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"Wir sind bereit zu sterben"

Ein Hungerstreik scheint die letzte Lösung zu sein: Afrikanische Flüchtlinge protestieren so seit sechs Tagen in Berlin für die Änderung der EU-Flüchtlingspolitik. Ein Ende ist nicht in Sicht.

Seit Samstag sind 14 afrikanische Flüchtlinge auf dem Berliner Alexanderplatz im Hungerstreik - und hören nicht auf, bis ihre Forderungen erfüllt sind

Seit Samstag sind 14 afrikanische Flüchtlinge auf dem Berliner Alexanderplatz im Hungerstreik - und hören nicht auf, bis ihre Forderungen erfüllt sind

In Berlin sind erneut afrikanische Flüchtlinge in den Hungerstreik getreten. Es gebe keine Befristung, sagten einige der 14 Männer am Donnerstag, dem sechsten Tag der Aktion auf dem Alexanderplatz. "Wir machen solange weiter, bis unsere Forderungen erfüllt sind. Wir sind bereit zu sterben." In einem Brief an Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) dringen sie auf eine schnelle Überprüfung ihre Asylanträge.

Erst Anfang April hatten Flüchtlinge ein Protestlager auf dem Berliner Oranienplatz freiwillig geräumt. Nach unterschiedlichen Senatsangaben wurden 85 bis 150 von ihnen in Unterkünfte gebracht. Die Flüchtlinge hatten eineinhalb Jahre in Zelten und Hütten auf dem Platz ausgeharrt. Die Berliner Integrationssenatorin Dilek Kolat (SPD) führte wochenlang Gespräche. Am Ende wurde den Flüchtlingen eine Einzelfallprüfung ihrer Asylanträge zugesagt.

Kolat warnte nun davor, auf dem Alexanderplatz könnten sich Zustände wie auf dem Oranienplatz wiederholen. "Wenn wir das zulassen, machen wir uns erpressbar", sagte sie. Seit Mittwoch trinken die Männer auch nichts mehr. Es seien bereits 13 aus der Gruppe vorübergehend in Krankenhäuser gebracht worden, erklärten sie. Am Donnerstag waren wieder alle 14 auf dem Alexanderplatz.

awö/DPA/DPA

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