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8. Oktober 2009, 15:00 Uhr

Drei junge Frauen prügeln Fahrgast krankenhausreif

In der Frankfurter U-Bahn haben drei junge Frauen einen 51-Jährigen aus dem Zug gestoßen und schwer verletzt. Der Mann hatte sich in einen Streit eingeschaltet und bezahlte seine Hilfsbereitschaft beinahe mit dem Leben.

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© Martin Oeser/DDP

Schon wieder ist ein Streitschlichter attackiert worden: Drei junge angetrunkene Frauen haben einen 51- Jährigen am Mittwochabend an einer Frankfurter U-Bahnstation aus dem Zug gestoßen und brutal gegen seinen Oberkörper und Kopf getreten.

Der Mann war nach Polizeiangaben in einer U-Bahn einem anderen Fahrgast zu Hilfe gekommen, der eine handgreifliche Auseinandersetzung zwischen den Frauen schlichten wollte. Daraufhin hätten die 17 bis 19 Jahre alten Schlägerinnen den 51-Jährigen angepöbelt und ihn an der nächsten Station aus dem Wagen gestoßen, teilte die Polizei am Donnerstag mit. dabei sei das Opfer mit dem Kopf gegen einen Mülleimer geschlagen. Am Boden liegend wurde der Mann von den Frauen getreten.

Umstehende verweigern die Hilfe

Obwohl in der Bahn und auf dem Bahnsteig zahlreiche Menschen die Attacke gegen den Mann mitbekamen, schritt nach Angaben der Polizei niemand ein. Erst als der Zugführer dazukam, ließen die Angreiferinnen von dem 51-Jährigen ab. Eine Frau, die Umstehende vergeblich um Hilfe gebeten hatte, rief schließlich per Notruf die Polizei.

Mit schweren Verletzungen wurde das Opfer ins Krankenhaus gebracht. Die drei Frauen wurden wenig später festgenommen. Alle hätten unter Alkoholeinfluss gestanden und seien bereits wegen Körperverletzung und Drogendelikten aktenkundig, teilte die Polizei mit. Zwei der Frauen wurden am Nachmittag wieder auf freiem Fuß gesetzt. Die dritte - eine 17-Jährige ohne festen Wohnsitz - sollte dem Haftrichter vorgeführt werden.

Mehrere ähnliche Vorfälle in den letzten Wochen

Erst am vergangenen Samstag war in Bayern ein Mann, der einen Streit zwischen Jugendlichen schlichten wollte, brutal zusammengeschlagen worden. Der 36-Jährige war in Landshut dazwischen gegangen, als sich in einer Gruppe von rund zehn Jugendlichen ein Handgemenge entwickelte. Daraufhin wurde dem Helfer ein Faustschlag ins Gesicht verpasst, ein 17-Jähriger soll dann mit dem Knie zweimal gegen den Kopf des am Boden liegenden Mannes getreten haben.

Vor knapp einem Monat war in München in einer ähnlichen Situation der Geschäftsmann Dominik Brunner am S-Bahnhof Solln totgeprügelt worden. Brunner hatte sich schützend vor vier Teenager gestellt, die von Heranwachsenden bedroht wurden. Daraufhin war er von den beiden Angreifern mit Schlägen und Tritten getötet worden.

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 21)
 
dutchinmex (09.10.2009, 12:47 Uhr)
@SethusCalvisius:
Sie machen mir einen Vorwurf, daß ich lieber auf meinen Kommentar verzichten soll, weil ich die Umstehenden nicht kenne; damit liefern Sie mir ein ausgezeichnetes Vorbild von dem, was ich im zweiten Teil meines Kommentares meine. Toleriert wird nur eine Entschuldigungsargumentation so wie Sie die bringen, die schön politisch korrekt ist aber genauso inhaltslos und ausweichend.

Wenn jemand einem anderen Menschen, der zusammengeschlagen wird, nicht zur Hilfe kommt, ist er/sie ein Feigling, ungeachtet ob ich oder Sie ihn kennen oder nicht. Man ist nur Mensch in seiner der sozialen Relation mit anderen, und diejenigen, die in diesem ihre Feigheit vor der Hilfestellung setzten, sind nicht weniger asozial wie die Täterinnen selbst und sollten auf Mithilfe oder ausgelassener Hilfe verklagt werden.

