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Christiane F. - Mein Leben nach "Bahnhof Zoo"

Mit dem Buch "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" wurde sie berühmt. Nun erzählt Christiane Felscherinow, was danach kam: Partys, Promis – und das "größte Geschenk ihres Lebens".

Von Peter Meroth

  Christiane Felscherinow bekannt als Christiane F. Das Schicksal des heroinsüchtigen Straßenmädchens Christiane F. bewegte Millionen Menschen. 35 Jahre nach dem Welterfolg des autobiografischen Buches "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" erzählt die Berlinerin in ihrer Biografie "Christiane F. - Mein zweites Leben" ihr ganzes Leben.

Christiane Felscherinow bekannt als Christiane F. Das Schicksal des heroinsüchtigen Straßenmädchens Christiane F. bewegte Millionen Menschen. 35 Jahre nach dem Welterfolg des autobiografischen Buches "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" erzählt die Berlinerin in ihrer Biografie "Christiane F. - Mein zweites Leben" ihr ganzes Leben.

Bernd Eichinger hatte mein Buch verfilmt, der Film war in Europa ein großer Erfolg und sollte nun auch in Amerika in die Kinos. Wir flogen First Class nach Los Angeles!", so beginnt für Christiane F. 1982 eine besonders bewegte Zeit. Schonungslos wie immer schildert sie, was geschah. "Eine Nacht habe ich mit Van Halen durchgekokst, dieser amerikanischen Hardrockband. Das war auf einer Privatparty von AC/DC. Damals waren diese Anhänger mit dem eigenen Namen auf kleinen Reiskörnern total angesagt." Man trug sie in winzigen Fläschchen um den Hals gehängt. "Die Jungs von Van Halen hatten aber keine Reiskörner in den Fläschchen, sondern Kokain", schreibt sie in einem exklusiven Vorabdruck ihres neuen Buchs im stern.

Zurück zum Heroin

Christiane Felscherinow, so ihr voller Name, hatte ihre Anonymität zu dieser Zeit bereits aufgegeben. Sie versuchte eine Karriere als Sängerin und Schauspielerin, war Gast in Talkshows, verkehrte in Künstler- und Schriftstellerkreisen. Ihre Geschichte hatte Millionen bewegt. Sie machte vielen Deutschen erstmals bewusst, was sich in den dunklen Ecken der Republik abspielte: Drogenhandel, Kinderprostitution, Fixerelend. Die stern-Serie über die "Kinder vom Bahnhof Zoo" fesselte 1978 die Leser, das Buch, das daraus entstand, erreichte bis heute in 20 Ländern eine Auflage von fast fünf Millionen Exemplaren.

"Geld hatte ich genug, das war nicht das Problem. Auf meinen deutschen Konten lag fast eine halbe Million", schreibt sie über eine Reise nach Griechenland 1987. Doch der schöne Grieche, in den sie sich dort verliebte, war ein Junkie, und mit ihm verfiel sie weiter dem Heroin. Nach sieben Jahren trennte sie sich von ihm.

Das größte Geschenk

Zurück in Berlin stabilisierte sich ihr Leben. Im Herbst 1996 wurde ihr Sohn geboren. "Phillip ist das größte Geschenk meines Lebens, und wir waren ein tolles Team", schreibt sie. "Der Junge tat mir einfach gut, ich wurde durch ihn ein besserer Mensch." Doch immer wieder gab es Gerüchte, sie sei rückfällig geworden. Reporter bedrängten sie. Als sie mit ihrem Sohn nach Amsterdam fliehen wollte, wurde ihr das Sorgerecht entzogen, Phillip kam in eine Pflegefamilie.

Ihr Sohn ist heute ein Jahr älter, als Christiane F. bei ihrer Drogenbeichte war. "Phillip lebt zusammen mit fünf anderen Pflegekindern in einem großen Haus in Brandenburg", schreibt sie. Obwohl sie 2010 das Sorgerecht zurückbekam, habe sie sich nicht bemüht, ihn wieder zu sich zu holen. Sie kann ihren Sohn besuchen, er kann die Wochenenden bei ihr verbringen. Aus seinem Umfeld wolle sie den 17-Jährigen aber nicht reißen. "Denn inzwischen denke ich, dass es gut ist, so wie es ist", schreibt sie.

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