. .
Panorama-Nachrichten
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
17. April 2007, 22:53 Uhr

Tränen, Trauer - und Trotz

US-Präsident George W. Bush, die First Lady und viele tausend Trauergäste haben in einer Zeremonie der Opfer des Amoklaufs an der Technischen Uni von Virginia gedacht. Am Ende der Feier schrien die Studenten Ihre Wut und Trauer einfach heraus.

Zwei Studentinnen trauern gemeinsam© Chris Keane/Reuters

US-Präsident George W. Bush kam mit versteinerter Miene. Redner rangen sichtlich um ihre Fassung und viele Studenten ließen ihren Tränen hemmungslos freien Lauf. In einer bewegenden Trauerfeier haben Bush, führende Politiker des Bundesstaates Virginia und bis zu 30.000 Studenten und Lehrkräfte am Dienstag Abschied von den Opfern des bislang blutigsten Amoklaufes in der Geschichte der USA genommen.

Der 23 Jahre alte Englisch-Student Cho Seung-Hi aus Südkorea hatte am Montag in der Technischen Universität von Blacksburg (Virginia) 32 Menschen erschossen und sich dann selbst getötet.

Er und Ehefrau Laura seien mit Herzen voller Trauer gekommen, sagte Bush. "Es ist ein Trauertag für unsere gesamte Nation." Es sei unmöglich, einen Sinn in einer solchen Gewalt und eines solchen Leidens zu sehen, sagte der Präsident. Die Opfer seien einfach am falschen Platz zur falschen Zeit gewesen. Die Gedenkfeier verlief so emotional, dass ein hinter Bush sitzender junger Mann in sich zusammenbrach und zur Behandlung weggebracht werden musste.

"Worte können die Trauer nicht ausdrücken"

Die mehr als einstündige Trauerfeier begann mit einem Ehrenzug mit fünf Flaggenträgern und der Nationalhymne. "Worte können die tiefe Trauer überhaupt nicht ausdrücken", sagte Universitätspräsident Charles Steger. Er bedankte sich für die weltweiten Sympathien und die Solidarität, die alle in Blacksburg tief berührt hätten.

Die Trauerfeier fand im "Cassell Coliseum", der Sporthalle auf dem Campus statt. Dort feuern sonst bis zu 10.000 Zuschauer die Hookies, die einheimische Basketball-Mannschaft, an. Für jene, die keinen Platz in der Halle fanden, wurden außerhalb Großbildschirme aufgebaut. Mehr als 27 000 Studenten haben sich an der Universität eingeschrieben. Dazu kommen noch rund 10.000 Professoren, Dozenten und Mitarbeiter.

Präsidentenbesuch eher ungewöhnlich

Es ist eher unüblich, dass ein US-Präsident schon einen Tag nach einem Unglück an einer Gedenkfeier teilnimmt. Die Sicherheitsvorkehrungen sind in der Regel so gewaltig, dass sie ablenken oder als störend empfunden werden könnten. Bush wollte sich aber unter keinen Umständen die Teilnahme an der Gedenkfeier für die Opfer des bislang blutigsten Amoklaufes nehmen lassen.

Zurzeit sei es noch unvorstellbar, dass ein Tag komme, an dem das Leben an der Technischen Universität wieder normal sein werde, sagte Bush. "Aber der Tag wird kommen." Und zum Abschluss der Trauerfeier ließen die Studenten mit Tränen in den Augen und voller Trotz und Wut den Schlachtruf für ihre Mannschaft erklingen: "Let's go Hookies".

Hans Dahne/DPA
 
 
KOMMENTARE (5 von 5)
 
Molch66 (18.04.2007, 12:01 Uhr)
das alte leid
ein präsident, der eine waffenverschärfung ablehnt, aber an der trauerfeier teilnimmt. alles klar. in den nächsten tagen werden wieder stimmen laut, dieser amokläufer hat in seiner freizeit killerspiele gespielt, was zum wiederholten male die killerspiel-diskussion anregt und dem täter nur noch eine teilschuld gibt.
irgendwie hab ich ein deja vue. und es wird viele weitere deja vues geben, wenn dieses land nicht schnell seine waffenverherrlichende menthalität ablegt.
logon (18.04.2007, 10:35 Uhr)
mal ehrlich....
....gibt es noch irgendjemand, den dies alles verwundert ? Die USA sind "im arsch", wenn sie sich nicht gerade durch Waffen oder Metamphetamin selbst dezimieren bomben sie ganze Nationen ins Nirvana.
Jetzt wird erst mal exzessiv und medienwirksam getrauert, die Überlebenden schreiben überflüssige Bücher und der Rest heult sich bei Oprah Winfrey aus. Natürlich gegen Gage.
Dann noch der ein oder andere Trittbrettfahrer ('also wenn wir schonmal dabei sind....'), dann ist wieder Ruhe. Bis zum nächsten Krieg.
Malt (18.04.2007, 10:02 Uhr)
Abartig!
Ich finde es beschämend und abartig, dass nicht nur der Amoklauf an sich, sondern sogar die Trauerfeier wie Medienevents geradezu gefeiert werden.
Da stellt sich ein PR geiler Bush, der zum Teil durch seine ablehnedne Haltung zur Änderung des Waffengesetztes eine Mitschuld trägt an dem Massaker trägt, tatsächlich da hin und heuchelt den Tetx runter, der ihm von einen seiner Marionettenspieler zugeteilt wurde. Und die Journalisten haben wenn, dann höchstens Freudentränen in den Augen.
666Truthseeker (18.04.2007, 09:42 Uhr)
Virginia Tragoedie II
eine Münze hat immer zwei seiten!
UND einen schmalen RAND.
auch wenn so viele Fakten gegen den Irak Einsatz sprechen ... es sterben unschuldige Menschen im Namen einer friedliebenden und gastfreundlichen Religion.
gmathol (18.04.2007, 07:14 Uhr)
Virginia Tragoedie...
Iraq erlebt dies jeden Tag mehrfach. Die Schurken die sinnlos morden tragen die Uniformen der USA.
MEHR ZUM ARTIKEL
Reaktionen im Internet auf Amoklauf "Ein Albtraum"

Im Internet findet die Fassungslosigkeit über den Amoklauf an der Virginia Tech ein Forum. Während die einen dort über ein Waffenverbot streiten und das Online-Kondolenzbuch der örtlichen Zeitung überquillt, drehen andere anrührende Filmchen ohne große Worte. mehr...

Uni-Massaker in USA War ein Liebesdrama Schuld?

Warum ist der 23-jährige Student Cho Seung Hui an der Virginia Tech Amok gelaufen? Erste Ermittlungen der Polizei haben ergeben: Eine Beziehungskrise könnte der Grund für das schlimmste Uni-Massaker in der Geschichte der USA gewesen sein. mehr...

Amokschütze Cho Seung Hui Er war nur der "Fragezeichen-Typ"

Warum ist der 23-jährige Student Cho Seung Hui an der Virginia Tech Amok gelaufen? Nachbarn und Mitstudenten bezeichnen ihn als Einzelgänger und im Literaturseminar sei Cho nur als "Fragezeichen-Typ" bekannt gewesen, der auffallend brutale Theaterstücke schrieb. mehr...

MEHR ZUM THEMA
powered by wefind WeFind
 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe