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20. August 2008, 19:15 Uhr

Familie aus Bayern vermisst

Eine Familie aus Bayern steht auf der Passagierliste des verunglückten Flugzeugs in Madrid. Nach stern.de-Informationen handelt es sich um Gerd und Claudia M. aus Pullach mit ihren zwei Söhnen. Ob sie wirklich den Flug angetreten haben, ist bisher nicht sicher. Die spanischen Behörden haben das bayerische Landeskriminalamt um Unterstützung gebeten.

Rund um die Unglücksstelle ist der Boden verbrannt, eine riesige Rauchwolke war über dem Flughafen zu sehen© Denis Doyle/Getty Images

Unter den Opfern des Flugzeugunglücks von Madrid ist möglicherweise eine Familie aus Bayern. Ein Ehepaar und ihre zwei Söhne aus dem Freistaat stehen auf der Passagierliste, wie das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) bestätigte. Nach Informationen von stern.de handelt es sich um Gerd und Claudia M. aus Pullach, die mit ihren zwei Söhnen nach Gran Canaria fliegen wollten. Bisher ist allerdings nicht sicher, ob die Familie den Flug auch antrat.

"Wir wissen nur, dass vier Namen von bayerischen Bürgern auf der Passagierliste stehen. Wir wissen aber nicht, was mit ihnen passiert ist", sagte LKA-Sprecher Ludwig Waldinger. Zurzeit würden sie als Vermisste behandelt. Die Angehörigen werden von einem Kriseninterventionsteam betreut. Klarheit soll eine DNA-Analyse bringen. Das Ergebnis wird aber nach Einschätzung von Experten nicht mehr am Donnerstag erwartet. Die spanischen Behörden hätten bei den deutschen Kollegen um genetisches Vergleichsmaterial gebeten. Derzeit sichere die Polizei DNA-Spuren in der Wohnung der Vermissten.

Auf dem Madrider Flughaben haben Spezialisten begonnen, nach den Ursachen der schlimmsten spanischen Luftfahrt-Katastrophe seit 25 Jahren zu suchen. Eine Maschine der Fluggesellschaft Spanair war am frühen Mittwochnachmittag unmittelbar nach dem Start auf dem Flughafen Madrid-Barajas zerschellt und in Flammen aufgegangen. Nach Angaben der spanischen Verkehrsministerin Magdalena Alvarez starben 153 Menschen durch die Flammen, 19 Insassen der Maschine überlebten mit schweren Verletzungen. Beide Flugschreiber des verunglückten Flugzeugs wurden wenige Stunden nach dem Unglück gefunden und einem Ermittlungsrichter übergeben. Der Richter verhängte für die Untersuchungen eine Nachrichtensperre.

Die Rettungsmannschaften setzten in der Nacht zum Donnerstag die Bergung der Leichen aus dem Wrack fort. In der zum Leichensaal umfunktionierten Messehalle wurde damit begonnen, die Toten zu identifizieren. Nach Angaben des Roten Kreuzes wird die Prozedur der Identifizierung sich noch über mehrere Tage hinziehen. Ein Ende sei nicht absehbar, sagte eine Sprecherin. Viele Leichen sind so verkohlt, dass eine Identifizierung nur mit Hilfe von DNA-Analysen möglich sein wird.

Acht Lufthansa-Tickets

Unter den Passagieren der Unglücksmaschine von Madrid hatten acht ein Ticket der Lufthansa - anfangs war noch von sieben Tickets die Rede gewesen. Vier dieser Passagiere hätten ihren Wohnsitz in Deutschland, bestätigte ein Lufthansa-Sprecher. Sie seien definitiv eingecheckt, es stehe aber nicht mit letzter Sicherheit fest, dass sie auch an Bord waren. Auf der Website der Spanair wurden die Namen der Menschen veröffentlich, die auf der Passagierliste stehen.

Nach Angaben des Auswärtigen Amts in Berlin nahm die deutsche Botschaft in Madrid Kontakt zu Spanair auf, um näheren Informationen zu bekommen; zwei Botschaftsangehörige fuhren zum Flughafen. Die Lufthansa hat nach eigenen Angaben ein Team psychologisch geschulter Fachleute nach Madrid gesandt, um Spanair bei der Betreuung der betroffenen Fluggäste und deren Angehörigen zu unterstützen.

