Werft baut historische Yachten nach

12. Dezember 2012, 07:02 Uhr

"Robbe & Berking Classics" ist eine Werft in Flensburg. Sie restauriert und baut Schiffe, die bereits vor langer Zeit gesunken oder zerstört wurden. Dabei stellt jedes Schiff ein Unikat dar.

Noch ist die Jenetta nur ein Wrack. Doch als sie 1939 vom Stapel lief, war sie einer der schönsten Rennyachten ihrer Zeit. mehr...

Die Experten von ‚Robbe & Berking Classics’ haben sie mit viel Aufwand aus einem See in Kanada geborgen. Die Jenetta soll wieder segeln, denn das ist die Mission der Flensburger Werft: Yachklassiker auferstehen lassen.

O-Ton: Sönke Stich, Werftleiter Robbe & Berking Classics GmbH

„Es ist so, dass diese Boote viel schöner sind, finde ich, als die neuen, ich nenn sie mal Kreidefelsen, die man so auf den Bootsmessen und in den Marinas sieht. Und so ein Boot ist immer ein Hingucker, es macht einen wahnsinnigen Spaß, damit zu segeln.“

Die Werft ist eine Tochter des Silberbesteckherstellers Robbe & Berking und wurde 2008 gegründet, kurz vor Beginn der Finanzmarktkrise. Trotzdem läuft das Geschäft, denn die Kunden sind oft reiche Skandinavier – und nicht betroffen von den Folgen der Krise. Dieser Nachbau einer historischen 12er Yacht soll 2014 vom Stapel laufen und wird rund zwei Millionen Euro kosten. Dafür bekommt der dänische Käufer auch ein Unikat.

O-Ton: Sönke Stich, (ohne Insert)

„Bei 12ern und 6ern ist so, dass wir pro Riss nur ein Schiff bauen dürfen, das macht auch das Besondere dieser Klasse aus, und das macht auch so ein bisschen den Run aus auf diese alten Risse und daraufhin, dass wir das bauen dürfen.“

Davor steht die aufwändige Recherche nach alten Plänen und Verhandlungen mit Rechteinhabern. Doch auch Eigenkonstruktionen wie den „Commuter“ gibt es. 30 Knoten macht der Retroflitzer, das Vorbild diente reichen New Yorkern als Wassertaxi.

O-Ton: Sönke Stich, Werftleiter Robbe & Berking Classics GmbH

„Es gibt aus den zwanziger Jahren, USA, New Yorker große Commuter, die es damals gab, sowas würden wir gerne in Originalgröße nachbauen, also zwischen 20 und 30 Metern. Das wäre mal ein tolles Projekt.“

Und dann ist da natürlich noch die Jenetta. Sobald sich ein solventer Käufer findet, wird sie bei Robbe & Berking wieder auferstehen. Und wohl auch wieder Regatten fahren – wie damals, vor über 70 Jahren. Schließen