu kommt, dass es Jocelyn erst seit August gibt. Wenn man neu am Markt ist, kann man auch noch nicht so exklusive Preise verlangen", erzählt die junge Frau.

200 Euro kostet ein "Dinner-Date". In den zwei Stunden wird tatsächlich nur gemeinsam gegessen, "kennen lernen" nennt das Jocelyn. Wer mehr will, der ist beim "Tête-à-tête" richtig, denn dort gibt's schon "erotische Zweisamkeit für 400 Euro", wie Jocelyn die blumigen Umschreibungen übersetzt. "Übernachtung mit gemütlichem Frühstück und Reanimation" kostet dann gleich 1200 Euro - Spesen selbstverständlich exklusive. Das kann sich ganz schön läppern, "denn ich bin absolut nicht besuchbar", erläutert das Callgirl. Wer ihre Dienste in Anspruch nehmen will, muss sie also erst einmal anreisen lassen - gerne auch per Bahn und Flugzeug, dafür kommen dann nochmals extra Reisekosten hinzu. Hotelzimmer, Schampus oder ähnliche Getränke zahlt natürlich auch der Mann.

Unangenehme Männer werden ausgesiebt

"Dafür verrechnen wir dann aber keine Extras", hat Jocelyn einen kleinen Trost parat. "Im Gegensatz zum Puff, wo jedes Extra abgerechnet wird, ist bei uns alles inklusive." Doch Geld allein reicht nicht, um in den Genuss von Jocelyns Dienste zu kommen. "Ich telefoniere mit jedem Kunden vor der Verabredung. Dabei werden die Extrawünsche abgesprochen", verrät die Edelhure. Genauso wichtig sei ihr der vorherige Kontakt aber auch, um die Kunden vorher auszusieben. "Wer mich nicht mit Respekt behandelt, kommt nicht zum Zug", lautet ihr Credo. Typen die glauben, sie würde ihnen gehören, nur weil sie ihr Geld geben, findet sie gräßlich - und sortiert sie aus.

Das sei auch wichtig, um Spaß am Job zu haben. "Ich komme aus einer ganz normalen bürgerlichen Familie. Aber ich hatte schon immer einen Hang dazu, mehrere Männer zu haben", erzählt Jocelyn. Und dass sie irgendwann gedacht hätte "Mensch, lass' doch mal das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden." Denn ohne Spaß - da ist sich die Leipziger Studentin sicher - könne man in dem Job auch nicht erfolgreich arbeiten: "Man kann einem Kunden vielleicht ein, zwei Stunden etwas vormachen, aber das über mehrere Stunden durchzuhalten ist unmöglich."

Nur mit Spaß dran, ist man auch gut

Deshalb sei das Aussieben unangenehmer Kunden auch so wichtig: "Ich mache ja selbst meist nur Termine ab vier, fünf Stunden - da muss die Chemie stimmen." Das sei aber gar nicht so schwierig, erzählt Jocely weiter: "Viele wollen einfach nur eine schöne Zeit erleben und aus ihrem Alltag herausgerissen werden. Man glaubt gar nicht, wie viele Männer einfach nur herumalbern und lachen und knutschen wollen." Und dass das mit den Extras gar nicht so wild sei. Dass Männer viel simpler gestrickt seien, als man oft annimmt. Höchstens ein Drittel würden noch einen zusätzlichen Kick brauchen. So wie neulich, als ein Kunde "wirklich sehr viel mit Nylons" wollte.

Dass sie gerne mit einer Freundin ("Scarlett") zusammen arbeitet, es aber für viele Männer auch eine Preisfrage sei. "Immerhin müssen sie dann zwei Damen bezahlen, das läppert sich", so Jocelyn. Dass einige Männer richtiggehend auf sie sparen würden. Und dass sie eigentlich keine Tabus kennt. Außer einem: "Ohne Gummi geht gar nichts."

Denn was Jocelyn zum Luxus-Callgirl macht, ist nicht der höhere Preis, oder die Art möglicher Extras. "Der Unterschied zu einer normalen Hure liegt darin, dass wir uns auf die Männer einlassen", erzählt sie. Und dass sie mit ihren Kolleginnen versuchen würde, den Männern genau das zu geben, was sich diese wünschen: "Wir streicheln ihre Seelen - und nehmen dafür Geld."

Von Karin Spitra
 
 
KOMMENTARE (10 von 24)
 
