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7. April 2009, 14:07 Uhr

Von wegen Babyboom

Zu früh gefreut: Noch im Februar hatte Familienministerin Ursula von der Leyen einen positiven Trend zu mehr Kindern verkündet, doch die nun veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamts sprechen eine andere Sprache. Die Ministerin zeigte sich überrascht.

Babyboom, Statistisches Bundesamt, Ursula von der Leyen, Geburtenzahlen, weniger Babys

Nach einem leichten Anstieg der Geburtenzahl in Deutschland im Jahr 2007 sind im vergangenen Jahr doch wieder etwas weniger Babys zur Welt gekommen. Die Zahl der lebend geborenen Kinder ging 2008 nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden im Vergleich zum Vorjahr um 1,1 Prozent zurück. Mit rund 675.000 Babys wurden rund 8000 weniger geboren als 2007.

Gleichzeitig starben 20.000 Menschen mehr als 2007, sodass sich das Verhältnis von Geburten- und Todeszahlen verschlechterte. Das vorläufige Jahresergebnis zu den Geburtenzahlen liegt unterhalb der Schätzung von etwa 680.000 bis 690.000 Geburten, die die Behörde Anfang des Jahres veröffentlicht hatte. Die Prognose sei auf Grundlage der bis dahin verfügbaren Angaben erfolgt, erklärte das Bundesamt. Grund für die nun niedrigere Geburtenzahl sei die jetzt erkennbare schwächere Geburtenentwicklung in den letzten Monaten des Jahres 2008. Die Zahlen können sich noch geringfügig ändern, da im vorläufigen Ergebnis noch nicht alle Meldungen verarbeitet sind.

Noch Mitte Februar hatte Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen verkündet, der positive Trend zu mehr Kindern habe sich 2008 fortgesetzt und hatte dies auch ihrer Familienpolitik zugeschrieben. Dabei hatte sie sich allerdings nur auf Zahlen für die Monate Januar bis September gestützt. Kurz danach hatte das Statistische Bundesamt mitgeteilt, dass im Oktober 2008 die Geburtenzahl deutlich eingebrochen sei. Dieser Trend setzte sich fort, sodass nach den vorläufigen Ergebnissen die Geburtenentwicklung im vergangenen Jahr insgesamt rückläufig war.

Nun zeigte sich die CDU-Politikerin überrascht von den neuen zahlen. "Den ungewöhnlichen Einbruch der Geburtenzahlen im letzten Quartal 2008 hat niemand vorausgesehen. Der Anstieg 2007 bis September 2008 und der anschließende Rückgang zeigen, was der Mut zu Kindern für ein zartes Pflänzchen ist." Junge Familien bräuchten gezielte Hilfen wie das Elterngeld, verständnisvolle Arbeitgeber und eine gute Kinderbetreuung, so die Familienministerin: "Hier müssen wir einfach noch besser werden."

AP
 
 
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