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Hungerstreikende Asylbewerber drohten mit Selbstmord

Seit Tagen befinden sich 50 Asylbewerber im Hungerstreik. Sie fordern die Anerkennung ihrer Asylanträge, drohten mit Suizid. Bürgermeister Ude will ärztliche Hilfe notfalls mit Polizei durchsetzen.

  Aus Protest weigern sich seit Dienstag in München rund 50 Asylbewerber zu trinken und zu essen.

Aus Protest weigern sich seit Dienstag in München rund 50 Asylbewerber zu trinken und zu essen.

Die hungerstreikenden Asylbewerber in München haben am Freitag vorübergehend mit Selbstmord nach dem Vorbild des RAF-Terroristen Holger Meins gedroht. In einer als "unsere letzte Nachricht" betitelten Erklärung kündigte der Sprecher der Gruppe an, ärztliche Hilfe zu verweigern, bis die Asylanträge erfüllt seien. Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) stellte aber klar, dass er ärztliche Hilfe notfalls auch mit Hilfe der Polizei durchsetzen werde. Die Hungerstreikenden lenkten ein und ließen sich weiter betreuen. "Es hat keine Probleme gegeben", sagte Stadtsprecher Stefan Hauf am Abend.

Die rund 50 Asylbewerber weigern sich seit Dienstag auch zu trinken. In der Regel verdursten Menschen nach wenigen Tagen ohne Wasser. Bislang mussten nach Angaben der Stadt 19 der hungerstreikenden Asylbewerber ins Krankenhaus gebracht werden, darunter die Mutter zweier kleiner Kinder. Die Asylbewerber stammen aus Nigeria, Äthiopien, Pakistan und anderen Staaten. Sie kündigten am Freitag zunächst an, sie würden bis zur Erfüllung ihrer Forderung jede Behandlung von Ärzten zurückweisen. "Die deutsche Regierung muss erkennen, dass politische Spiele vorüber sind und dass es nur zwei Einbahnstraßen zu beschreiten gibt", hieß es in der Mitteilung: "Entweder die Erfüllung der exakten Forderung der hungerstreikenden Asylsuchenden oder Bobby Sands und Holger Meins auf den Straßen Münchens."

Sofortige Anerkennung ihrer Asylanträge sei nicht möglich

Meins war 1974 an den Folgen eines Hungerstreiks im Gefängnis gestorben, Bobby Sands war Mitglied der nordirischen Terrorgruppe IRA und hatte sich 1981 zu Tode gehungert.

Ude betonte, die Behörden hätten jederzeit das Recht, Ärzte in das Camp in der Innenstadt zu schicken. "Dem Versammlungsleiter ist ausdrücklich verboten, das zu behindern. Das wäre eine Straftat", warnte der Oberbürgermeister. Er appellierte an die Sympathisanten der Gruppe, den Ernst der Lage und die Aussichtslosigkeit ihrer Maximalforderung zu erkennen. Eine sofortige Anerkennung ihrer Asylanträge sei nicht möglich. Die hungerstreikenden Asylbewerber ließen sich schließlich weiter von Ärzten betreuen. So trugen Sanitäter einen geschwächten Mann aus dem Camp zu einem Krankenwagen.

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx kritisierte sowohl die lange Dauer der Asylverfahren beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge als auch die Unterbringung und Verpflegung durch die Behörden.

kmi/DPA/DPA

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