Eine Familie aus Bayern steht auf der Passagierliste des verunglückten Flugzeugs in Madrid. Nach stern.de-Informationen handelt es sich um Gerd und Claudia M. aus Pullach mit ihren zwei Söhnen. Ob sie wirklich den Flug angetreten haben, ist bisher nicht sicher. Die spanischen Behörden haben das bayerische Landeskriminalamt um Unterstützung gebeten.

Rund um die Unglücksstelle ist der Boden verbrannt, eine riesige Rauchwolke war über dem Flughafen zu sehen© Denis Doyle/Getty Images
Unter den Opfern des Flugzeugunglücks von Madrid ist möglicherweise eine Familie aus Bayern. Ein Ehepaar und ihre zwei Söhne aus dem Freistaat stehen auf der Passagierliste, wie das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) bestätigte. Nach Informationen von stern.de handelt es sich um Gerd und Claudia M. aus Pullach, die mit ihren zwei Söhnen nach Gran Canaria fliegen wollten. Bisher ist allerdings nicht sicher, ob die Familie den Flug auch antrat.
"Wir wissen nur, dass vier Namen von bayerischen Bürgern auf der Passagierliste stehen. Wir wissen aber nicht, was mit ihnen passiert ist", sagte LKA-Sprecher Ludwig Waldinger. Zurzeit würden sie als Vermisste behandelt. Die Angehörigen werden von einem Kriseninterventionsteam betreut. Klarheit soll eine DNA-Analyse bringen. Das Ergebnis wird aber nach Einschätzung von Experten nicht mehr am Donnerstag erwartet. Die spanischen Behörden hätten bei den deutschen Kollegen um genetisches Vergleichsmaterial gebeten. Derzeit sichere die Polizei DNA-Spuren in der Wohnung der Vermissten.
Auf dem Madrider Flughaben haben Spezialisten begonnen, nach den Ursachen der schlimmsten spanischen Luftfahrt-Katastrophe seit 25 Jahren zu suchen. Eine Maschine der Fluggesellschaft Spanair war am frühen Mittwochnachmittag unmittelbar nach dem Start auf dem Flughafen Madrid-Barajas zerschellt und in Flammen aufgegangen. Nach Angaben der spanischen Verkehrsministerin Magdalena Alvarez starben 153 Menschen durch die Flammen, 19 Insassen der Maschine überlebten mit schweren Verletzungen. Beide Flugschreiber des verunglückten Flugzeugs wurden wenige Stunden nach dem Unglück gefunden und einem Ermittlungsrichter übergeben. Der Richter verhängte für die Untersuchungen eine Nachrichtensperre.
Die Rettungsmannschaften setzten in der Nacht zum Donnerstag die Bergung der Leichen aus dem Wrack fort. In der zum Leichensaal umfunktionierten Messehalle wurde damit begonnen, die Toten zu identifizieren. Nach Angaben des Roten Kreuzes wird die Prozedur der Identifizierung sich noch über mehrere Tage hinziehen. Ein Ende sei nicht absehbar, sagte eine Sprecherin. Viele Leichen sind so verkohlt, dass eine Identifizierung nur mit Hilfe von DNA-Analysen möglich sein wird.
Unter den Passagieren der Unglücksmaschine von Madrid hatten acht ein Ticket der Lufthansa - anfangs war noch von sieben Tickets die Rede gewesen. Vier dieser Passagiere hätten ihren Wohnsitz in Deutschland, bestätigte ein Lufthansa-Sprecher. Sie seien definitiv eingecheckt, es stehe aber nicht mit letzter Sicherheit fest, dass sie auch an Bord waren. Auf der Website der Spanair wurden die Namen der Menschen veröffentlich, die auf der Passagierliste stehen.
Nach Angaben des Auswärtigen Amts in Berlin nahm die deutsche Botschaft in Madrid Kontakt zu Spanair auf, um näheren Informationen zu bekommen; zwei Botschaftsangehörige fuhren zum Flughafen. Die Lufthansa hat nach eigenen Angaben ein Team psychologisch geschulter Fachleute nach Madrid gesandt, um Spanair bei der Betreuung der betroffenen Fluggäste und deren Angehörigen zu unterstützen.