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7. Juni 2010, 14:38 Uhr

Deutsche machen sich am meisten Sorgen

Es gibt viele europäische Länder, in denen die Menschen mehr Grund zur Sorge hätten. Doch einer Studie zufolge ist kein Volk so von Ängsten geplagt wie die Deutschen. Die größte Sorge ist dabei seit 20 Jahren immer die gleiche.

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Jobverlust, Inflation, Krankheit: Die Sorgen der Deutschen sind einer Umtrage zufolge in diesem Jahr deutlich mehr geworden© Oliver Lang/DDP

Die Deutschen machen sich so viele Sorgen wie seit Langem nicht und mehr als die Einwohner anderer europäischer Staaten. Das besagt eine Umfrage unter 13.200 Verbrauchern in mehreren Ländern, deren Ergebnisse die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Montag präsentierte. "Auffällig ist dieses Jahr, dass die Zahl der Sorgen, die genannt werden, praktisch explodiert", sagte GfK-Geschäftsführer Raimund Wildner.

An erster Stelle steht laut GfK die Angst vor dem Jobverlust: Zwei Drittel der Deutschen sind demnach besorgt über den Arbeitsmarkt, neun Prozent mehr als im Vorjahr. "Die größte Sorge der Deutschen ist und bleibt die Arbeitslosigkeit", sagte Wildner. "Das war die letzten 20 Jahre so."

Damit sind die Deutschen Spitzenreiter in Europa. Im europäischen Durchschnitt hatten nur 43 Prozent die Sorge, den Job zu verlieren. Dabei sind zumindest in Deutschland die Sorgen weitgehend unbegründet: Trotz des Rekordeinbruchs der Wirtschaftsleistung von fünf Prozent 2009 stieg die Arbeitslosigkeit auch dank des Einsatzes der Kurzarbeit kaum. Zuletzt wurden sogar wieder neue Jobs geschaffen.

Angst vor Konjunkturflaute und steigenden Preisen

An zweiter Stelle steht der Umfrage zufolge die wirtschaftliche Entwicklung: Mehr als ein Viertel der Deutschen sei besorgt, dass die Konjunktur an Schwung verliere, hieß es. Die Aussichten für das laufende Jahr sind jedoch vergleichsweise günstig: Experten rechnen mit einem Wachstum von ungefähr zwei Prozent, manche Volkswirte sind sogar noch optimistischer.

Zunehmend rückt auch die Inflation wieder in das Bewusstsein der Deutschen: Fast ein Viertel habe Angst vor steigenden Preisen, teilte die GfK mit. Vor allem im Osten der Bundesrepublik fürchteten sich die Verbraucher vor einer Inflation. Zuletzt hat die Teuerung zwar wieder angezogen, der Preisanstieg ist jedoch immer noch vergleichsweise niedrig und weit von der Marke von knapp zwei Prozent entfernt, bei der die Europäische Zentralbank Preisstabilität gewährleistet sieht.

Auch beim Gesundheitssystem sehen die Bundesbürger Handlungsbedarf: "Mit 21 Prozent zeigten sich seit 1990 noch nie so viele Deutsche beunruhigt über die Versorgung im Krankheitsfall", berichteten die Experten. Im Vorjahr seien es nur halb so viele gewesen. Derzeit streitet die schwarz-gelbe Koalition über die Einführung einer Kopfpauschale. Unbenommen davon sind zahlreiche Versicherte von höheren Kosten betroffen, wenn die Krankenkassen aus Geldnot Zusatzbeiträge von bis zu 37,50 Euro erheben.

Reuters/DPA
 
 
KOMMENTARE (9 von 9)
 
vegefranz (08.06.2010, 07:05 Uhr)
nach einem EU-Austritt wäre sicher ein Grossteil der Probleme beseitigt

nehmen wir uns ein Beispiel an de Schweizern.

Die konnten ihren Wohlstand bewahren, indem sie sich gegen die EU und die Einwanderungswellen gewehrt haben.
jomimo (07.06.2010, 20:49 Uhr)
German Angst ist leicht zu beseitigen
Wir leben ab heute wie alle anderen in EU und schon sind Zukunftssorgen weggewischt.

