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23. Dezember 2008, 20:36 Uhr

Polizei sucht nun fünf Personen

Wer hat den Anschlag auf den Passauer Polizeichef Alois Mannichl verübt? Die Sonderkommission kommt nicht weiter, ein verdächtiges Paar musste wieder frei gelassen werden. Nun wird nach vier Personen gesucht, von denen detaillierte Beschreibungen vorliegen. Die Polizei veröffentlichte Phantombilder.

Passau Mannichl Attentat Anschlag Fürstenzell Phantombilder

Zeugen oder Täter? Mit diesen Phantombildern sucht die Polizei nach Beteiligten im Attentatsfall Mannichl© BLKA/DPA

Das wegen Beihilfe zum versuchten Mord an dem Passauer Polizeidirektor Alois Mannichl verdächtigte Neonazi-Paar ist am Dienstag freigelassen worden. Gegen den 33-jährigen Mann und seine 22-jährige Frau besteht kein dringender Tatverdacht mehr, weil sie Alibis haben, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei am Dienstag in Passau mitteilten. Die am Mittwoch vergangener Woche erlassenen Haftbefehle wurden aufgehoben. Gefahndet wird nun nach fünf Personen; von vieren gibt es Phantomzeichnungen.

Das dem Umkreis der extremistischen "Freien Nationalisten" zugerechnete Ehepaar aus München war durch Zeugenangaben ins Visier der Ermittler geraten. Es bestreitet jede Tatbeteiligung und hat mehrere Alibizeugen benannt. "Die in den letzten Tagen durchgeführten Überprüfungen haben deren Alibi nicht weiter entkräftet, sondern eher bestätigt", berichtete die Polizei. Nach Mannichls Angaben hatte der Täter eine Glatze und hatte ihn mit den Worten beschimpft: "Viele Grüße vom nationalen Widerstand. Du linkes Bullenschwein, du trampelst nicht mehr auf den Gräbern unserer Kameraden herum."

Nun fünf Personen gesucht

Die 50 Mitglieder starke Sonderkommission sucht nun nach einer Personengruppe, die am Tattag gegen 17 Uhr in Fürstenzell unter anderem am Friedhof und in der Passauer Straße beobachtet wurden. Ob sie in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Tatgeschehen stehen, sei derzeit offen, hieß es. Demnach handelt es sich um eine Frau, die 20 bis 25 Jahre alt, etwa 1,60 Meter groß und schlank ist. Ihre schwarzen schulterlangen Haare wirkten zerzaust und vom Kopf abstehend. Sie hatte ein Piercing am rechten Auge in Kegelform und trug eine Netzstrumpfhose, einen hellkarierten Rock, eine schwarze Jacke mit Reißverschluss, und rundem Ärmelabzeichen, dazu Springerstiefel mit verschiedenfarbenen Schnürbändern. Ein etwa 20 Jahre alter, mittelgroßer Mann hatte einen schwarzen Hahnenkamm auf dem Kopf und am Hinterkopf einen Zopf oder Pferdeschwanz, am rechten Ohr viele Ohrringe.

Gesehen wurde auch ein 20 bis 40 Jahre alter Mann mit Totalglatze, der sehr groß und kräftig war, Speckfalten im Nacken hatte und an der rechten Halsseite ein rundliches, mattrot-schwarzes Tattoo. Der dritte Gesuchte hat eine Tätowierung in Form eines Kreuzes mit durchgehendem Pfeil auf der rechten Gesichtshälfte, mit schwarzem Rand und gelber Nachzeichnung. Er war auffallend groß, 35 bis 40 Jahre alt, hat eine Glatze und spitz verlaufende Ohrmuscheln. Der vierte Mann, zu dem es eine Personenbeschreibung gibt, ist etwa 40 Jahre alt, ziemlich groß, kräftig gebaut, hat einen bulligen Nacken und eine Glatze. Sein Tattoo fällt auf: eine grüne Schlange hinter dem linken Ohr nach vorne verlaufend Richtung Schläfe mit ausgestreckter roter Zunge. Die Polizei betonte, dass sich die Gesuchten sowohl im rechten Spektrum aber auch im Punker- oder Rockermilieu und in der Gothic-Szene aufhalten können.

