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27. November 2009, 07:04 Uhr

Polizei fahndet nach bewaffneten Ausbrechern

Spektakuläre Flucht in Aachen: Zwei Schwerverbrecher sind dort aus der Justizvollzugsanstalt ausgebrochen. Trotz intensiver Fahndung konnten sie bisher nicht gefasst werden. Die Männer gelten als sehr gefährlich. Die Polizei warnt die Bevölkerung eindringlich davor, auf eigene Faust gegen die Ausbrecher vorzugehen.

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Gefährliche Ausbrecher: Die Straftäter Michael Heckhoff (l.) und Peter Paul Michalski sind aus der JVA Aachen entkommen© Polizei/DDP

Die Polizei in Deutschland und im benachbarten Ausland fahndet bisher erfolglos nach zwei gefährlichen Gewaltverbrechern. Sie waren am Donnerstagabend aus der Justizvollzugsanstalt Aachen geflüchtet. Dort hatten sie einen Wächter und einen Pförtner überwältigt. Die Polizei geht davon aus, dass die Männer sich zwei Dienstwaffen aneignet haben. Die Bevölkerung wurde eindringlich vor den Ausbrechern gewarnt. Sie saßen unter anderem wegen Mordes und Geiselnahme ein.

Bei den Gesuchten handelt es sich nach Angaben der Polizei um den 50 Jahre alten Michael Heckhoff und den 46-jährigen Peter Paul Michalski. Beide gelten als brutal und rücksichtslos. Die Polizei warnte Passanten ausdrücklich davor, gegen sie vorzugehen. Ihre Spur verlor sich am frühen Freitagmorgen in der Kölner Innenstadt.

Kölner City zeitweise abgeriegelt

Kurz nach ihrem Ausbruch hatten sich die beiden Kriminellen in ein Taxi gesetzt und den Fahrer aufgefordert, sie nach Kerpen-Buir zu fahren. Dort zwangen sie den Fahrer, gemeinsam mit ihnen in ein anderes Taxi zu steigen und weiter nach Köln zu fahren.

Dort angekommen flüchteten die Verbrecher vom Bahnhofsvorplatz am Dom aus zu Fuß in die Innenstadt. "Seitdem haben wir keine Anhaltspunkte mehr", sagte ein Polizeisprecher. Die beiden Taxifahrer, die einen Schock erlitten, ließen sie frei. Bei der anschließenden Großfahndung setzte die Polizei auch Hubschrauber ein. Zeitweise wurde die Kölner City abgeriegelt. Die Bundespolizei verstärkte die Überwachung der Bahnhöfe und des Flughafens. "Wir tun das Menschenmögliche, um sie dingfest zu machen", so der Sprecher weiter. Auch die Behörden im benachbarten Ausland seien informiert.

Mord und Geiselnahme

Die verurteilten Straftäter saßen in dem Aachener Männergefängnis unter anderem wegen Mordes und Geiselnahme ein. Michael Heckhoff war 1992 an einer Geiselnahme in der sauerländischen Justizvollzugsanstalt Werl beteiligt. Damals hatte er mit einem Mithäftling einen Zahnarzttermin genutzt, um drei Justizbeamte und drei Arzthelferinnen in seine Gewalt zu bringen. Beim Zugriff der Polizei übergoss Heckhoffs Kumpan zwei der Geiseln mit einer brennbaren Flüssigkeit und zündete sie an. Die Frauen erlitten schwere Verbrennungen.

JVA Aachen In der Justizvollzugsanstalt (JVA) Aachen gelten besonders hohe Sicherheitsstandards. Dort verbüßen vor allem zu längerer Haft von zwei und mehr Jahren verurteilte Täter ihre Strafe im geschlossenen Vollzug. Die JVA wurde 1994 in Betrieb genommen, 2004 erweitert und galt damals als eines der modernsten Gefängnisse Europas. 684 männliche Straf- und Untersuchungsgefangene können dort untergebracht werden. Auch etwa 50 zu Sicherungsverwahrung verurteilte Schwerverbrecher sitzen dort ein. Zudem gibt es eine Abteilung der Sozialtherapie mit etwa 35 Bewohnern. Die Strafgefangenen sind in den vier Hafthäusern in der Regel in Einzelzellen untergebracht. Die jährlichen Betirebskosten werden mit etwa 25 Millionen Euro angegeben. In dem Gefängnis sind rund 380 Bedienstete beschäftigt, davon rund 300 im Vollzug.

DPA/AP
 
 
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