Wir vergessen einfach unser anerzogenes Verantwortungsgefühl für andere.

Wir haben allerdings den Nachteil, in einer Region zu wohnen, in der die Winter richtig kalt werden.

Hat GB nicht, den sie haben eigenes Öl und Erdgas.
Nun, trotzdem könnten wir etwas dafür tun, nämlich aufhören zu heizen im nächsten Winter. Das Zahlvolk würde enorm reduziert, den Rest - Muslime und Immigranten nehmt Ihr ja sowieso gerne auf und Bereicherung ist unbezahlbar.

So könnte D ein Platz werden, der Euch gefällt.

eric111 (07.06.2010, 19:27 Uhr)
German Angst
In Deutschland ist, gelinde gesagt, einfach alles ein Problem. So eingeschränkt ist kaum ein Volk. Klar spielt das Wetter eine Rolle, doch die deutsche Kultur hilft da auch nicht gerade positiv weiter. Deutsche sind, waren und bleiben in allem verunsichert, was sich nicht auf Leistung bezieht. Deutsche können nicht anders, Leben um zu Arbeiten, sind ohne Leistung nichts!
iosono (07.06.2010, 16:22 Uhr)
@undjetztnochder
natürlich gibts da einen zusammenhang.
genauso wie mit der behauptung das deutsche ständig jammern-aber mit diesem rumjammern,also nie zufrieden sein,haben produkte ''made in germany'' ihren guten ruf.wo andere länder sagen ''passt schon''-da jammert der deutsche qualitätsprüfer.........
und was die ''german angst'' betrifft-da braucht man nur in die USA zu schauen um zu sehen wie eine einfache ''krankenversicherung für alle'' zu sozialismus und euthanasie-programm-ängsten führt.
und die briten sollten sich mal über ihre europa-angst gedanken machen -))
Motte07 (07.06.2010, 16:06 Uhr)
@Josh67
Einen schöneren Beweis für die "German Angst" als Ihren Beitrag konnte man nicht finden.
undjetztnochder (07.06.2010, 16:06 Uhr)
@DasBertl @iosono
Vielleicht gibt es ja sogar einen Zusammenhang zwischen der german Angst und unseren wirtschaftlichen Erfolgen. Zuviel Optimismus stimmt zwar für den Augenblick ganz fröhlich, aber mittel- und langfristig scheint man damit ehr die falschen Entscheidungen zu treffen und schlechter zu fahren, siehe z.B. die "sorglosen Griechen".
DasBertl (07.06.2010, 15:36 Uhr)
Warum...
Warum, meint ihr wohl, spricht man auf der Insel von "The German Angst"? Sie gehört offenbar zu unserer Kultur... zur deutschen Kultur. Ob das erstrebenswerte Kultur ist sei mal dahingestellt. Aber sie gehört zu uns, wie die Siesta zu Mexiko^^
iosono (07.06.2010, 15:24 Uhr)
macht euch keine sorgen
lebt mehr wie die südländer,zb, griechen -)
Josh67 (07.06.2010, 15:17 Uhr)
Lieber Stern
Zitat:"Dabei sind zumindest in Deutschland die Sorgen weitgehend unbegründet: Trotz des Rekordeinbruchs der Wirtschaftsleistung von fünf Prozent 2009 stieg die Arbeitslosigkeit auch dank des Einsatzes der Kurzarbeit kaum. Zuletzt wurden sogar wieder neue Jobs geschaffen"

In Wahrheit haben wir wesentlich mehr Arbeitlose als offiziel verkündet.
Und die tollen neu geschaffenen Jobs will niemand haben, da niemand von der Betahlung dieser Jobs leben kann.
Durch Hartz IV ist man nach einem Jahr Arbeitslosigkeit gezwungen diese "tollen" neuen Jobs anzunehmen.
Was meist bedeutet: Zeitarbeit für einen Hungerlohn.
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