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14. November 2010, 12:29 Uhr

Polizei geht von Brandstiftung aus

Nach dem Großbrand im Karlsruher Zoo, bei dem 26 Tiere verbrannt sind, dürfen die Besucher wieder auf das Gelände. Die Ermittlungen zur Brandursache sind noch in vollem Gange, die Polizei hat aber eine erste Vermutung.

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An einer Brücke im Karlsruher Zoo wird der gestrobenen Tiere aus dem Streichelgehege gedacht© Uli Deck/DPA

Brennende Ställe, tote Ponys und Alpakas und in letzter Sekunde gerettete Dickhäuter - bei einem Feuer im Karlsruher Zoo sind am frühen Samstagmorgen alle 26 Tiere des Streichelgeheges gestorben. Am Tag danach rückt die Frage nach der Ursache in den Mittelpunkt. "Wir gehen eher von Brandstiftung aus", sagt ein Polizeisprecher. Denn zeitgleich hätten unweit des Zoogeländes zwei Mülltonnen gebrannt. Ein technischer Defekt sei aber auch nicht gänzlich auszuschließen. Ein Sachverständiger wird am Montag seine Arbeit aufnehmen.

Nachtwache für Dickhäuter

Am Sonntag eröffnete der Zoo bei strahlendem Sonnenschein wieder. "Die Leute strömen, aber das ist am Sonntag normal; es gibt keinen Katastrophentourismus", sagt Direktorin Gisela von Hegel. Die vier Elefanten und zwei Flusspferde, die buchstäblich in letzter Sekunde aus den Flammen gerettet wurden, verbrachten die Nacht im provisorisch wiederhergerichteten Dickhäuterhaus. "Wir hatten aber eine Nachtwache organisiert", sagt von Hegel. Viele Besucher blieben betroffen vor den verkohlten Resten des Streichelzoos stehen. "Wir bekommen viele Anfragen, wohin man Geld spenden kann für den Wiederaufbau des Kinderzoos", sagte die Zoodirektorin.

Das Feuer war aus zunächst im Futterlager des Streichelgeheges ausgebrochen. Angefacht durch starken Wind griffen die Flammen auf das Dickhäuterhaus über. Vier Elefanten, zwei Flusspferde und 70 Flamingos wurden von Feuerwehrleuten und Tierpflegern aus dem stark verrauchten Haus ins Freie gebracht. "Das Feuer strich den Elefanten schon über den Kopf. Es war eine Rettung buchstäblich in letzter Sekunde", beschrieb Feuerwehrchef Roland Goertz die Rettungsaktion. Ein Elefant wurde leicht am Kopf verletzt.

Erstickt, dann verbrannt

Für die 26 Tiere im Streichelzoo kam hingegen jede Hilfe zu spät. Als die Feuerwehr eintraf, standen die Holzgehege in Flammen. "Es war schon totenstill hier", so Goertz. Die Alpakas, Zwergziegen, Shetland-Ponys, Zwergesel und Schafe kamen um - vermutlich erstickten sie im Rauch, bevor sie verbrannten. Getötet wurde auch ein Alpaka- Baby, das erst vergangene Woche geboren wurde. "Unser ganzer Haustiergarten ist komplett weg", sagte von Hegel am Samstag mit Tränen in den Augen.

Anwohner hatten gegen 4.00 Uhr den Brand bemerkt und die Feuerwehr alarmiert. Am späten Samstagmorgen hatten an die 100 Feuerwehrleute die Flammen unter Kontrolle.

Der finanzielle Schaden ist noch unklar. Die Polizei schätzt, dass es mehrere hunderttausend Euro sind. Karlsruhes Oberbürgermeister Heinz Fenrich (CDU) ist zwar froh, dass eine größere Katastrophe verhindert wurde, zeigte sich aber tief betroffen: "Dass ist gerade der Bereich, der bei Kindern so beliebt ist. Für uns ist das ein ganz schlimmes Ereignis." Ob die Stadt wieder einen neuen Streichelzoo aufbauen kann, weiß er nicht.

Susanne Kupke und Frank Heidmann, DPA
 
 
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