Mannichl dankt für Lichterdemo

Das Anschlagsopfer Alois Mannichl dankte unterdessen den 700 Einwohnern von Fürstenzell, die am Vorabend mit einer Lichterdemo ihre Solidarität bekundet hatten. Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus habe er sich gut von der Messerwunde in der Brust erholt und freue sich auf Weihnachten im Kreis seiner Familie, erklärte er in einer Mitteilung der Polizei Passau.

Der Zeitung "Passauer Woche" sagte er: "Ich bin kein Held! Meine Kollegen, die rund um die Uhr arbeiten, sind für mich Helden!" Er lasse sich von den Rechtsradikalen nicht klein kriegen und wolle möglichst bald wieder arbeiten. Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Konrad Freiberg, sagte der Düsseldorfer "Rheinischen Post": "Ich bin optimistisch, dass die Straftat aufgeklärt wird. Das ist nur eine Frage der Zeit. Wenn der Hintergrund ermittelt sei, "wird der Schrecken groß sein, was in der rechten Szene für eine Brutalität herrscht und was sich dort insgesamt angestaut hat", sagte Freiberg.

AP
 
 
KOMMENTARE (10 von 64)
 
cobdet (26.12.2008, 20:36 Uhr)
@Gisella
Einfach nur mal die Frage stellen wer in Deutschland die Verfügungsgewalt über Arbeitsplätze hat. Dann wissen sie auch gegen wen sich ihre Wut richten muss.
In diesem Land sind nun mal die Arbeitgeber diejenigen die bestimmen wer bei ihnen zu welchen Konditionen arbeitet.
Ich sagte vorhin schon einmal : Öffnen sie ihre Augen und sehen sie wer wirklich ihr Gegner ist"
Gisella (26.12.2008, 20:25 Uhr)
cobdet
Hallo-und welche Regierungsstelle ist jetzt "verantwortlich"für uns???? Die Männer haben sich vorgestellt und eingestellt wurden zwei "Einwanderer".Wer sitzt an den Kassen der Supermärkte??? Keine Deutschen-ach, so, die wollen nicht arbeiten,stimmt ja. Irgendwas stimmt doch in diesem System nicht mehr.An wen kann ich mich denn nun wenden -mit meiner Wut????-Und wir werden die Arbeitslosigkeit überleben.
cobdet (26.12.2008, 20:00 Uhr)
@Gisella
Wie so ist denn der "Russe" ( mir sind die Kollegen von der CDU immer als Deutsche verkauft worden) Schuld am Verlust des Arbeitsplatzes ihres Sohnes oder Mannes ? Warum richtet sich ihre Wut nicht gegen die Arbeitgeber die die Situation schamlos ausnutzen und Leute nur noch zu diesen Konditionen einstellen.
Da ich selber in dieser Branche arbeite kann ich ihnen übrigens sagen das 7.50 Euro sogar noch viel sind. Ich kenne Fahrer im Fernverkehr die bekommen noch wesentlich weniger.
Und glauben sie wirklich im Ernst unsere "braunen Freunde" würden die "Ausländer" wirklich des Landes verweisen damit sie die Arbeitsplätze freimachen ? Ihre Geldgeber werden denen ganz schnell klar machen das sie dieses Spiel nicht mitmachen es sei denn die Volksdeutschen würden dann alle zu diesen Hungerlöhnen arbeiten.
Wenn sie schon nicht in die Geschichte schauen dann schauen sie sich doch einfach nur an wer hinter diesen Gruppierungen steckt.
Also auch für sie steht der Feind rechts ! Machen sie die Augen auf und sehen sie wer wirklich ihre Gegner sind.
Gisella (26.12.2008, 17:53 Uhr)
Keinheiliger
