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16. November 2006, 18:16 Uhr

Staatsanwaltschaft ermittelt doch gegen JVA-Verantwortliche

Oberstaatsanwalt Fred Apostel hat im Gespräch mit stern.de bestätigt, dass die Bonner Staatsanwaltschaft nun doch gegen die Verantwortlichen der JVA Siegburg ermittelt. Dort war in der Nacht zum Sonntag ein Häftling bestialisch zu Tode gefoltert worden.

Kriminalhauptkommissar Joachim Grünkemeyer, Oberstaatsanwalt Fred Apostel und Oberstaatsanwalt Robin Faßbender (von links nach rechts) auf der Pressekonferenz am Mittwoch. Zu diesem Zeitpunkt wurde noch geprüft, ob ermittelt werden soll© Jörg Carstensen/DPA

Die Staatsanwaltschaft Bonn ermittelt doch gegen die Verantwortlichen des Justizvollzugsanstalt Siegburg. Das bestätigte Oberstaatsanwalt Fred Apostel im Gespräch mit stern.de. Apostel sagte, dass zu den Verantwortlichen sowohl die Führung der JVA als auch Vollzugsbeamte zählen könnten. In Siegburg war ein 20-jähriger Häftling von drei Mitgefangenen brutal zu Tode gefoltert worden.

Die Bonner Staatsanwältin Monika Nostadt-Ziegenburg hatte Donnerstag gesagt, der Sachverhalt werde zwar geprüft, aber es werde noch nicht gegen die Beamten ermittelt. Ebenso hatte sich Apostel am Mittwoch geäußert. Diese Aussagen hatten unter Abgeordneten des nordrhein-westfälischen Landtages Kritik hervorgerufen. NRW-Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU) hatte daraufhin "disziplinarische Vorermittlungen zur Aufklärung des Verhaltens der Bediensteten der JVA" angekündigt.

Der 20-Jährige war nach bisherigen Erkenntnissen in der Nacht zum Sonntag an den Torturen gestorben. Vor seinem Tod hatte er einen Alarmknopf betätigen können, die mutmaßlichen Täter hatten dem Wachpersonal jedoch über Gegensprechanlage versichert, sie hätten den Knopf versehentlich berührt. Auch auf die Beschwerde aus einer Nachbarzelle hatten die Beamten offenbar nicht angemessen reagiert.

 
 
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