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12. Juli 2011, 12:05 Uhr

Rebekah Brooks - Supermacht am Abgrund

Sie ist eine enge Vertrauen Rupert Murdochs und gilt als medienpolitische Supermacht: Rebekah Brooks. Nun drohen Machthunger und Ehrgeiz der Ex-Chefin der "News of the World" zum Verhängnis zu werden. Von Titus Kroder, London

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Ein Abgang für längere Zeit? Rebekah Brooks verlässt das Gebäude von "News of The World"© Peter Macdiarmid/Getty Images

Sie lernte reiten, weil ihr Chef ritt. Sie lernte Golf spielen, weil ihr Vorgesetzer es tat. Rebekah Brooks holte auch schon mal in ihrem R5 eine Kiste "Viagra-Bier" von einer Straßburger Brauerei ab, um sie für eine Verlosung in die Redaktion zu bringen. Ursprünglich war sie Sekretärin. Jetzt ist die 43-Jährige Rupert Murdochs Statthalterin in Großbritannien - die wohl einflussreichste Medienmanagerin des Landes. Noch. Aufstieg um jeden Preis verlangt Aufopferung um jeden Preis. Und eine gehörige Dosis Schmerzfreiheit. "Stellen Sie sich den besten Netzwerker vor, den sie kennen. Multiplizieren Sie das mit zehn, und Sie haben: Rebekah Brooks", sagt einer, der sie gut kennt.

Neben Murdoch wurde vor allem Brooks zur Zielscheibe von Kritik. Sie war Chefredakteurin beim lauten Boulevardblatt "News of the World", als dessen Journalisten das Handy eines jugendlichen Mordopfers anzapften und damit heute verspätet eine medienpolitische Großkrise in Großbritannien auslösten. Brooks, als Einzelkind aufgewachsen in Daresbury bei Liverpool, wollte bereits mit 14 Journalistin werden. Charme, Mut, Beharrlichkeit und Unbarmherzigkeit führten dazu, dass sie mit 20, nach Wandermonaten in Paris, bei dem Skandalblatt einstieg. Aus der Sekretärin wurde schnell eine Feature-Autorin für die Magazinbeilage.

Zehn Jahre lang kannte Brooks bei ihrer Arbeit wenig Skrupel. Für ein Interview mit dem Rittmeister von Prinzessin Diana ließ sie den Raum verwanzen. Als Reinigungskraft verkleidet schlich sie sich in die Redaktionsräume des Rivalen "Sunday Times" ein, um am Abend vor der Veröffentlichung die Exklusivgeschichte auf Seite eins abzukupfern. Der Erfolg solcher Aktionen hievte sie im Jahr 2000 auf den Chefposten bei dem Sonntagsboulevardblatt. Schon drei Jahre später holte Murdoch sie als enge Vertraute in seinen Konzern. Wie eine Tochter sei sie für ihn mittlerweile, heißt es.

Wer bei Brooks alles zu Gast war

Als Vorstand von News International, dem britischen Zeitungsarm des Imperiums, hält die Frau mit den wilden roten Locken seither Hof in der Londoner Regierungspolitik. Sogar der biedere Premierminister Gordon Brown war Gast auf ihrer glamourösen Hochzeit. Browns medienversessene Kollegen Tony Blair und David Cameron sind ohnehin Dauergäste auf allerhand Veranstaltungen des Konzerns. Blairs Frau Cherie etwa gab Brooks und damit der Murdoch-Presse zuerst die exklusive Nachricht von ihrer erneuten Schwangerschaft. David Cameron und dessen Frau Samantha gehören zu Brooks' engeren Freunden, mit denen sie im kleinen Kreis zu Abend isst. Und nicht nur U2-Sänger Bono oder Filmregisseur Guy Ritchie umgarnt Brooks mit Einladungen zu ihren Empfängen. Auch hohe Polizeivertreter, die nun erstmals mit wirklichem Biss gegen die Machenschaften der "News of the World" zu ermitteln scheinen, genießen die Nähe zur medienpolitischen Supermacht der Rebekah Brooks.

Doch die Strippenzieherin hat bereits angedeutet, dass die Polizei von ihren Journalisten bezahlt wurde, wenn sie sich auch nicht an konkrete Fälle erinnern mochte. Jetzt wird es ernst: Gerät sie in den engeren Fokus der laufenden Kriminalermittlungen, dürfte Brooks für Murdoch nicht mehr haltbar sein. er Vize Andy Coulson, der spätere Kommunikationschef des britischen Premierministers David Cameron, war hinter Rebekah Brooks die Nummer zwei bei der „News of the World“. Coulson ist inzwischen verhaftet worden und wird von der Polizei im Abhörskandal befragt. Die Chefin Wie Coulson behauptet auch seine damalige Vorgesetzte bislang, von den Machenschaften der Journalisten bei ihrer Zeitung nichts gewusst zu haben. Brooks könnte die nächste Verhörkandidatin von Scotland Yard sein.

Übernommen aus ... FTD FTD
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Von Titus Kroder, London
 
 
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