Startseite

Gauck nimmt Ältere in die Pflicht

Unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Joachim Gauck findet der 10. Seniorentag in Hamburg statt. Das Staatsoberhaut lobt die ältere Generation - fordert aber auch zur aktiven Teilhabe auf.

Von Mirko Zapp

  Bundespräsident Joachim Gauck bei der Eröffnung des 10. Deutschen Seniorentages - hier im Gespräch mit Hamburgs erstem Bürgermeister Olaf Scholz

Bundespräsident Joachim Gauck bei der Eröffnung des 10. Deutschen Seniorentages - hier im Gespräch mit Hamburgs erstem Bürgermeister Olaf Scholz

  • Mirko Zapp

Beim Einmarsch in den großen Saal gab es Standing Ovations: Über 2000 Gäste des 10. Deutschen Seniorentags begrüßten Bundespräsident Joachim Gauck bei seinem ersten öffentlichen Auftritt in der Hansestadt. Henry Maske hätte er mit seinem Auftritt zwar keine Konkurrenz gemacht, doch das Publikum war heute auch deutlich älter und gesetzter. Schnörkellos kommt Joachim Gauck daher, nicht aufrüttelnd, nicht emphatisch – allerdings auch nicht betulich. Er hat keine Angst, von den Alten nicht verstanden zu werden, wie es vielleicht Bundesministerin Kristina Schröder hat.

Gauck traut ihnen etwas zu und das honorieren sie. Er hat Verständnis für Ältere, die von ihrer Rente trotz 40 Berufsjahren nicht leben können oder die ein Leben lang körperlich gearbeitet haben und nun erschreckt auf die Erhöhung des Rentenalters blicken: „Deshalb wünsche ich mir auch: Niemandem sollte Unzumutbares zugemutet werden.“ Er bekommt warmen Applaus. Doch Joachim Gauck wäre nicht Joachim Gauck, wenn dieser Satz so enden würde. Er schließt: "Das Zumutbare aber schon."

"Warum teilen wir all diese Tätigkeiten, ohne die unsere Gesellschaft nicht funktionieren würde, nicht besser zwischen den Generationen und Geschlechtern - die Sorge um Kinder oder ältere Angehörige, die Arbeit im Haushalt, das Engagement in der Nachbarschaft, in der Zivilgesellschaft und in Ehrenämtern?", fragte Gauck. Dafür gebe es schon heute gute Ansätze, etwa Bürgerstiftungen, Leihomas oder -opas, generationenübergreifende Wohn- und Lebensgemeinschaften oder Seniorengenossenschaften, in denen sich Ältere gegenseitig helfen würden.

Gauck ist kein Präsident der Herzen, kein Sammler von Sympathiepunkten. Er hat ein sehr eigenes Weltbild, unpopulär ist es und etwas unbequem, geprägt von den Begriffen Freiheit und Verantwortung. Beides lebt er vor, aber damit nicht genug, er fordert es auch von allen anderen: sich dem Leben verantwortlich zu stellen, mit Veränderungen umzugehen und vor allem sich als tätiges Mitglied der Gesellschaft zu begreifen.

"Demokratie kennt keinen Schaukelstuhl"

Gauck zitiert den 8 Tage älteren Franz Müntefering mit den Worten: "Demokratie kennt keinen Schaukelstuhl". Und er meint es ernst. Zu denken hat er dem älteren Publikum gegeben: Zwar sei die derzeitige ältere Generation die wohlhabendste und gesündeste, meint er und fügt hinzu: "Aber auch die dankbarste?"

Jeder im Saal müsste sich wohl nach Gaucks Wunsch an die eigene Nase fassen und sich fragen, ob und wie er seine gesellschaftliche Verantwortung lebt. Gauck macht dabei keinen Halt vor dem Alter. Gleichberechtigung und Entdiskriminierung heisst auch, sich Forderungen auszusetzen, sich gleich zu machen. Auch an den vielleicht unbequemen Stellen. Oder in Gaucks Worten: "Ja zum Alter heißt also für mich: Ja zum eigenverantwortlich gestalteten Leben und ja zu den Veränderungen, die wir dafür als Einzelne und als Gesellschaft anstoßen und manchmal auch ertragen müssen."

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Zu hohe Inkassogebühren, rechtens?
Hallo, ich habe am 20 März 15 einen Vertrag über 12 Monate mit einem Fitness-Studio abgeschlossen. Die Kosten (9,98 € 14-Tägig, 39,99€ Verwaltung einmalig, 19,99 Trainer und Servicepauschale Jährlich) sollten per Einzugsermächtigung abgebucht werden. Kürzlich bekam ich überraschend einen Brief von einem Inkassobüro mit der Zahlungsaufforderung für die gesamten 12 Monate inkl. der Verwaltung und Servicepauschale + Auslagen des Gläubigers (63,38€), Zinsen (1,42€), Geschäftsgebühr (45€), Auskunftskosten (5€) , Auslagenpauschale (9€) Hauptforderung 320,28€ Offene Forderung 444,08€ Nach dem ich mich bei der Firma erkundet habe, sagten sie mir, dass Zahlung zurückgegangen ist da mein Konto nicht gedeckt sei. Fakt war das sie einen Zahhlendreher in der Kontonummer hatten obwohl im meinem Durchschlag die Richtige Kontonummer angegeben wurde. Aber im Original hat jemand aus einer 3 eine 8 geändert. Nach Überprüfung konnte ich Feststellen das es diese Kontonummer gar nicht gibt und das diese vom System gar nicht angenommen wird. Spätestens da hätte man mich doch hinweisen oder fragen können was mit dem Konto sei. Es kam nie ein zu einem Zahhlungsrückgang, noch zu einer Zahlungserinnerung Mahnung seitens des Fitnessstudios. Die AGB´s habe ich nie zu Gesicht nie bekommen und auch nicht gelesen - diese stehen (nach meiner Recherche) im Internet aber auch nicht definiert wie man in Zahlungsverzug kommt. Leider habe ich unterschrieben das sie mir bekannt sind. Dies steht ganz kleingedruckt im Durchschlag. Ich habe der Firma vorgeschlagen die offenen Beiträge bis jetzt zu bezahlen und für die Zukunft eine neue Einzugsermächtigung zu erteilen, was sie aber abgelehnt haben und mir gesagt haben ich soll dies mit dem Inkassobüro klären. Der Fitnessvertrag ist somit gesperrt seit einem Monat. Da ich aber mit den Gebühren, Mahnspesen von dem Inkassobüro nicht einverstanden bin weiß ich nicht ob ich diese bezahlen muss. Ich habe dem Inkassobüro auch vorgeschlagen die offenen Beiträge zu begleichen und diese dann wie vertraglich vereinbart abgebucht werden. Sie haben mir angeboten diese in einem Jahr zu einem monatlichen Beitrag von 35€ abzuzahlen. Dies währen Mehrkosten von 100€, ist das rechtens? Bitte Antworten sie mir in einer Sprache die ich auch versteh - mit langen Gesetzestexten kann ich leider nicht umgehen Und was Sie denken was ich tun soll was rechtens ist. Vielen Dank im Voraus

Partner-Tools