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KOMMENTARE (10 von 15)
 
Demokratiesucher (21.08.2008, 14:28 Uhr)
An Sternbesucher
Sorry lieber Sternbesucher
Kann ja sein das manche Leute trauernde Menschen in einer solchen Situation sehen wollen, das räume ich ein. Aber hat man solche Bilder nicht schon oft genug gesehen?
Ist so ein Bild noch eine Information ?
Möchten sie fotografiert werde wenn sie vom Tod Ihrer Mutter erfahren?
Wissen wir nicht alle aus eigener Erfahrung was Trauer ist, wie persönlich sie ist, wie
Tief sie ist, und das kein Bild das vermitteln kann.? Gut, ich hätte schreiben müssen das ICH diese Bilder als unnötig empfinde, da man sie mit jedem beliebigen Unfall austauschen kann, die Bilder sind immer gleich und enthalten keine Information die relevant ist.
Wenn ich Bilder von leidenden Menschen zb. in Südossetien zeige, um zu dokumentieren,
das da ein Land überfallen worden ist, dann ist das eine wichtige Information, die eine Nachricht unterstreicht. Aber ein Flugzeugabsturz ist ein Unfall, und da weiß man das die Hinterbliebenen trauern denke ich., da brauche ich keine Bilder die das belegen.
Und ja, ich habe mir die Bilder vom 11/9 angesehen, ganz genau, die frage ist, wie konnten Hunderttausende Tonnen Stahl in 8- 10 Sek. in freiem fall zur Erde rauschen, hunderttausende Tonnen Beton pulverisiert werden, durch Kerosin ?
Wie konnten hunderte von Stahlträgern gleichzeitig von Kerosin zerschnitten werden ( in drei Hochhäusern ) und dann Bilderbuchmäßig senkrecht zur Erde stürzen.
Wie kann eine Boeing in einem 5 Meter Erdloch rückstandslos verschwinden?
Wie kann eine Boeing in einem Gebäude verschwinden, und das Loch ist kleiner als die Maschine?
Ohne Trümmer zu hinterlassen!
Da gibt es so viele Fragen, die nie beantwortet wurden, und die „kritische“ Presse fragt noch nicht mal..
Wer ist hier jetzt unlogisch?
Wenn ich meinem Chef den Vorschlag mache einen Stahlträger mit Kerosin zu zerschneiden, statt mit einem Schweißbrenner, fühlt der mir den Puls, und schickt mich nach Hause.
Gut das gehört jetzt nicht hierhin, aber Sie haben die hunderttausend Tonnen Stahl ja angesprochen, ich hab nur Flugzugabstürze verglichen, was bei einem Flugzeugabsturz ja legitim sein müsste.

