20-Jähriger verursacht Horror-Unfall

18. November 2012, 18:00 Uhr

Er war erst 20 Jahre alt: Ein Geisterfahrer hat auf der A5 einen schweren Unfall mit sechs Toten verursacht. Warum er falsch fuhr, wird derzeit untersucht. Ein Selbstmord ist nicht ausgeschlossen.

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Der Unfallort im Nebel, an dem insgesamt sechs Menschen starben, sieht am Sonntagmorgen aus wie ein Schlachtfeld. "Den Einsatzkräften bot sich ein schreckliches Bild", sagt ein Polizeisprecher. Überall liegen Leichenteile und Trümmer der Autowracks. Der Motorblock eines Autos ist komplett herausgerissen. Ein weißer BMW hängt zertrümmert an der Leitplanke.

Ein Geisterfahrer hat bei einem schweren Unfall auf der Autobahn 5 bei Offenburg fünf Insassen eines VW-Minivans und sich selbst getötet. Eine Frau, die helfen wollte, wurde kurz nach dem Unfall von einem Auto erfasst und schwer verletzt. Vier weitere Menschen wurden leicht verletzt. Die Autobahn zwischen Offenburg und Lahr in Südbaden war über Stunden voll gesperrt.

Gegen 6 Uhr morgens stießen ein voll besetzter VW Touran, der Richtung Süden fuhr, und der Wagen des Falschfahrers bei dichtem Nebel in Höhe des Parkplatzes Unditz frontal aufeinander. Der Geisterfahrer war sofort tot. Zwei junge Frauen und drei Männer wurden teilweise aus dem Touran herauskatapultiert. Alle fünf starben sofort an ihren schweren Verletzungen.

Grund für die Geisterfahrt des 20-Jährigen unklar

Bei dem Falschfahrer handelt es sich um einen 20-jährigen Mann aus dem Raum Offenburg, der alleine im Fahrzeug saß. Der ordnungsgemäß in Richtung Basel fahrende VW wurde von einem 30-Jährigen gesteuert. Der Fahrer sowie eine 23-jährige und eine 36-jährige Beifahrerin aus dem Raum Emmendingen kamen ums Leben. Die beiden weiteren Insassen sind noch nicht identifiziert.

Ob der 20-jährige Geisterfahrer aus Versehen oder in Selbstmordabsicht in die falsche Richtung fuhr, ist derzeit unklar. "Der Unfall wird untersucht. Wir müssen nach und nach alle Puzzleteile zusammensetzen", sagte eine Polizeisprecherin. Die Familie des Falschfahrers wird befragt.

Die Polizei erklärte, es habe kurz vor dem Unfall Meldungen über einen Geisterfahrer auf der A5 gegeben. "Die Kollegen sind sofort rausgefahren", sagte eine Polizeisprecherin. Eine entsprechende Verkehrsfunkwarnung im Radio kam aber offenbar für den Fahrer des VW-Minivans zu spät.

Helferin wird im dichten Nebel überfahren

Zu einem tragischen Folgeunfall kam es kurz nach dem Zusammenprall zwischen Falschfahrer und Minivan. Eine Autofahrerin hielt auf dem Seitenstreifen an, um Erste Hilfe zu leisten. Sie wurde aber von einem heranfahrenden Auto überfahren und sehr schwer verletzt.

"Die Frau kam mit ihrem Fahrzeug an die Unfalstelle und wollte helfen", sagte ein Polizeisprecher der Direktion Offenburg stern.de. Nachdem sie ihr Fahrzeug auf dem Seitenstreifen abgestellt habe, sei sie bei dichtem Nebel an der noch nicht abgesicherten Unfallstelle von einem nachfolgenden Pkw erfasst worden. "Die Frau ist sehr schwer verletzt." Inzwischen ist sie außer Lebensgefahr und wird in einer Klinik behandelt.

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Die gesperrte A5 bei Offenburg am Sonntagvormittag: Rettungskräften bot sich ein Bild des Grauens©

A5 in beide Richtungen gesperrt

Der Rettungsdienst war mit 22 Helfern und Notärzten sowie sechs Wagen im Einsatz. Polizei, Feuerwehr und Technisches Hilfswerk waren ebenfalls mit zahlreichen Kräften vor Ort. Sachverständige begutachteten im Auftrag der Staatsanwaltschaft die Unfallstelle, Rechtsmediziner untersuchten die Opfer.

Die A5 wurde in beide Richtungen gesperrt. Die Aufräumarbeiten auf der Fahrbahn Richtung Basel würden wohl den ganzen Tag dauern, erklärte ein Polizeisprecher. In Richtung Karlsruhe ist die Autobahn am Nachmittag wieder freigegeben worden.

Mehrere Geisterfahrer-Unfälle in kurzer Zeit

Es ist der dritte schwere Verkehrsunfall mit mehreren Toten innerhalb von drei Wochen auf Autobahnen in Baden-Württemberg. Bundesweit gab es in den vergangenen Wochen mehrere Tote bei Unfällen durch Geisterfahrer. Im Oktober starben zwei Kinder und ihr Vater beim Zusammenstoß mit einer Geisterfahrerin auf der A1 in Rheinland-Pfalz. Bei einem Unfall in Bayern kamen eine 31-jährige Mutter und ihre beiden Töchter ums Leben. Ihr Wagen prallte auf der falschen Spur der Autobahn 73 nahe Bamberg gegen ein entgegenkommendes Auto.

mai/DPA
 
 
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