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31. Januar 2008, 12:20 Uhr

Volksentscheid über Nazi-Airport

Das Tauziehen um den legendären Berliner Flughafen Tempelhof steuert auf einen neuen Höhepunkt zu. Die Initiatoren des Volksbegehrens für den Erhalt des City-Airports haben die benötigten Unterschriften beisammen. Nun müssen die Berliner im Frühjahr über die Zukunft des Nazibaus entscheiden.

Andreas Peter (l.) von der Interessengemeinschaft City-Airport Tempelhof (ICAT) und der Berliner CDU-Fraktionsvorsitzende Friedbert Pflüger (r.) freuen sich über den Erfolg ihres Volksbegehrens© Peer Grimm/DPA

Die Initiative für den Erhalt des Berliner Stadtflughafens Tempelhof hat einen wichtigen Etappensieg erreicht: Ihr Volksbegehren für das Zustandekommen eines Volksentscheids ist erfolgreich. Der Landeswahlleiter teilte in Berlin mit, mit 174.269 Unterschriften sei das notwendige Quorum für das Volksbegehren erreicht.

Volksentscheid im Frühjahr

Weitere Unterschriften sind noch bis zum offiziellen Ende der Abstimmung am 14. Februar möglich. Das endgültige Ergebnis werde am 23. Februar festgestellt, erklärte der Landeswahlleiter. Initiiert hatte das Volksbegehren die Interessengemeinschaft City-Airport Tempelhof (Icat). Sie will erreichen, dass der legendäre Flughafen nicht zum 31. Oktober 2008 geschlossen wird.

Ein Volksentscheid wird voraussichtlich in diesem Frühjahr stattfinden. Dann sind alle Berliner Wahlberechtigte aufgerufen, für oder gegen Tempelhof zu stimmen. Erfolgreich ist der Volksentscheid, wenn gut 600.000 Berliner, ein Viertel der Wahlberechtigten, dafür stimmen.

Senat bezweifelt Erfolg

Der rot-rote Berliner Senat hat allerdings schon vor Monaten angekündigt, dass das Ergebnis des Volksbegehrens keinen Einfluss auf die Schließung von Tempelhof haben werde. Die Offenhaltung von Tempelhof als Verkehrsflughafen sei vor langer Zeit rechtlich ausgeschlossen worden, argumentierte der Senat bislang.

Der Beschluss steht im Zusammenhang mit dem Bau eines neuen Großflughafens im Südosten der Stadt. Derzeit wird der ehemalige DDR-Flughafen Schönefeld zum neuen Flughafen Berlin Brandenburg International (BBI) ausgebaut. Er soll 2011 in Betrieb gehen. Bestandteil der Baugenehmigung ist die Stilllegung der Flughäfen Tempelhof und Tegel.

AP
 
 
KOMMENTARE (10 von 34)
 
