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8. Oktober 2009, 12:35 Uhr

Laser-Attacken auf Piloten alarmieren Flugsicherung

Flugsicherung und Pilotenvereinigung schlagen Alarm: Auf deutschen Flughäfen häufen sich Blend-Attacken mit Laserpointern auf Piloten. Noch ist es nicht zu Unfällen gekommen, doch dies scheint nur eine Frage der Zeit.

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Die heikelste Situationen beim Flug: Eine Lufthansa-Maschine bei der Landung in Frankfurt© Thomas Lohnes/DDP

Wie einen Blitz müsse man sich einen Laserstrahl vorstellen, der frontal auf ein Flugzeugcockpit gerichtet wird, erklärt Jörg Handwerg von der Pilotenvereinigung Cockpit. Seit Monaten häufen sich Vorfälle auf deutschen Flughäfen, bei denen landende Flugzeuge mit sogenannten Laserpointern angestrahlt werden. Gerade in der Nacht, wenn die Pupillen des Piloten stark erweitert sind, sei dies lebensgefährlich. "Man sieht erstmal nichts mehr", sagt Handwerg, "wie wenn man in einem abgedunkelten Raum sitzt, in dem plötzlich das Licht angemacht wird." Im Cockpit kann dies fatale Folgen haben.

Dummejungenstreich oder schwere Straftat?

"In den vergangenen Wochen häuften sich die Vorfälle", bestätigt auch Kristina Kelek, Sprecherin der Deutschen Flugsicherung, am Donnerstag. "Wir bewerten das als sehr gefährlich." Ihr seien Meldungen über Blendversuche aus Berlin, Hamburg, Frankfurt, Stuttgart und Saarbrücken bekannt. Die Piloten melden den Vorfall in der Regel den Fluglotsen, diese schalten die Polizei ein. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung analysiert derzeit einen Fall, bei dem es zu einer "Störung" kam, teilte Behördenleiter Ulf Kramer mit. Genauere Angaben wollte er nicht machen.

Dummejungenstreich oder schwere Straftat? "Das ist vergleichbar mit den Steinewerfern von Brücken", sagt Kelek. Laut Strafgesetzbuch handelt es sich bei den Laser-Attacken um gefährliche Eingriffe in den Bahn-, Schiffs- und Luftverkehr, die laut Paragraf 315 mit bis zu zehn Jahren Haft geahndet werden können. Der Landeanflug sei eine der heikelsten Situationen beim Flug, erklärt Handwerg. Dort sei der Pilot in einer "Phase der höchsten Konzentration", bei der kleinsten Ablenkung könne es zu Unfällen kommen. Auch der Autopilot helfe bei der Landung nicht. "Die Bedeutung des Autopiloten wird meistens überschätzt. Er kann Kommandos ausführen, die ihm der Pilot gibt." Dazu müsse dieser die Instrumente aber lesen können.

"Wie eine Waffe"

Neu ist das Laser-Phänomen nicht, vor allem in den USA und in Australien kam es in den vergangenen Jahren zu unzähligen Vorfällen. Ende der 90er Jahre seien weltweit 40 Fälle gemeldet worden, 2005 waren es schon 240 und 2007 gar 600, sagt Handwerg. Oftmals hätten Piloten kurz vor dem Aufsetzen auf der Rollbahn wieder durchstarten müssen, um kein Risiko einzugehen.

Der Anstieg nun auch in Deutschland hänge damit zusammen, dass Laser heute viel einfacher und billiger zu haben seien, so Handwerg. Kleine Modelle in der Größe eines Schlüsselanhängers kosten nur wenige Euro. Sie werden vor allem für Präsentationen verwendet, strahlen aber nicht so intensiv, um Piloten im Landeanflug entscheidend zu stören. Stärkere Geräte sind mittlerweile aber auch erhältlich. Weil es schwierig sei, Täter auf frischer Tat zu ertappen, fordert Handwerg, die Verbreitung von gefährlichen Laserstrahlern stärker einzuschränken. Man müsse sie einstufen "wie andere Waffen", betont der Pilot, denn "gegen Menschen gerichtet handelt es sich hier definitiv um eine Waffe".

