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Schröder hält Sexismus-Debatte für wichtig

Die Sexismus-Debatte ist in Berlin angekommen: Familienministerin Schröder will, dass das Thema weiter diskutiert wird. Auch Grünen-Chefin Roth und Regierungssprecher Seibert äußerten sich.

  Alltägliche Diskriminierung fängt schon bei der Werbung an

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Das Bundesfamilienministerium hat die durch Vorwürfe gegen FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle angestoßene Debatte über Sexismus am Arbeitsplatz begrüßt. Es sei "wichtig, dass das Thema öffentlich diskutiert wird", sagte eine Sprecherin des Ministeriums in Berlin. Eine Beurteilung der konkreten Vorwürfe gegen Brüderle wollte die Ministeriumssprecherin nicht abgeben. Prinzipiell halte sie es aber für richtig, dass Sexismus am Arbeitsplatz "unabhängig von den aktuellen Anlässen als Dauerthema diskutiert" werde, sagte sie. Denn in der Arbeitswelt seien "nicht nur einige wenige Frauen mit Sexismus konfrontiert". Ob Familienministerin Kristina Schröder (CDU) Brüderle zu einer öffentlichen Stellungnahme zu den Vorwürfen rate, konnte die Sprecherin nicht sagen.

Ausgelöst wurde die Diskussion durch Veröffentlichungen im stern und auf stern.de, in denen die Journalistin Laura Himmelreich von einer Begegnung mit Brüderle von Anfang 2012 berichtet, bei welcher der FDP-Politiker anzügliche Bemerkungen gemacht und ihre Hand geküsst habe. Brüderle habe ihr auf den Busen geschaut und gesagt: "Sie können ein Dirndl auch ausfüllen."

Familienministerin will Diskussion fortführen

Das Familienministerium verwies auf eine Studie aus dem Jahr 2004, derzufolge 58 Prozent der befragten Frauen in Deutschland angegeben hätten, schon einmal sexuell belästigt worden zu sein. 42 Prozent machten solche Erfahrungen demnach am Arbeitsplatz. Dies zeige, dass es sich hier um "kein Spartenthema" handle, sagte die Ministeriumssprecherin.

Regierungssprecher Steffen Seibert wollte die Diskussion um Brüderle nicht kommentieren. Er verwies darauf, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) generell "für menschlich-respektvollen Umgang, auch zwischen Politik und Medienvertretern" sei. Die Bundesregierung arbeite mit Brüderle gut zusammen. Sie schätze und verteidige auch die Pressefreiheit.

Grünen-Chefin beklagt alltägliche Diskriminierung

Claudia Roth (Grüne) hat in der Debatte ebenfalls einen alltäglichen Sexismus in der Gesellschaft beklagt. "Es ist unfassbar, wie viele Männer es gar nicht merken, wenn sie Diskriminierungen herunterspielen oder sogar meinen, sexistisches Verhalten sei schlicht ihr gutes Recht", sagte Roth zu "Spiegel Online". "Die Art der Debatte um alltäglichen Sexismus und um die Frauen, die es einmal deutlich aussprechen, zeigt wie salonfähig Sexismus heute immer noch ist." Es sei "sehr bezeichnend, dass jetzt die Journalistinnen für das Thematisieren angegriffen und zu Täterinnen gemacht werden sollen."

Die Sprecherin des Familienministeriums wollte sich nicht dazu äußern, ob das Verhalten, das Brüderle vorgeworfen wird, auf sexuelle Belästigung hinauslaufe. Sie verwies auf die Definition der sexuellen Belästigung im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz. Sie wird dort als "unerwünschtes sexuell bestimmtes Verhalten" definiert. Dazu zählen laut Gesetzestext "unerwünschte sexuelle Handlungen und Aufforderungen zu diesen, sexuell bestimmte körperliche Berührungen, Bemerkungen sexuellen Inhalts sowie unerwünschtes Zeigen und sichtbares Anbringen von pornographischen Darstellungen".

kre/AFP/DPA/DPA

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