life_is_good (21.08.2008, 13:48 Uhr)
@Alle, die
kein Interesse am Schicksal der deutschen Passagiere haben. Eine Gesellschaft, einschließlich aller Mitglieder(unabhängig ob Deutsch oder sonstwas) ist es jedem Mitglied der Gesellschaft schuldig, besonderes Interesse an deren Schicksal zu zeigen. Das heisst keineswegs, dass man die Schicksale der einzelnen Nationen anders gewichtet. Mir tut es für jeden einzelnen Menschen an Bord exakt gleich Leid. Kein Mensch hat so ein Schicksal verdient. Es ist lediglich eine Art der Anteilnahme, die eine Gesellschaft im Besonderen ihren Mitgliedern entgegen zu bringen hat. In einem spanischen Forum wäre eine Person, die etwas wie: " scheissegal ob Spanier oder nicht" geschrieben hätte vermutlich gelyncht worden. Aber gesellschaftliche Verantwortung oder Zusammenhalt gibt es ja in Deutschland schon länger nicht mehr. Beispiele? Steuerhinterziehung, Datenklau, Diskussion über Fahnen am Auto bei der WM/EM. Auch die Angehörigen würden wohl eher geschockt auf solche Reaktionen reagieren. Ich finde es jedenfalls schockierend. Dies war kein Plädoyer zum Motto "Wir sind Deutschland" sondern die Beschreibung eines Zustands. Was kommt als nächstes? Böse Stimmen wenn Deutschland die WM 2010 gewinnt? Es ist keineswegs faschistoid, der eigenen Gesellschaft besondere Anteilnahme zukommen zu lassen.
sophisticated (21.08.2008, 13:31 Uhr)
@sternbesucher
ich kann mich Ihrer Meinung nicht anschließen, obwohl ich sie partiell nachvollziehen kann.
Dennoch: nur eine schlechte, möglichst sensationsheischende Nachricht ist eine gute Nachricht! Wir werden täglich überschwemmt mit Horrormeldungen, und nur diese finden z.B. Platz auf der Titelseite der Bildzeitung, warum? Um sie besser verkaufen zu können.
Mit dieser täglichen Konfrontation von abnormalen Leid (es ist nämlich nicht die Norm, sondern Gottseidank der Ausnahmefall) werden wir aber immer mehr desensiblisiert. Wir stumpfen immer mehr ab, so dass die Horrormeldungen immer öfter und mit immer tragischeren Bildern und Schilderungen auf uns losgelassen werden.
Nein, das muss wirklich nicht sein. Wer sich mit offenen Augen umschaut sieht vieles, was Mitleid evozieren sollte. Die einsame und verarmte alte Nachbarin, die niemanden hat, der sich um sie kümmert; die überforderte Alleinerziehende, die mit ihrem Geld nicht über die Runden kommt; die Hartz-IV-Familie, die ihren Kummer im Suff erstickt und ihre Kinder vernachlässigt und so weiter....
Hier gälte es Mitleid in Taten umzusetzen, etwas tun, damit das Leid etwas weniger wird, auch wenn's nur ein Tropfen auf dem heissen Stein ist.
Aber jeden Tag sich die Horrormeldungen der ganzen Welt zu widmen und dabei genüsslich seinen Frühstückskaffee zu trinken, das ist für mich Gaffen, Sensationslust - es ist dem Menschen eigentlich nicht würdig!
eric111 (21.08.2008, 12:41 Uhr)
@sternbesucher
Da muss ich Ihnen nur Recht geben. Als ich vor 8 Jahren nach Spanien ging, stellte ich auch erst mal fest, wie viele Tabus es doch in Deutschland gibt, über die man sich normal nicht bewusst wird. Sich über das Foto aufzuregen würde dort am wenigsten die Trauernde selbst verstehen, denn es zeigt nur die Realität, ob man die nun sehen will oder nicht...
eric111 (21.08.2008, 12:33 Uhr)
bild
Lt. Bild wurde sogar eine "Nachrichtensperre" verhängt und es dürfen keine Fotos vom Wrak gezeigt werden. Im gleichen Artikel (und in allen anderen um den Erdball) werden jedoch Wrackteile gezeigt... Das passt ja wieder gut zusammen.
Das mit den Foto der Trauernden ist in Deutschland nicht schön, aber Standard in Spanien. Dort werden Nachrichten nicht kindgerecht zensiert, sondern zeigen das ganze Ausmaß der Tragödie.
Reaktionen von Trauernden oder Angehörigen gleich welchen Ereignisses (Big Brother, Fußball oder Katastrophe) gehören in dem Latino-Land dazu, wie die Familie zum Leben. Es wird gefeiert, gelebt und eben getrauert, ohne dass man sich um die Etiquette kümmern muss und solange der Reporter die Trauernde(n) nicht stört, ist dies dort völlig normal und Teil der Kultur. Man ist dort expresiver.
Sternbesucher (21.08.2008, 12:25 Uhr)
Was für Nachrichten braucht der Mensch
@Demokratiesucher
Wir wollen das nicht sehen, sagen Sie!
