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2. Juli 2008, 10:29 Uhr

McCanns verlangen Akteneinsicht

Auch wenn die portugiesischen Ermittlungen vorläufig abgeschlossen sind, unterliegt der Fall der verschwundenen Madeleine McCann weiter der Geheimhaltung. Doch die Eltern des Mädchens drängen darauf, die Akten zu bekommen - sie sollen privaten Ermittlern helfen, das Schicksal ihrer Tochter aufzuklären.

Haben die Hoffnung nicht aufgegeben, dass ihre Tochter noch lebt: Kate und Gerry McCann vor einem Monat mit einem Foto von Maddie© Clemens Bilan/DDP

Nach dem vorläufigen Abschluss der Ermittlungen zum Fall Madeleine in Portugal verlangen die Eltern nun die Herausgabe der Polizeiakten. Die Informationen und Hypothesen der portugiesischen Kriminalisten zum rätselhaften Verschwinden des britischen Mädchens sollen nach dem Willen von Kate und Gerry McCann privaten Ermittlern bei der Aufklärung des Schicksals ihrer Tochter helfen, berichtete die Zeitung "The Guardian" am Mittwoch.

"Kate und Gerry werden keine Ruhe geben, bis sie wissen, was mit ihr geschehen ist", sagte der Sprecher der McCanns, Clarence Mitchell. "Wenn Madeleine am Leben ist, werden sie nicht ruhen, bis sie erleben, dass sie wieder nach Hause kommt." Die Staatsanwaltschaft in Lissabon hatte am Dienstag den vorläufigen Abschluss der ergebnislosen Ermittlungen bestätigt - rund 14 Monate nach dem Verschwinden der damals knapp vier Jahre alten Madeleine aus der Ferienwohnung ihrer Familie in der Algarve.

Fall unterliegt weiter der Geheimhaltung

Endgültig werde über eine Einstellung des Verfahrens jedoch erst nach Prüfung des Berichtes der Polizei entschieden, hieß es in einer Erklärung der Anklagebehörde. Mindestens bis Mitte August unterliege der Fall daher weiter der Geheimhaltung. Nach portugiesischen und britischen Presseberichten enthält das Dutzende von Bänden umfassende Dossier nichts, was eine fortgesetzte Einstufung der McCanns als Verdächtige rechtfertigen könnte. Daher wird allgemein mit der offiziellen Entlastung der Eltern Madeleines gerechnet.

Derweil gehen "hinter den Kulissen" private Ermittlungen weiter, erklärte Mitchell. Für diese "sehr gewissenhafte Arbeit in vielen Ländern" seien die portugiesischen Akten von großer Bedeutung. "Diese Informationen könnten helfen, Madeleine zu finden oder doch wenigstens diejenigen vor Gericht zu bringen, die sie entführt haben. Deshalb dürfen diese Unterlagen mit all ihren Informationen nicht einfach in irgendeinem Regal Staub ansammeln."

Bereits vor der vorläufigen Einstellung der Ermittlungen hatten die McCanns juristische Schritte erwogen, um den Zugang zu den Polizeiakten zu erzwingen. Laut "Guardian" haben sie angesichts der neuen Entwicklungen von einer entsprechenden Klage vor dem Obersten Gericht in London Abstand genommen. Nach der offiziellen Schließung des Falls könnten auch in Portugal Privatdetektive tätig werden, denen Ermittlungen wegen des schwebenden Verfahrens bislang untersagt sind, erläuterte Mitchell.

Maddie war am 3. Mai 2007 kurz vor ihrem vierten Geburtstag aus dem Ferienappartment der McCanns verschwunden, während ihre Eltern in einem nahegelegenen Restaurant mit Freunden zu Abend aßen. Ihre Eltern starteten eine weltweite Medienkampagne, um auf den Fall aufmerksam zu machen. Sie zeigen sich bis heute überzeugt, dass ihre Tochter entführt wurde und möglicherweise noch lebt. Der Fund von Blutspuren in der Ferienwohnung und im Mietauto der McCanns legte jedoch Maddies Tod nahe.

DPA
 
 
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