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18. August 2008, 08:45 Uhr

Tausende fliehen vor Tropensturm "Fay"

Erst hat er Karibik-Inseln verwüstet, jetzt nimmt Tropensturm "Fay" Kurs auf Florida: Tausende Menschen sind vor dem Sturm auf der Flucht. Meteorologen rechnen damit, dass er sogar zu einem Hurrikan heranwachsen könnte. Mehr als 50 Menschen sind in der Karibik durch den Sturm ums Leben gekommen.

Über die Dominikanische Republik ist "Fay" bereits hinweg gezogen - ein Mensch wurde getötet

Der US-Bundesstaat Florida rüstet sich für den Tropensturm "Fay". Tausende Touristen verließen die Stadt Key West auf der Inselkette Florida Keys. Nach Angaben der Polizei bildeten sich lange Autoschlangen von Urlaubern, die der vor Florida liegenden Insel den Rücken kehrten. Die Behörden hatten die Touristen zuvor aufgefordert, die Insel zu verlassen. Die Einwohner konnten jedoch noch bleiben.

Rund 25.000 Menschen wurden insgesamt in Sicherheit gebracht. Schulen sollten am Montag und Dienstag geschlossen bleiben. In Miami begannen die Menschen, sich mit Vorräten einzudecken. Meteorologen rechneten damit, dass der Sturm über Kuba an Stärke zulegen und als Hurrikan auf Florida treffen könnte.

Fast 50 Tote auf Haiti

Auf seinem Zug durch die Karibik hat "Fay" mehr als 50 Menschenleben gefordert. Im Süden von Haiti wurde ein mit mehr als 70 Fahrgästen besetzter Lastwagen von den Wassermassen eines Flusses erfasst. Wie örtliche Radiosender am Montag berichteten, überlebten nur 25 Menschen das Unglück. Weitere sieben Menschen kamen durch Überschwemmungen und Erdrutsche ums Leben. Auch aus dem Nachbarland Dominikanische Republik waren mindestens vier Tote gemeldet worden.

Zu dem schweren Unfall in Haiti war es am Sonntag gekommen, als das überladene Fahrzeug den Fluss Riviere Glace auf einer Betonrampe durchquerte. Sie ist bei Niedrigwasser für die Durchfahrt vorgesehen. Das Wasser war aber wegen der heftigen Regenfälle stark angestiegen und riss das Fahrzeug mit sich. Im Süden Haitis wurden zudem Dutzende Häuser von dem Sturm zerstört oder beschädigt. Schwere Regenfälle lösten zahlreiche Erdrutsche aus.

Unterdessen hat der Wirbelsturm Zentral-Kube durchquert. Mehr als 15.000 Menschen wurden vor dem Unwetter in Sicherheit gebracht. Am Abend (Ortszeit) sollte der Sturm nach Berechnungen des Hurrikan-Zentrums in Miami (USA) die Keys in Florida erreichen. Am frühen Nachmittag (Ortszeit) war das Zentrum noch etwa 160 Kilometer von Key West entfernt und bewegte sich mit einer Geschwindigkeit von nur knapp 20 Kilometern pro Stunde in Richtung Norden.

"Der genaue weitere Weg des Sturms ist noch etwas unsicher", sagte der Hurrikanexperte Thomas Sävert vom Wetterdienst meteomedia. Es sei möglich, dass sich "Fay" zwischen Kuba und Florida über 30 Grad warmem Wasser deutlich verstärkt und zu einem Hurrikan werden könnte. "Zieht er etwas westlicher auf den Golf von Mexiko, könnte er sogar noch stärker werden", befürchtet Sävert. Dann könnte er zu einem Hurrikan mit Windgeschwindigkeiten von 120 Stundenkilometern werden.

AFP/AP/DPA
 
 
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