Aber die gleichen, die hier wegschauen, stehen vorne an wenn es darum geht, andere vorzuschreiben wie sie zu leben und, vor allem, zu denken haben. Man hat ja aus einem Buch, oder vielleicht sogar aus zwei, gelernt wie man Kinder erziehen soll: sanft, alles entschuldigen und über allem dem Kind unterlegen sein um ihm so die soziale interaktion persönlichkeitsschonend beizubringen. Daß man sich damit Eigenbrödler erzieht, die man dann, wie Sie das so schön sagen, mit absoluter Hilflosigkeit gegenübersteht, ist in der heutigen Gesellschaft deutlich zu sehen und auch nur eine logische Konsequenz. Aber selbst hat man nie schuld: man ist ja ein politisch korrektes Wesen, das sich das Alleinrecht anmaßen darf anderen die korrekte Herdementalität aufzudringen und nie aufhören wird individuelle außerherdliche Meinungen dieser anderen mit non-sequiturs unterdrücken zu wollen.

@miho2008 (09.10.2009, 10:49 Uhr)
"Die Politiker sollten sich mal etwas mehr mir der deutschen Hip Hop Musik beschäftigen. Es ist mittlerweile erwiesen," Interessanter Gesichtspunkt. Wo kann man diese Fakten über die Kausualität der Hip-Hopmusik auffinden?
miho2008 (09.10.2009, 10:49 Uhr)
Das Ergebnis der Hip Hop Kultur
Die Politiker sollten sich mal etwas mehr mir der deutschen Hip Hop Musik beschäftigen. Es ist mittlerweile erwiesen, dass die meisten derartigen Zwischenfälle von Jugendlichen begangen wurden, die privat meist nur extrem deutschen Hip Hop hören und dazu entsprechende Kleidung.
Hierhin sehe ich eine der größten Auslöser für derartige Gewaltübergriffe von Jugendlichen. Ich bin der Meinung, dass 50% aller deutschen Hip Hop Musik auf den Index gehört und verboten werden müsste! Im Hip Hop wird die Gewalt geradezu verherrlicht und schon 12jährige ziehen sich diese Musik Tag und Nacht rein.... Wann wird der Staat endlich handeln?
rynaldo (09.10.2009, 10:23 Uhr)
Respekt ist ein gutes Stichwort
@Mikeorganizer
leider hat man diesen Wertebegriff den Gangster Rappern überlassen, die meinen damit: Eins in die Fresse hauen und wenn du nicht gleich umfällst, kommt der Satz "Respekt Alter." Hier ist auch die Schule gefragt, weil Respekt ist nun einmal der Schlüssel für ein friedfertiges Zusammenleben und dass dieser Begriff nicht inflationär verwendet werden kann, wie "krass", "Kult", "geil" etc. Die Eltern können diese Aufgabe nicht mehr übernehmen, die sind mittlerweile zu sehr durch die Medien verblödet.
Mikeorganizer (09.10.2009, 08:58 Uhr)
Genau ! Das Problem mal wirklich erkennen...
Ändert die Jugend im Inneren. Kümmert euch um Familie, Erziehung und vor allem um den Restpekt gegenüber Mitmenschen. Solange dies unsere Gesellschaft aber vor allem unsere Märchenpolitik nicht begreift werden Verbote und Strafen nur das Gegenteil bewirken.
SethusCalvisius (09.10.2009, 01:06 Uhr)
Die ganzen Kommentare hier
zeigen vor allem eins: Die absolute Hilflosigkeit, mit der wir vor solchen Ereignissen stehen. Leider gehen die meisten Argumente ins Leere:
- Früher wegsperren klingt erstmal gut, andererseits ist der Knast nicht gerade dazu geeignet, Defizite im Sozialverhalten aufzuarbeiten.
- Die Argumentation mit den Getränkepreisen ist witzig. Glaubt jemand im Ernst, die Mädels wären auf O-Saft umgestiegen, wenn der ein paar Cent billiger wäre als Alkohol?
- Der Hinweis auf die Schuld der Gesellschaft, wer oder was auch immer damit gemeint ist, ist so richtig wie falsch. Passiert sowas im Osten, ist der Hinweis auf die Spätfolgen des Sozialismus nicht weit. Dann aber plötzlich gibt es die gleichen Meldungen aus dem Heile-Welt-Bayern. Gerade waren es noch die in der heutigen Zeit so benachteiligten Jungs, da schlagen plötzlich die Mädchen zu.