Sind Sie Deutschland ? Sind Sie das Volk ?
Nein, Sie gehören zum Volk. Also bevormunden Sie bitte nicht uns Leser.
Wenn richtig, dann muß es heißen“ Ich will das nicht sehen“.
@Demokratiesucher
@ sportartmakler
Manchmal MÜSSEN wir das Leid sehen. Weil die Welt so abgestumpft ist.
Wir wollen wohl Action, Gaffertum, aber bitte nichts was peinlich, berührend ist.
Bitte kein Leid der Leidenden. Keine Trauernden von Aidstoten, keine Tr. von
Alkoholtoten, keine Tr. von Kriegstoten, keine Tr. von Tsunamitoten, keine Tr. von
Drogentoten, keine Trauernden, geschockten von Eisenbahntoten, Flugzeugabstürzen
usw. usw. Da könnte man ja mitweinen, oder gar darüber nachdenken, wie unmenschlich
grausam die Technik und der Fortschritt sein können.
Bloß nicht ins Detail gehen, schön auf Abstand bleiben. Tod und Leid sind TABU in Deutschland.
Kein Land in Europa tabusiert den Tod mehr wie Deutschland.
@Demokratiesucher
Aber die Bilder vom 11/9 haben Sie sich ganz genau angeschaut.
Das wollten Sie dann sehen, damit konnten Sie ja jetzt die unlogische Trümmerfrage stellen.
Was soll da übrigbleiben, wenn Hunderttausende Tonnen Stahl und Beton auf Menschen
Fallen ??
@stern-Redaktion
Und täglich machen Sie den Spagat zwischen bewegender Nachrichtenerstattung und unsensiblen
Nonsens. In Ihrer Haut möchte ich nicht stecken. Danke, dass Sie da sind.
Mir wäre lieber, wenn die Aufnahmen von Trauernden mit Zoomobjektiven gemacht werden,
denn ich habe kein Verständnis dafür, wenn der Fotograf aus 80-150 cm Entfernung
draufhält. Vielleicht noch mit Blitz oder Scheinwerfer!
Die Berichterstattung zum Absturtzhergang ist doch mager. Kein Wort, welche Startbahn
betroffen war, die 18R-18L-33R oder 33L. Ist das Flugzeug über die Landebahn hinausgeschossen,
oder ist es noch ein paar hundert Meter geflogen. Wenn es über die Landebahn hinausgeschossen
ist bei 33R, warum werden dann Starts dort gemacht, obwohl dahinter ein riesen Loch ist, weil dort
ein Fluß verläuft, der mindestens 12 Meter tiefer liegt. Wäre dann das Unglück vermeidbar gewesen,
wenn die 33R nur zum Landen benutzt würde? Fragen über Fragen!
Ich bin mal gespannt, ob hier noch Menschen zur Rechenschaft gezogen werden und wie viel stern.de noch recherchiert und aufdeckt!!
Think-Smart (21.08.2008, 10:59 Uhr)
BILD
Die Medien brauchen deutsche Opfer und einen deutschen Zusammenhang um die Katastrophe besser ausschlachten zu können. Die Bild Zeitung machte heute gar aus dem Spanair Flug einen reinen LH Flug.
sportartmakler (21.08.2008, 10:23 Uhr)
@freee
schließen sie bite nicht von sich auf andere. ich brauche keine bilder von einem unglück dessen ausmaße man sich mittlerweile denken kann nach jahrelanger sensationslust der medien. ich habe nix dagegn wenn so eine katastrophe an mir vorbeizieht. wenn ich nur elend und katastrophen jeden tag erblicken müßte würde ich mir den strick nehmen. es passieren tagtäglich zich unglücke, da muß ich nicht jedes detail oder bild dazu kennen, im gegenteil.
freee (21.08.2008, 10:10 Uhr)
..
An einige Vorredner:
Ihr kauft euch trotzdem die Bild, schaut euch solche Bilder an, aber moniert die Reporter die Bilder einfangen um das Geschehene nachvollziehbar zu machen.
Ohne die Bilder würde eine solche Katastrophe doch einfach an jedem vorbei gehen. Es gehören nunmal Bilder ( auch über trauernde Angehörige dazu ) um soetwas nachzuvollziehen. Sonst würde das ganze zu einem emotionslosen Ereignis sinken. Das kann es nicht sein.
Demokratiesucher (21.08.2008, 09:57 Uhr)
Bei aller Betroffenheit
Wirklich schrecklich was da passiert ist, aber das man die trauernden Angehörigen auch noch im Bild festhalten muss ? Mein Beileid allen Angehörigen, und meine bitte an die Reporter, die Trauernden doch in Zukunft etwas mehr zu respektieren. Wir wollen das nicht sehen, das ist eine Persönliche Katastrophe, und die sollte privat bleiben.
Aber wenn ich die menschliche Seite mal ausblende, und nur den Absturz betrachte, fällt mir auf, das bei ALLEN Flugzeugabstürzen von denen ich Bilder gesehen habe. immer riesige Flugzeugteile und Trümmerteile, Leichen, Sitze und Gepäckstücke auf großflächig verbrannter Erde liegen.
Nur am 11 / 9 nicht ?
Wie kann das sein?
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