Manuel Schwarz, DPA
 
 
KOMMENTARE (7 von 7)
 
NewWorld (09.10.2009, 11:40 Uhr)
@Mikeorganizer
Jaja, immer nur rummotzen, aber scheinbar nicht mal den Artikel gelesen. Es geht hier nicht um den Laserpointer, den man für 2,5 Euro bei Aldi kaufen kann sondern um leistungsfähigere Geräte, die wirklich Schäden anrichten können. Merke: Laser ist nicht gleich Laser.

botoxia (09.10.2009, 10:47 Uhr)
...
Da sitzen also an jedem Flughafen sich langweilende natürlich männliche natürlich Jugendliche im Gebüsch, die wahrscheinlich sonst Drogen verkaufen, Fahrgäste verprügeln oder irgendwo einbrechen, und zielen mit Laserpointern auf die Augen der Piloten... in der Hoffnung, dass das Flugzeug abstürzt?
Mikeorganizer (09.10.2009, 09:06 Uhr)
Genau !
Feilt wieder an Schwachsinnigen Verboten und Regeln und Macht den Laser zu einer Waffe damit er ab sofort Waffenscheinpflichtig ist. Was für ein Bödsinn! Immer wird hier nur an Symptomen gebastelt, ohne das wahre Problem anzugehen. Ich frage mich wann verbieten wir Brötchen, die sich hervorragend als Wurfgeschosse eignen ? Echt ! Diese Vorschläge sind unserer Regierung würdig - Müll im Grunde ! Arbeitet mal lieber an der Gesellschaft - an Familie, Werten, und Respekt dann braucht ihr diesen schwachsinns, Verbotsmüll nicht !
rynaldo (08.10.2009, 17:32 Uhr)
Gefahren sehr wohl bewusst
... jedem der so etwas macht sind die Gefahren sehr wohl bewusst. Es ist ja schließlich sauberer, als ein Stein von der Autobahnbrücke zu werfen und schließlich kann man sich, wir man mit einem Leserpointer erwischt, ganz einfach auf "dumm" stellen.
UrbanIbarras (08.10.2009, 17:31 Uhr)
Üben da welche nur?
Genehmigung für den Erwerb braucht man nur indirekt.
Gewerbenachweis ist erforderlich für Geräte ab der Klasse 3b und 4, wenn man derartige Geräte vom Händler in Deutschland ordert.
Über das Ausland geordert, ist der Zoll bei der Einfuhr gefragt.
Sog. Ersatzteile sind auch in Deutschland für private Endverbraucher zu haben.
Mit denen kann man aus bestimmten Laserpointern so etwas wie Waffen basteln, vor allem aber auch bestimmte Teile aus seinen alten DVD-Brennern kann man wunderbar zweckentfremden.
Zutreffend ist, dass nur ein bestimmer Winkel in einem bestimmten Entfernungsradius negative Wirksamkeit für den Fluglandeverkehr entfalten kann.
Im landeanflug wird nur wenig Übung erforderlich sein, bis die trefferrate sehr hoch wird.
Diese Bereiche an Landebahnen sollten sich feststellen und sowohl für den Zugang sperren als auch geeignet überwachen lassen.
Das ist auch nicht uninteressant bzgl. angedrohter Anschläge.
Üben Terroristen nur mit leistungsverstärkten Laserpointern, was sie hernach zB per Gewehr und Laserzieleinrichtung ganz anders in die Tat umsetzen wollen?
Xykon (08.10.2009, 15:58 Uhr)
Aufklärung wichtig!
Hier ist meiner Meinung nach Aufklärung sehr wichtig! Wenn sich Kinder der Gefahren bewusst sind, wird das sicherlich eine gewisse Wirkung haben. Allerdings zieht das dann aber auch wieder die Idioten an, die auch Steine auf die Autobahn werfen. Da hilft es dann nur, entweder die Absperrungen um Flughäfen zu erweitern oder die Gegend entsprechend zu kontrollieren.

Hier ist aber auch die Technik gefragt, entsprechende Filterfolien für die Flugzeuge zu entwickeln und dann die Fluggesellschaften, die Kosten für den Einbau zu übernehmen.
soondecember (08.10.2009, 15:51 Uhr)
klingt seltsam
Die kleinen Pointer sind sehr leistungsschwach und werden auch sonst von Jugendlichen zweckentfremdet. Falls man damit auf ein Flugzeug zielt, steht der Täter ja wohl sehr nahe am Geschehen, da stellt sich die Frage nach der Tätigkeit der Polizei, bzw dem Grund der Erfolglosigkeit.
Ansonsten, wenn die Dinger so gefährlich sind, sollte man den Verkauf anders regeln.
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