DGreer (02.02.2008, 14:39 Uhr)
Tempelhof wurde erst in den 50ern fertig
Also "Nazi-Airport" ist für mich Pisa-Journalismus. Der Ort ist einer der ältesten noch funktional erhaltenen in der Luftfahrt. Das Gebäude selbst wurde im 3.Reich errichtet(1935-) aber erst nach dem Ende des 2 Weltkriegs fertig gestellt. Das Berliner Messegelände wurde zum Teil auch im 3. Reich errichtet. Ebenso erhielt Berlin einige Konturen Germanias. Man spricht aber nicht von Nazi-Messe oder gar Nazi-Stadt. Geschweige denn alles aus der DDR mit Kommunismus zusammensetzen zu wollen. Frau Merkel war ja auch mal in der Jugendorganisation eines Unrechtsstaates tätig. Bildung ist doch eine Voraussetzung um Journalist zu werden, oder?
Prokosch (02.02.2008, 13:32 Uhr)
trifft sachlich nicht zu
Die Motive von Herrn Göring wollen und können wir heute hier nicht mehr diskutieren - dies ist Geschichte und Fakt.
Deshalb von einem Nazi-Gebäude zu sprechen, trifft ebenso wenig zu wie beim Olympiastadion, den Autobahnen etc.: Es sind alles Weiterführungen alter Planungen, Ideenübernahmen und zum Teil Kopien.
Tempelhof steht unbestritten unter einem ästhetischen Einfluss u.a. von Speer. Die fachlichen Vorlagen für Anlage, Technik und Gebäude kommen aber aus Amerika, sind keine originäre Erfindung des eher mittelmäßigen Ästheten Sagebiel - der aber ein genialer Gebäudeorganisator und Planer war.
Stadion und Airport werden heute von Berlinern nicht als "Nazi" - Objekte empfunden. Es sind Denkmale in so vielschichter Art, dass dieser Titel nie trifft.
Sehr schade für den Stern, der sich wohl immer noch von eigenen Fehlern absetzen muss.
jockel_us (02.02.2008, 12:16 Uhr)
Sachlich falsch...
...kein "Nazi-Airport". Wie auf diesen Seiten im selben
Zusammenhang wiederholt zu lesen, wurder der Flughafen bereits in den 20er Jahren errichtet und genutzt.
Der Flughafen Tempelhof gilt weltweit als einmalige historische Anlage. Auch verkehrstechnisch waere es ein Schildbuergerstreich, ihn zu schliessen.
Selten erwaehnt: Seine wichtige Bedeutung auch als Medevac- und Versorgungs-Flughafen im Katastrophenfall in Berlin, zB bei terroristischen Anschlaegen.
jaichlesedenstern (02.02.2008, 10:45 Uhr)
@Dr.Mabuse
"Wer von den hier Registrierten ist in den letzten 20 Jahren von Tempelhof gestartet oder gelandet?"
Ich! Bis vor kurzem bin ich regelmäßig von Tempelhof via Brüssel nach Dublin geflogen. Privat wohlgemerkt, da ich für ein paar Jahre in Irland gearbeitet habe.
@stern.de: Liebe Admins, wäre es jetzt nicht an der Zeit, sich nach diesem Griff ins Klo mal zu den Leserreaktionen zu äußern?
gmathol (02.02.2008, 08:20 Uhr)
Was bitteschoen macht einen Airport zum Nazi-Airport?
1. Wurde von den Nazis gebaut und genutzt?
2. Wird auch heute noch haeufig noch Nazis genutzt?
Lieber Himmel was fuer ein Unsinn. Tempelhof liegt nah bei Berlin und im schrumpfenden Flugmarkt der Zukunft - wegen Verarmung der Deutschen - braucht es auch keinen weiteren Grossflughafen.
auslandsmeinung (02.02.2008, 04:47 Uhr)
Man muss nicht unbedingt ein Freund der Nazis sein aber...
es sind Deutsche Staatsbueger gewesen die u.a. diesen Super Flughafen gebaut hatten. Anerkennung!
Wer hier von einen NAZI Airport spricht sollte nicht vergessen, dass man die DEUTSCHEN heute noch immer als die "Enkel der Naziverbrecher" bezeichnet.
Wir sind der Meinung, dass d i e Deutschen heute ein Recht darauf haben zu sagen " Ich bin stolz ein Deutscher zu sein"!
Nicht die Naziverbrecher haben viele, wunderschoene Bauwerke errichtet, es war das deutsche Volk.
Und auf diese Bauwerke kann das deutesche Volk zu Recht STOLZ sein!
muddi (02.02.2008, 02:27 Uhr)
schon öfter abgeflogen
ich bin schon öfter von Tempelhof aus geflogen. Der Flughafen ist bequem mit der U-Bahn zu erreichen. Außerdem hatte ich die Gelegenheit, an einer Führung durch die Flughafenanlage teilzunehmen. Auch wenn das Hauptgebäude zu einer für Deutschland unrühmlichen Zeit gebaut wurde, was soll die ganze Aufregung um "Nazi-Bau". Es ist ein Zweckgebäude, das genau das erfüllt, wofür es einmal entworfen und gebaut wurde: Reisende können dort in ein Flugzeug steigen und in die Welt fliegen. Allein über die innenstädtische Lage und den Lärm könnte man sich aufregen. Dabei ist aber die Zeit, aus der der Flughafen stammt, unwichtig!
MichaelArnoldt (02.02.2008, 01:00 Uhr)
Nazibau ? Auschwitz ?
Dass der Bau weg soll oder muss ist eine Sache. Ihn nach über 60 Jahren "demokratischer Nutzung" als Nazibau zu bezeichnen, bringt aber nur ein Ar... fertig.
jigglediggle (02.02.2008, 00:47 Uhr)
Airport...
Nazi-Airport ist auch eine sehr gelungene Wortkonstruktion, ganz toll.
jigglediggle (02.02.2008, 00:45 Uhr)
Nazi-Bau
Nazi-Bau...man kann sich nur die Frage stellen, wie dumm der Verfasser des Artikels ist.
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