Vanessa-Eden (15.03.2008, 14:01 Uhr)
traumwelt
na na... da machen wir uns jetzt aber mal nichts vor. Viele Treffen, bei denen Sex überhaupt keine Rolle spielt, gibt es bei weitem nicht. Es gibt sie, aber sie sind die Ausnahme - AUSNAHME. Escort = Prostitution. Auch wenn wir es noch so schön verpacken (was wir ja tun), es ist und bleibt fakt.
Gruß Vanessa
Begleitung-Sophie (15.03.2008, 13:27 Uhr)
Sehr schöner Artikel
Es ist genauso wie Jocelyn es hier beschrieben hat und Vanessa und Eve in Ihren Kommentaren auch bestätigen. Es geht bei weitem nicht nur um Sex, sondern der Kunde liebt die unbeschwerte Gesellschaft einer Frau die Ihm den Alltag vergessen macht.
Ein Escort zeigt nie schlechte Laune und zeigt immer die Sonnenseite. Ein Escort wird man nicht als solches erkennen wenn man in einem Restaurant sitzt denn Sie wird sich in jeder Umgebung zurechtfinden. Als Frau wird das Escort auffallen, aber niemand wird annehmen, das es sich um ein bezahltes Date handelt. Diese Diskretion und die angenehme Zeit ist es die bezahlt wird. Es gibt viele Treffen, bei denen der Sex überhaupt keine Rolle spielt.
LG
Sophie
sausklaus (15.03.2008, 12:18 Uhr)
oh je joe
Lieber joeausheide,
anscheinend bist DU nicht ganz des lesens und verstehens mächtig. Ich habe nur deinen dümmlichen Satz kommentiert, dass "es ein schmutziges Gewerbe ist!" Erst denken dann schreiben!!
Vanessa-Eden (15.03.2008, 11:53 Uhr)
re: armeselig
Ja, Du hast offensichtlich ein Problem mit diesen Damen. Ich würde sagen, Du bist eine Frau. Denn diese heftigen Reaktionen auf das Gewerbe wird oft geschürt von Eifersucht und Neid. Wie bereits beschrieben wurde. Es ist das älteste Gewerbe der Welt und warum soll man sich, wenn man Geld und wenig Zeit hat, nicht ein wenig Zärtlichkeit "kaufen". Es ist Balsam für die Seele und muß nicht immer gleich was mit Sex zu tun haben.
Nochmals zum Artikel. Alle, die natürlich bestens informiert sind wissen, dass gerade die Leipziger Buchmesse stattfindet. *zwinkerzwinker*
Na, wenn das mal nicht genauestens platziert war *grins*
schlau gemacht
gruß Vanessa
Kalox (15.03.2008, 10:08 Uhr)
armselig
es geht mir beim besten willen nicht in den kopf, was betuchte leute dazu treibt (preis spielt erstmal keine rolle) geld für lügen auszugeben. warum bitte? ich kann nur folgendes daraus herleiten: diese menschen sind beiderseits opfer, der freier, der den frust eines normalen flirts in der normalen welt scheut und auf der anderen seite die prostituierte, die sich einbildet, jemandem damit einen gefallen zu tun. und diese peinliche tretmühle vom "ältesten gewerbe" mit "alt überliefertem" hohem respekt (klaro, jüngere geschichte wird auch so schon verklärt und schöngeredet, da weiss man genau, was wie es vor 2000(!) jahren war.
also ich kenne keinen menschen, der eine frau/freundin/gespielin haben will, die mal nutte war und keinen der möchte, dass seine schwester, tochter, cousine, mutter, tante oder sonstwer aus familie oder freundeskreis so etwas macht. es ist und bleibt ein verachteter beruf. punkt. aber wer sich was vormachen will, christoph daum glaubte ja auch keine drogen genommen zu haben...
Mon-amour-escort (15.03.2008, 00:54 Uhr)
Negativberichte gibt es oft genug!
Ich finde es gut, dass man auch mal die angenehme Seite des Escort zeigt und nicht immer nur die eine Schiene. Jeder Job hat seine guten und schlechten Seiten. Und was die freie Kundenwahl angeht. Auch in Agenturen wird niemand zu etwas gezwungen. Wenn eine Dame mit einem Kunden unzufrieden ist, dann kann sie gehen ohne, dass sie zur Rechenschaft gezogen wird. Man würde sich nur höchstens fragen, warum es immer bei der selben so ist und irgendwann handeln.
Erstmal gute Nacht an alle. Mal sehen was sich morgen hier noch so getan hat.
Vanessa-Eden (15.03.2008, 00:48 Uhr)
nochmal an den Joe
Hi nochmal,
ja, was diesen Inhalt angeht, sagte ich auch bereits, dass ich den gesamten Artikel eher flach finde. Es klingt mehr nach einer PR, als nach einem kritischen Bericht. So wird hier wirklich nur von Jocelyn gesprochen und nicht von Escortservice allgemein. Ob das bei ihr tatsächlich der Fall ist, dass sie sich die Kunden wählt, kann man wohl nicht einsehen. Auf der Website ist außer telefonieren von keiner weiteren Selektion die Rede. Somit sollte sich das also in Grenzen halten *zwinker*
Was Agenturen angeht hast Du selbstverständlich recht, doch davon war im Artikel auch nicht die Rede.
Guts Nächtle
Vanessa
CerberusDoe (15.03.2008, 00:41 Uhr)
Edel oder nicht..
..werft mal einen Blick in die Geschichte..es gab immer den Unterscheid zwischen Kurtisane und "Hure". Und sog. Edelhuren, Callgirls etc, sind in meinen Augen die Nachfolgerinnen der Kurtisanen. Den Herren den Tag versüßen, wie auch immer. gerne auch nur durch Gespräche.
Was ist daran schlimm? Mal angesehen davon das ich "normale" Prostitution auch nicht schlimm finde. Ein Job wie jeder andere. Manche Hausfrauen machen doch auch die Beine breit um vom Ehemann den Benz zu kriegen, da sind Prostituierte ehrlicher.
Also nicht unterkriegen lassen sondern weitermachen.
(Und ja, wenn ichs nötig hätte würd ich mir eine netten Herren buchen, das gebe ich zu.)
JoeausderHeide (15.03.2008, 00:16 Uhr)
RE
Ok, danke fuer die Aufklaerung. Das macht durchaus Sinn.
Trotzdem waere es im Sinne des Journalismus gut wenn der Artikel nicht so einseitig berichten wuerde. Es gibt bestimmt auch Negatives ueber das "Escort" Business zu berichten. Zum Beispiel die Sache mit der freien Kundenwahl, ich glaube nicht dass das bei allen Escortagenturen der Fall ist.
Trotzdem danke fuer die Aufklaerung.
Vanessa-Eden (15.03.2008, 00:05 Uhr)
Hi Eve :-)
schön, Dich auch hier zu treffen. Aufklären möchte ich nicht unbedingt. Der Artikel, so müssen auch wir zugeben ist in der Tat ein wenig flach. Aber mit flachen Beiträgen kennen wir uns ja bestens aus :-)
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