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16. November 2006, 10:29 Uhr

Ermittler schließen Nataschas Akten

Die Ermittlungen im Fall Natascha Kampusch sind abgeschlossen. Nachdem in drei Monaten über 200 Zeugen befragt wurden, werden die Akten in dem spektakulären Entführungsfall Medienberichten zufolge wohl noch diese Woche geschlossen.

© TF1

Drei Monate nach der Flucht der 18-jährigen Natascha Kampusch aus achtjähriger Gefangenschaft bei ihrem Entführer hat die Wiener Kriminalpolizei die Untersuchung des spektakulären Verbrechens abgeschlossen. Wie ein Polizeisprecher im ORF-Radio sagte, wird die Staatsanwaltschaft möglicherweise noch in dieser Woche entscheiden, ob die Akten in diesem sensationellsten Fall der österreichischen Kriminalgeschichte nun endgültig geschlossen werden.

Nach den monatelangen Ermittlungen der Kriminalpolizei steht inzwischen fest, dass Priklopil keine Komplizen bei seiner Tat hatte, wie Polizeisprecher Gerhard Lang am Donnerstag sagte. Nach der Vernehmung von über 200 Zeugen und dem Studium unzähliger Dokumente durch bis zu 50 Ermittler gebe es keinerlei Anhaltspunkte dafür. Dies habe auch die Entführte selbst bestätigt. Unter anderem wurde der Garten des Entführers in Strasshof bei Wien umgegraben und das Haus nach möglichen weiteren Opfern durchsucht.

Betreuuung geht weiter

Priklopil hatte das Mädchen in den Jahren seiner Gefangenschaft mehrfach bei kurzen Ausflügen und Einkäufen mitgenommen, es jedoch mit Tötungsdrohungen derart eingeschüchtert, dass es nicht zu fliehen wagte. Seit ihrer Flucht wird Natascha Kampusch in Wien von einem Expertenteam betreut. Die Hilfe für das Opfer werde "selbstverständlich" auch nach dem Ende der offiziellen Ermittlungen weitergehen, sagte Lang der Nachrichtenagentur APA.

Kampusch war als Zehnjährige auf dem Schulweg von ihrem Entführer, dem Österreicher Wolfgang Priklopil, gekidnappt worden. Er hielt sie jahrelang in einem fensterlosen Raum in seiner Garage versteckt, bis sie am 23. August fliehen konnte. Ihr Peiniger beging Stunden danach Selbstmord. Der Fall der jungen Frau, die inzwischen zwei Mal längere Fernsehinterviews gab, erregte weltweites Aufsehen und Mitgefühl.

DPA
 
 
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