das attentat wird doch benutzt , um diese Gruppe der Braunen fertig zu machen, zu verbieten, verteufeln-wie immer wir es nennen wollen. Deren These ist doch laut und deutlich-leider auch mit Gewalt-ein besseres Deutschland für uns und natürlich Arbeitsplätze für Deutsche und daher ihre Ansage "Ausländer raus". Ich wollte Ihnen doch nur erklären, dass es keine "Braunen" sein müssen, die das fordern-siehe USA. Dort wird niemand verfolgt, der sich für die Rechte der Bevölkerung stark macht. Und mir ist auch trotz 20 Jahre Aufenthalt dort nicht bekannt, dass sich ein fanatischer Polizist dazu hinreissen lässt, mit allen Mitteln eine Organisation zu vernichten.Ich hoffe, dass ich mich mit "Michl" irre-ich hoffe es wirklich , diese Story ist reif für Hollywood.Und hier wieder -unsere Einwanderungspolitik ist meiner Meinung nach falsch.wir sind nicht wie die USA es ist, ein Einwanderungsland. Daher auch keine entlassenen Gefangenen von GITMO aufnehmen. Deutschland sollte endlich anfangen, sich um seine Bürger zu sorgen. MFG.Gisela
keinheiliger (26.12.2008, 17:11 Uhr)
@Gisella
Zu ihrer Frage: Das Messerattentat, wie auch immer es stattgefunden hat.
Und was meinen sie mit These???
Und was um Himmelswillen hat das mit den Mexikanern in den USA zu tun.
Das sie den Tathergang anzweifeln ist verstaendlich, kann mich auch nicht so ganz davon freimachen, aber das ist doch kein Grund die Migrantenproblematik von nahezu zwei Kontinenten ins Spiel zu bringen.
Gisella (26.12.2008, 15:08 Uhr)
keinheiliger
welches Messer-Attentat??????Wie ist denn die These dieser "Gruppe"???? Und wie ist inzwischen die Meinung vieler Bürger hier im Lande???? In Amerika war man immer gegen die Mexicaner, die den Amerikanern die Arbeit weggenommen haben-die übrigens niemand von den Amis machen wollte.Da hiess es dann -Ausländer raus.............Und es waren keine Braunen-ganz normale US Bürger-und nein, die wurden nicht verfolgt oder haben einen Polizeichef abstechen wollen. Da wir ja noch Meinungsfreiheit hier haben-ich glaube die Geschichten des Opfers nicht-werde mich aber "entschuldigen", wenn ich falsch gelegen habe.Hier wird Hass geschürt.Na, mal abwarten.
keinheiliger (26.12.2008, 13:38 Uhr)
@Gisella
Nun, ich habe sie nicht Braune bezeichnet, sondern sehe ihre verallgemeinernde Darstellung der Einwanderungssituation etwas differenzierter.
Und wenn man sich den Rest ihres Kommentares so durchliest, entsteht der Eindruck, das Abhilfe fuer die von ihnen erwaehnte Problematik durchaus im genannten Lager zu finden sein koennte. Denn mir ist nicht so ganz klar, was das Messerattentat mit der Einwanderung aus dem Osten zu tun hat.
Gisella (26.12.2008, 13:00 Uhr)
keinheiliger
-verstehen sie meine Ironie nicht??? Wir wissen genau, dass ein Freund von uns mit gefälschtem Stammbaum ein Deutscher wurde und auch die gesamte polnische Familie in den 80zigern mitbrachte. Und wenn nicht die "Russland-Deutschen" für 7.50 Euro. LKW fahren würden, dann hätten mein Mann und Sohn jetzt noch ihre Arbeit .Sie sind arbeitslos, die genannten fahren noch. Was bin ich jetzt eine "Braune"???? Wütend bin ich-das ist alles.
Alex64 (26.12.2008, 10:22 Uhr)
... und aeternitas
Rechtsfaschisten sind - genau wie Linksfaschisten - eben nicht auf "rassische" Merkmale beschränkt. Die gibt es überall.
keinheiliger (26.12.2008, 10:19 Uhr)
Apropos Voelkerwanderung,
der Herr mit der merkwuerdigem Schnottenbremse und der albernen Frisur, der seinerzeit mal die deutsche Rasse sogar per Gesetz retten wollte, sah ungefaehr so germanisch aus, wie ein anatolischer Bauer, ohne damit die Anatolier beleidigen zu wollen.
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