Was die oft zitierte "Kuschelpädagogik" angeht, muss ich den Kritikern zumindest in einem Punkt Recht geben. So richtig es ist, Jugendliche, die ein- oder zweimal Sch... gebaut haben, nicht gleich zu Kriminellen abzustempeln, so falsch ist es, bei Serientätern immer wieder die Augen zuzudrücken.
@dutchinmex
Kennen Sie die Zeugen dieses Vorfalls persönlich? Wenn nicht, sollten Sie auf solche Kommentare lieber verzichten.
dutchinmex (08.10.2009, 21:58 Uhr)
Feige Herde
"schritt nach Angaben der Polizei niemand ein." Wirklich äußerst feige. Aber fast alle diese Helden wollen wohl immer andere bis ins Detail vorschreiben, wie man leben soll: nach ihren eigenen hypokritischen Maßstaben und alles andere (rauchen, Kindererziehung mit elterlicher Autorität, "ungrünes" Leben) verbieten.
misantro (08.10.2009, 19:03 Uhr)
Neue Regeln
Scheinbar steht die Justiz der heutigen Jugendkriminalität machtlos gegenüber. Gefängnisstrafen bringen bei vielen keine Einsicht oder verschärfen die Problematik noch. Auf der Straße zählt nur noch das Dominanzprinzip, alle anderen Gefühle und werden vorsätzlich mit Alkohol unterdrückt. Die Rechtssprechung gibt ihnen sogar Recht. Waren sie mal in einem Jugendgefängnis und haben den Jugendlichen zugehört? Es gibt nicht wenige, die mit ihren Taten prahlen. Der Täter bekommt vielleicht 5 Jahre und das Opfer lebt nach einer Messerattacke nur noch mit einer Niere, Lebenslang. Sicherlich sind die meisten Ursachen im Elternhaus zu finden und da muss früher oder später auch was passieren, aber das schützt uns in der Gegenwart nicht vor diesen Soziopathen. Einfacher wäre es, sie nicht weg zu sperren, sondern ihnen einen Daumen zu Amputieren. Eine Waffe lässt sich mit einer solchen Hand nicht mehr bedienen. Wenn der erste Daumen erst mal weg ist, macht es außerdem keinen Spaß mehr mit seinen Taten zu prahlen. Und glauben sie mir, wenn es um die körperlich Unversehrtheit dieser Gewalttäter geht, gerade in einen für sie so empfindlichen Bereich, besteht plötzlich doch ein ganz anderes Wahrnehmungsvermögen. Falls das bei extremen Wiederholungstäter nicht greifen sollte, erledigt sich das Problem von selbst. Irgendwann sind alle Finger weg.
rynaldo (08.10.2009, 16:49 Uhr)
Die waren betrunken
... da wird ja sowie nichts passieren, da war ja, nach Auffassung unserer Richter, wieder der Alkohol schuld. Was mich auch immer wundert, dass dieses, im wahrsten Sinne des Wortes, asoziale Gesindel immer in kürzester Zeit auf freiem Fuß ist.
Styx2007 (08.10.2009, 16:25 Uhr)
@indycancer
"Arm packen ist Körperverletzung" - mein lieber Mann, Sie haben ja eine Auffassung - unglaublich. Wahrscheinlich hat der bedauernswerte brunner in München auch Körperverletzung begangen, als er sich schützend vor die kinder gestellt hat, um dieses asoziale Pack abzudrängen. Fehlt nur noch in Ihrer Aussage, dass die armen besoffenen Jugendlichen eigentlich ja das Opfer gewesen sind. Es wundert nicht, dass bei solchen Einstellungen wie den Ihren in Deutschland zunehmend solch asoziales Verhalten noch mit einem Kuschelkurs begleitet wird. Wirklich absurd und lächerlich!
soondecember (08.10.2009, 16:07 Uhr)
Zugführer ist auch so eine Sache
Naja bei der Frankfurter U-Bahn ist es mit den Zugführern so eine Sache, gibts auch viele Aushilfskräfte und generell wirken sie nicht so als ob sie normalerweise tatkräftig einschreiten könnten.
Würde mal sagen dieser Vorfall ist bezeichnend für Frankfurt. Polizisten sind nur auf dem Heimweg auf der Strasse,also ausserhalb der Bahnlinie Miquelallee - Zentrum gibt es generell keine Polizei, auch nach jahrelangem Wohnen in Frankfurt ist mir vollkommen unbekannt worin die Tätigkeit der Polizei in Frankfurt besteht, jedenfalls ist sie mit intensiver Büroarbeit verbunden.
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