30. September 2012, 10:43 Uhr

Lufthansa gibt Probleme mit belasteter Kabinenluft zu

Die Lufthansa räumt Probleme mit kontaminierter Luft in ihren Airbus A380 ein. Schon mehrmals haben Triebwerke ausgewechslet werden müssen. Jetzt wird ein Warngerät entwickelt.

Lufthansa, Kabinenluft

"In der überwiegenden Mehrzahl" der Fälle seien die Triebwerke wegen der "routinemäßigen Wartung" ausgetauscht worden, so ein Lufthansa-Sprecher©

Die Lufthansa hat nach einem Bericht der "Welt am Sonntag" Probleme mit kontaminierter Kabinenluft in ihren A 380-Maschinen eingeräumt. Mehrmals hätten Triebwerke gewechselt werden müssen, da es zu Geruchs-Vorfällen in Cockpit oder Kabine gekommen sei, hieß es unter Berufung auf Lufthansa-Sprecher Michael Lamberty. Zugleich habe der Sprecher darauf hingewiesen, dass dies "in der überwiegenden Mehrzahl" aufgrund der "routinemäßigen Wartung" geschehen sei.

"Speziell auf den Airbus A380 bezogen, befassen wir uns seit mehr als einem Jahr damit", sagte Lamberty. So hätten beispielsweise der Motorenhersteller Rolls-Royce auf Lufthansa-Initiative für das Triebwerk eine Modifikation entwickelt, die bereits bei einer ganzen Reihe von Triebwerken eingebaut wurden. Lufthansa nehme das Problem "sehr ernst".

Angesichts der Problemen mit kontaminierter Kabinenluft lässt die Lufthansa ein Analysegerät zur Messung möglicher Schadstoffe in der Kabine entwickeln. Damit sei das Fraunhofer-Institut beauftragt worden, sagte ein Lufthansa-Sprecher und bestätigte damit einen Bericht des "Spiegel". Zudem wurden in Antriebsaggregaten von Triebwerken bereits spezielle Bleche eingezogen. Sie sollen verhindern, dass austretendes Öl über Ansaugstutzen in die Kabinenluft gelangt. Bis alle Maschinen damit ausgestattet sind, kontrollieren den Angaben zufolge Techniker, ob Öl ausgetreten ist und reinigen gegebenenfalls manuell.

Am Freitag hatten die "Welt" und "NDR Info" berichtet, dass 2010 ein Germanwings-Airbus bei der Landung in Köln nur knapp einer Katastrophe entgangen sei, weil beide Besatzungsmitglieder kontaminierte Kabinenluft eingeatmet und Vergiftungserscheinungen gezeigt hätten.

val/DPA/AFP/Reuters
 
 
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